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    <title>Was braucht eine Kultur der Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter?</title>
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      <title>Kultureller Aufbruch</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Nachhaltigkeitsmanifest der Kultur
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ralf Weiß, Henning Mohr und Uta Atzpodien
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           24. Januar 2022
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Wir sollten uns darauf konzentrieren, eine Politik zu unterstützen, die uns mehr verspricht als bloße Selbstbehauptung, die dazu beitragen kann, eine friedliche und dynamische Transformation zu fördern.“ (Willy Brandt)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Obwohl die Evangelische Akademie im bayrischen Städtchen Tutzing im (kultur-) politischen Diskurs heutzutage wenig bekannt sein dürfte, spielt sie eine bedeutsame Rolle im deutschen Transformations- bzw. Nachhaltigkeitsdiskurs: Bereits im Jahr 1963 skizzierten Willy Brandt und Egon Bahr hier ihre Perspektiven einer neuen Ostpolitik und prägten erstmals die Formel »Wandel durch Annäherung«. Gut 25 Jahre später kam es zur Deutschen Wiedervereinigung. Der Ort war also gut gewählt, als Dirk Messner und Hans Joachim Schellnhuber mit dem Wissenschaftlichen Beirat für globale Umweltveränderungen (WBGU) im Jahr 2011 ebenfalls in Tutzing die Perspektive einer »Großen Transformation zu einer klimaverträglichen Gesellschaft« formulierten. Knapp fünf Jahr später verabschiedeten die Vereinten Nationen die Agenda 2030 zur »Transformation unserer Welt«. Sowohl von Willy Brandt als auch vom WBGU gingen wesentliche Transformationsimpulse für die nationale und internationale Politik aus und deﬁnierten zentrale Wege zur UN Agenda 2030. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tutzinger Manifest
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Kurz nach der Jahrtausendwende, im Jahr 2001, war man von einer globalen Transformationsagenda noch weit entfernt. Das galt auch für die Kulturpolitik, zumindest im Hinblick auf eine Nachhaltigkeitstransformation. Die zu diesem Zeitpunkt noch junge Bundesbehörde des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) hatte es zunächst stärker mit einer transformativen Kulturpolitik zur Deutschen Einheit zu tun. So waren es im Jahr 2001 andere Akteur*innen wie Bernd Wagner von der Kulturpolitischen Gesellschaft, die Kulturwissenschaftlerin Hildegard Kurt, Günther Bachmann vom frisch gegründeten Rat für nachhaltige Entwicklung oder Monika Griefahn, die Vorsitzende des Kulturausschusses des Deutschen Bundestages, die im Anschluss an eine Tagung an der Evangelischen Akademie Tutzing das Tutzinger Manifest zur kulturellen Dimension der Nachhaltigkeit verantworteten bzw. in die Öffentlichkeit brachten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Tutzinger Manifest war vor allem an die im Folgejahr terminierte UN-Weltkonferenz für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg gerichtet und verfolgte als wichtigstes Anliegen, Ästhetik und Kultur als maßgebliche Dimension in das sich etablierende Nachhaltigkeitskonzept und die internationale Nachhaltigkeitspolitik aufzunehmen. Der Kulturbereich und die Kulturpolitik standen nicht im Vordergrund dieses kulturell motivierten Nachhaltigkeitsmanifestes, auch wenn nicht zuletzt Monika Griefahn künftige Verbindungen von Nachhaltigkeitspolitik und Kulturpolitik skizzierte. Auch Fragen einer gesellschaftlichen Transformation und eines kulturellen Wandels spielten in dem Manifest noch keine zentrale Rolle – obgleich auch die Revision überkommener Normen, Werte und Praktiken in den Blick genommen wurde. Das Tutzinger Manifest begründete eine nationale Debatte um Kultur und Nachhaltigkeit, die über einen längeren Zeitraum weder in der Nachhaltigkeitspolitik noch in der Kulturpolitik einen großen Einﬂuss hatte. Die in anderen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft schon viel früher einsetzende Nachhaltigkeitsorientierung und Nachhaltigkeitstransformation, die sich beispielsweise an Konzepten und Politiken von Energiewende, Ernährungswende oder Mobilitätswende festmachen, wurden im Kulturbereich viel zu lang wenig thematisiert und wenig vorbereitet. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturpolitik und Nachhaltige Entwicklung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Im letzten Jahr – zum 20. Jubiläum des Tutzinger Manifests – hatte sich die Situation zwar etwas verbessert, allerdings steckt die Verankerung der Nachhaltigkeitsdebatte im deutschsprachigen Kulturbereich noch in den Kinderschuhen. Derzeit beﬁndet sich dieser Sektor zwischen einer zivilgesellschaftlichen Klima- und Zukunftsbewegung und einer auf europäischer und weltweiter Ebene voranschreitenden Entwicklung einer Kultur- und Nachhaltigkeitspolitik, die die Notwendigkeit und das Potential von Nachhaltiger Entwicklung in der Kultur und durch die Kultur erkennt. Diese reichen auf europäischer Ebene vom Green Deal und der Initiative Neues Europäisches Bauhaus bis zum aktuellen EU Arbeitsplan Kultur für die Jahre 2019 bis 2022, unter deren sechs Prioritäten zwei Prioritäten auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz fokussiert sind:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sustainability in cultural heritage
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            und
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Culture as a driver for sustainable development
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            . Zu beiden Themen erarbeitet die EU zur Zeit Berichte und Handlungsempfehlungen. Auch die Kulturminister*innen der G20-Staaten haben im Jahr 2021 mit der Verabschiedung der Rom Erklärung (G20 2021) das Potenzial der Kultur zur Lösung der Klimakrise zu einem Grundprinzip ihrer Kulturpolitik gemacht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Debatte zur Nachhaltigkeitskultur im digitalen Zeitalter 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Damit sind zwar die ersten wichtigen Meilensteine auf den Weg gebracht worden, für eine ernsthafte Nachhaltigkeitsbewegung braucht es aber weiterhin eine Stärkung von Diskurs und Praxis. Der Kontext des 20. Jubiläums des Tutzinger Manifests bot einen geeigneten Zeitraum, um zukunftsweisende Perspektiven für die Nachhaltigkeitstransformation der Kulturpolitik zu entwerfen. Die Kulturpolitische Gesellschaft startete im letzten September diesen Blog, in dem eine Reihe wesentlicher Fragen diskutiert wurden: Bei welchen der 17 UN-Nachhaltigkeitszielen ist die Kultur wirklich auf gutem Weg? Können uns die Erfolge in Nachhaltigkeitsbereichen wie Kultureller Bildung, Teilhabegerechtigkeit, Inklusion und andere zufrieden stellen? Was ist tatsächlich gelungen? Was braucht eine Kultur der Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter? Die Blogbeiträge beschäftigten sich sowohl mit einzelnen Kulturfeldern als auch Kunstsparten, etwa Bibliotheken und Literatur, oder auch Nachhaltigkeitsperspektiven für kulturelle Bildung und Kulturförderung. Sie hinterfragten das aktuelle Leitbild der Kulturpolitik und setzten sich mit der Notwendigkeit eines neuen Tutzinger Manifests auseinander. Parallel dazu entstand eine 9-teilige Podcast-Reihe, in der führende Persönlichkeiten aus dem Nachhaltigkeits- und Kulturbereich über zukunftsweisende politische Strategien und Schwerpunktsetzungen diskutierten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nachhaltigkeitsmanifest der Kultur als Aufbruchssignal
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Ergebnisse dieses Prozesses hätten in der in Tutzing zunächst für November 2021 geplanten Tagung »Nachhaltigkeit als kulturelles Projekt« vorgestellt und diskutiert werden sollen. Pandemiebedingt wurde diese Veranstaltung verschoben und findet die Diskussion eines kulturpolitischen Nachhaltigkeitsmanifests in einem digitalen Worldcafe statt. Ähnlich wie die unter dem Leitbild »Kultur für alle« in den 1970er-Jahren erfolgte Erweiterung der Kulturpolitik, gilt es auch heute, die Kulturpolitik mit Blick auf die gesellschaftlichen und weltgesellschaftlichen Herausforderungen zu erweitern und unter ein neues Leitbild zu stellen, das sich mit den schon entstandenen Ansätzen und Initiativen für eine Nachhaltigkeitskultur verbindet. In einem Nachhaltigkeitsmanifest der Kultur kann ein solches Leitbild formuliert werden. Wie bei anderen Manifesten, dem Futuristischen Manifest oder dem bis heute relevanten Bauhaus Manifest kann von einem zukunftsweisenden Nachhaltigkeitsmanifest ein kultureller Aufbruch und gesellschaftlicher Wandel ausgehen. International eröffnet die in diesem Jahr in Mexiko stattfindende
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           UNESCO Weltkonferenz Mondiacult 2022
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            zu Kulturpolitik und Nachhaltige Entwicklung die Perspektive, dieses Aufbruchssignal weiterzutragen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Quellen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (1) Brandt, Willy (1963): Denk ich an Deutschland … Rede an der Evangelischen Akademie Tutzing
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (2) Europäische Kommission (2021): New European Bauhaus. Communication from the commission to the European Parliament, the Council, the European economic and social committee and the committee of the regions
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (3) Europäische Kommission (2018): Work Plan for Culture (2019 bis 2022),
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://ec.europa.eu/culture/policies/strategic-framework-for-the-euscultural-policy." target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            , zugegriffen: 27. Oktober 2021
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (4) Europäische Union (2019): Entschließung des Rates der Europäischen Union und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zur kulturellen Dimension der nachhaltigen Entwicklung. In: Amtsblatt der Europäischen Union v. 6.12.2019
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (5) Griefahn, Monika (2002): Nachhaltigkeitspolitik und Kulturpolitik – Eine Verbindung mit Zukunft. In: Kulturpolitische Mitteilungen 97 II/2002:28–33 G20. 2021. Rome Declaration of the G20 ministers of culture.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (6) Hoffmann, Hilmar und Kramer, Dieter (2013/2012): Kultur für alle. Kulturpolitik im sozialen und demokratischen Rechtsstaat.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            , zugegriffen: 27. Oktober 2021
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (7) Kulturpolitische Gesellschaft (2001): Tutzinger Manifest für die Stärkung der kulturell-ästhetischen Dimension Nachhaltiger Entwicklung,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://kupoge.de/ifk/tutzinger-manifest" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (8) UNESCO (2018): Kulturpolitik neu | gestalten. Kreativität fördern, Entwicklung voranbringen. Bericht zur Rolle der Kulturpolitik für die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (9) UNESCO Mondiacult 2022,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.unesco.org/en/mondiacult2022" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (10) Weiß, Ralf (2021a): Neustart Kultur im Zeichen der Nachhaltigkeit. Aufbruch in eine andere Moderne. In: Zeit für Zukunft. Inspirationen für eine klimagerechte Kulturpolitik, Hrsg. Kulturpolitische Gesellschaft, S. 18–21,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://kupoge.de/wp-content/uploads/2021/05/ZfZ_18-21_Neustart-Kultur-im-Zeichen-der-Nachhaltigkeit.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (11) Weiß, Ralf (2021b): Vom globalen Leitbild zur nachhaltigen Kulturpolitik. In Jetzt in Zukunft. Zur Nachhaltigkeit in der Soziokultur, Hrsg. Schneider, Wolfgang/Gruber, Kristina/Brocchi, 139–43 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Beitrag erschien erstmals in den Kulturpolitischen Mitteilungen IV/2021 der Kulturpolitischen Gesellschaft und wurde für den Blog aktualisiert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autoren
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
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      <pubDate>Mon, 24 Jan 2022 07:03:34 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Lust am Gestalten</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/lust</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ute Zander
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           14. Januar 2022
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            es ist weiß
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            sagt jemand
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            es ist schwarz
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            sagt jemand anderes
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            es sind Grautöne
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            sagt der Reformer
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            es ist bunt
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt der Transformer
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieses Gedicht war mein persönliches Fazit aus einer weiteren Global-Change-Forschungs-Tagung, bei der wieder einmal Diskussionen im Entweder-Oder-Modus geführt wurden, anstatt Sowohl-als-Auch Lösungen zu entwickeln und endlos über Trade-offs gesprochen wurde, anstatt zu überlegen, wie man die ihnen zu Grunde liegenden Rahmenbedingungen verändern kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach vielen Jahren als Beraterin an der Schnittstelle zwischen Nachhaltigkeitsforschung bzw. Global Change Forschung und deren konkreter Umsetzung in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten war es Zeit, das Thema Nachhaltige Entwicklung aus einer persönlicheren Perspektive anzugehen, Beruf und Berufung zusammen zu bringen: als Bildhauerin und auf einer grundsätzlicheren Ebene der Nachhaltigkeit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie verändert man Systeme?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In ihrem Buch „Thinking in Systems“ (1) führt Donella Meadows eine Reihe von Leverage Points auf, Möglichkeiten den Hebel anzusetzen, um komplexe Systeme zu verändern. Sie arbeitet sich von den sehr handfesten Bereichen wie Konstanten und Parametern im System über Feedbackschleifen, Material- und Informationsflüsse, hin zu den immateriellen Bereichen der Regelwerke und Machtstrukturen, der Ziele und schließlich der leitenden Paradigmen. Und dann setzt sie noch einen Schritt obendrauf: Die Macht oder Fähigkeit, Paradigmen zu transzendieren. Ich habe schallend gelacht, als ich ihre Beschreibung dieses Punkts gelesen habe – erleichtert und befreit!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „actually, it could be fantastic!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Paradigmen zu transzendieren, das ist für mich das Feld der Kunst und der Spiritualität, der Erfahrung ohne vorgegebene Wertungen, des Experimentierens und der Neugier. Zu oft – für meinen Geschmack – wird das Nachhaltigkeitsthema als Problem angegangen. Doch, wie der Gründer der Transition Town Bewegung Rob Hopkins im Film „Tomorrow“ so treffend bemerkt: „Actually, it could be fantastic!“ (2) Es ist die Gestaltungsaufgabe schlechthin. Und je mehr Menschen sich daran beteiligen, desto besser.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Stattdessen schrecken viele Menschen zurück vor den Vokabeln „Klimawandel“, „Nachhaltige Entwicklung“ oder „Große Transformation“. Sie lösen oft das Gefühl aus, dass ihnen hier etwas weggenommen oder verboten werden soll. Das führt bei einigen zu Hilflosigkeit, oder sogar zu Leugnung und Verweigerung. Hier kann die Erfahrung künstlerischer oder kreativer Aktivitäten Abhilfe schaffen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Künstlerische Prozesse als Erfahrungsfeld ... 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In keinem Bereich habe ich jemals den Zusammenhang zwischen Freiheit und Verantwortung so klar und wirksam erfahren wie in meiner Bildhauerei. Das hängt nur teilweise an der Art wie ich arbeite: von einem Stück Baumstamm das Material abtragend, mit Beil, Messer und Klöppel, Raspel und Feile und schließlich Schleifpapier. Dieses Arbeiten beinhaltet eine unglaubliche Konsequenz. Jede Handlung hat irreversible Folgen. Oder flapsig ausgedrückt: Was weg ist, ist weg! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich genieße die Freiheit des künstlerischen Arbeitens ohne Richtig und Falsch. Es gibt immer nur den nächsten Schritt und die Konsequenzen daraus. Das heißt, im Atelier befinde ich mich in einem geschützten Raum, einem wertfreien Rahmen in dem die Konsequenzen meines Handelns zwar erfahrbar und teilweise sehr emotional, aber nicht gefährlich oder gefährdend sind. Das Stück Holz und meine Werkzeuge setzen mir Grenzen des Machbaren und Möglichen. Aber innerhalb dieses Rahmens bin ich frei.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           … und als Vorbild
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zugleich ist der künstlerische Prozess eine Art Prototyp des Lernens und Entwickelns, der sich auf andere Bereiche übertragen lässt. Es ist ein ständig ablaufender Zyklus aus Gestalten, Innehalten, die Werkzeuge hinlegen, fünf Schritte zurücktreten und in diesem Abstand die Figur umkreisen, Wahrnehmen aus unterschiedlichen Perspektiven ohne zu bewerten, das Wahrgenommene reflektieren anhand meiner Vision oder Idee von der Skulptur, Integrieren von Realität und Vorstellung, Entscheiden über den nächsten Schritt und wieder Handeln. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich wünsche mir, dass mehr Menschen diese Art von Erfahrungen machen können: dass sie die Zusammenhänge zwischen Freiheit und Verantwortung unmittelbar erleben, dass sie Selbstwirksamkeit erfahren und Selbstbewusstsein aufbauen. Und dass sie darauf aufbauend ihre Ängste und Widerstände überwinden können und sich an der großen Gestaltungsaufgabe Nachhaltigkeit beteiligen. Auch das zu ermöglichen ist für mich eine Aufgabe von nachhaltiger Kulturpolitik oder besser transformativer Kulturpolitik.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Quellen:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (1) Meadows, Donella, Sustainabillity Institute (2008): Thinking in Systems, White River Junction, Chelsea Green Publishing Company.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (2) Dion, Cyril; Laurent, Melanie (2015): Tomorrow, Pandora Film.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 17 Jan 2022 07:49:42 GMT</pubDate>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Zukunftsfähigkeit</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/zukunftsfaehigkeit</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Findungsprozess zu einem neuen Normal in der Kultur
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Daniel Gad
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           10. Januar 2022
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Zielrichtung ist bereits eindeutig
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eigentlich ist doch bereits seit dreißig Jahren alles gesagt: Dass wir unsere Lebensweisen nach den Kriterien der Nachhaltigkeit neu ausrichten müssen, dürfte mittlerweile im Kern nicht mehr ernsthaft befragt werden – sicher wohl aber in den Details. Alle Erkenntnisse aus der Nachhaltigkeitsdebatte stellen klar: Die menschliche Entwicklung und somit die allermeisten Lebensweisen rund um den Erdball sind in ihrer derzeitigen Ausprägung endlich. Deren Fortsetzung wird dazu führen, dass zukünftige Generationen nicht auf gleiche Weise werden leben können. Diese schmerzliche Erkenntnis ist sicherlich zunächst einmal ein wirklich herber Verlust bei all den unglaublich bereichernden, schönen, Menschen verbindenden und Vielfalt vermehrenden Errungenschaften, die allein die Ausweitung der globalen Mobilität oder die in einigen Teilen der Welt erreichte, praktisch grenzlose Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln und Sachgegenständen mit sich führte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist jetzt die Zeit gekommen, zu klären, wie wir diese Transformation so angehen, dass sie einerseits die hier nötige Wirkkraft erzielt und andererseits wir Wege finden, bedeutende Errungenschaften zu bewahren. Das gilt für alle Bereiche unserer Gesellschaften und so auch für die künstlerische Praxis und die Kulturvermittlung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Pandemie als Erfahrungswert
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die bald zwei Jahre andauernde Covid-Pandemie zwang uns kennenzulernen, was es bedeutet, das bisherige Handeln in so vielen Facetten neu zu denken und anzugehen – auch wenn wir selbstverständlich alles darum geben würden, dieses Erlebnis und das damit verbundene Experiment mit unseren Gesellschaften wäre nie geschehen. Wir alle mussten erleben, wie von oben verordneten Beschränkungen enormen Ausmaßes zur Bewältigung einer solchen Krise aussehen können: einerseits Fremdbestimmung und zugleich eine klare finanziell untermauerte Entscheidung unglaublicher Größenordnung seitens der politischen Entscheidungsträger.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier und da ist es zwar gelungen, mit Kreativität und Erfinder*innengeist alternative Lösungen zu finden, trotz der nötigen Einschränkungen weiter zu machen. Und gerade im Zusammenhang mit digitalen Ansätzen wurden so auch neue Wege zu arbeiten, zu präsentieren oder auch teilhaben zu lassen gefunden, die nun Bestandteil der beginnenden Post-Pandemie-Zeit werden könnten. Man könnte hier in Teilen geradezu von einem Innovationsschub sprechen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch ist ebenso klar: das Erleben von Verlusten und Verboten war für alle Menschen weitgehend unfreiwillig und begleitet mit Sorgen, Ängsten vor Bedrohung, Verlust, Veränderung und weiteren Existenz bedrohenden Faktoren. Ein Ansatz, der aus der Not der Pandemie heraus begründet ist, keineswegs aber unserem demokratischen, freiheitlich denkenden Grundverständnis und dem damit verbundenen eigenständigen Denken und Entscheiden der einzelnen Bürger*innen entspricht. Die Akzeptanz und Verinnerlichung des neuen Handelns und des Umgangs mit Verlust bisheriger Freiheiten bedarf über Not-Entscheidungen hinaus weit mehr Bottom up-Ansätze. Zudem konnten wir alle auch erleben, welche Möglichkeiten zum Wandel – gar auch zum unmittelbaren Wandel – sich bieten, wenn die politischen Entscheidungsträger entschlossen und umfassend einen Transformationsprozess begleiten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Geht Nachhaltigkeit ohne Einschränkungen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So anders die Covid-Pandemie in vielen Dingen im Vergleich zur Nachhaltigkeitsdebatte ist, so sehr gibt es aber auch eindeutige Bezugspunkte, die es nun zu nutzen gilt, die Transformation unserer Gesellschaft endlich und richtig anzugehen. Das Erleben von kurzfristigen Verordnungen durch den Staat und massive Einschränkungen sich (gerade auch international) frei bewegen zu dürfen, war sicherlich von eindrücklich verlustbezogener Erfahrung. Aus Sicht der Nachhaltigkeitsdebatte würde es womöglich Sinn machen, diese pandemiebedingten Mobilitäts-Einschränkungen beizubehalten. So sehr uns ein solcher Gedanke widerstrebt und gerade auch der gesellschaftspolitischen Relevanz des internationalen Kulturaustauschs widerspricht: was bedeutet es, diese Erfahrungen zu nutzen und einzuspeisen in die nun anstehende Transformation hin zu einem nachhaltigen Lebensstil? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Denn paradoxerweise befinden wir uns derzeit auch an einem Punkt, wo es einerseits mit verständlichen Argumenten einzufordern gilt, dass wir nach so vielen Monaten pandemiebedingter Einschränkungen das Recht haben müssen, zu unseren alten Gewohnheiten, beispielsweise der umfangreichen Mobilität, zurückzukehren. Die akute Situation scheint uns das Recht zu geben, nun auch akut erlebte Verluste wieder zu mindern: Jetzt hier in der Gegenwart und ebenso in der Zukunft. So wäre Verantwortung gegenüber den Mitmenschen gezeigt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Andererseits gilt es, die Pandemie als Zäsur zu betrachten, die es zu nutzen gilt, den Neustart innerhalb einer neuen Normalität, sprich einer der Nachhaltigkeit verpflichteten Transformation, auszurichten. Wenn diese Transformation doch so schwerfällt, ist nicht jetzt der bestmögliche Zeitpunkt dazu? Kann nicht diese Situation eines Neustarts helfen, die gegenwärtigen Bedürfnisse mit den Bedürfnissen der zukünftigen Generationen zusammenzubringen und somit auch in unser Verantwortungsgefühl die Nachhaltigkeit mit einzubeziehen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Schutz der Künste nötig? 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Doch wie steht es innerhalb dieses Dilemmas um die Künste? Ist es wirklich so, dass unsere künstlerische Praxis eine Repräsentantin der Nicht-Nachhaltigkeit darstellt und somit als Gegenteil von Zukunftsfähigkeit zu bewerten ist? Stellten wir doch an anderen Stellen wiederholt fest, wie wichtig die künstlerische Praxis für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaften sei. Sprich: Was an unserer künstlerischen Praxis gilt es, als Teil der bahnbrechenden Erkenntnisse der menschlichen Zivilisation auch gegen die Bedarfe eines globalen Klimaschutzes zu schützen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Welche Argumente würden eine klimabedingte Beschränkung der Freiheit der Künste rechtfertigen? Allein das hier zu schreiben, wirkt bereits paradox, doch es wird deutlich, dass einerseits der globale Klimaschutz einen Wandel, eine Abkehr, ein Weniger als bisher von uns begründet abverlangt und verlangen muss. Wenn wir alle nur ein bisschen klima-neutraler werden, dann genügt dies keineswegs, so die klare Erkenntnis. Doch wie bringen wir dieses Wissen zusammen damit, dass die künstlerische Praxis und damit einhergehend auch die Kulturvermittlung in ihrer Freiheit geschützt und bewahrt werden müssen? Denn sonst würden wir das ihr innewohnende Potenzial in nicht abzuschätzender Weise beschneiden. Wie bringen wir Bewahren und Verändern produktiv und nicht einschränkend zusammen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            So, wie in vielen Bereichen des Lebens, gibt es bereits auch erste Ansätze darin, künstlerische Praxis entlang der Kriterien des nachhaltigen Lebens zu organisieren. Doch wie stellen wir sicher, dass an dieser Stelle nicht höhere Kosten die Kreativität ausbremsen? Welche zusätzlichen Förderansätze braucht es deshalb für die künstlerische Praxis und die Kulturvermittlung? Auch hier gibt es mit den wohl eher in der Schublade verschollenen „Konzeptgedanken zu einem Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit“ von Adrienne Göhler erste Ansätze. Womöglich wurden sie auch innerhalb des eigenartigerweise bereits wieder ausgelaufenen „Fonds Nachhaltigkeitskultur“ aufgegriffen. Und welche Förderung braucht es hier auch in globaler Perspektive? Ebenso wie der Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen völkerrechtlich verankert auch zu einer globalen Gemeinschaftsaufgabe formuliert wurde.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Begleitend stellt sich die dringliche Frage, was nachteilig mit der Qualität der künstlerischen Praxis passiert, wenn Nachhaltigkeitskriterien zu weniger internationalem Austausch, weniger Inspirationsmomenten, weniger Koproduktionen, weniger künstlerisch-inhaltlich geleiteten Entscheidungen für die Beteiligung von Künstler*innen aus anderen Weltregionen oder für Produktionsorte in entlegenen Teilen der Welt führen, weil beispielweise die Mobilität per Flugzeug geächtet wurde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ausnahmeregelung für Kultur?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kann hier eine besondere Form der „Exception Culturelle“, wie sie für den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen im Kontext der globalen Wirtschaftsbeziehungen formuliert wurde, ein Schlüssel sein? Doch wie weit kann eine derartige Ausnahmeregelung für die Besonderheiten der Kultur greifen? Einerseits sprechen Argumente für eine ungezügelte Ressourcennutzung von künstlerischer Praxis für die Wahrung von uneingeschränkter Kunstfreiheit und damit Wirkungsfreiheit. Die Systemrelevanz von künstlerischer Praxis liegt ja gerade darin, unsere Gesellschaft produktiv zu begleiten und zu hinterfragen. Doch gehören im Zuge der daraus erwachsenen gesellschaftspolitischen Verantwortung, Vorbild und Vorreiter zu sein, auch die Produktionsbedingungen und deren Vorbildfunktion für sowohl das Privatleben als auch andere gesellschaftliche Bereiche hinzugezogen in das Handeln, welches Teil eines entschieden nachhaltigen Lebensstils sein muss. Kunst ist ja bereits heute nicht völlig frei; heutzutage würde kaum jemand hinterfragen, dass Tierquälerei aus der Freiheit der Kunst ausgenommen ist. Was macht es also, wenn die künstlerische Praxis noch ein Stück unfreier wird, weil die Freiheiten der zukünftigen Generation gleichwertig wichtig sind wie unsere Freiheiten hier und jetzt? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch was passiert mit unserer künstlerischen Praxis, wenn der gesamte Zyklus von Entwurf, Produktion, Distribution bis zur Entsorgung umfassend klimaneutral ausgerichtet werden würden? Wie können wir daraus entstehende Defizite auffangen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Neue Ansätze
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Neue Ansätze liefert uns hier eine relativ junge Fachdisziplin: das Transformationsdesign. Hier wird unter anderem erforscht, wie es dennoch gelingt, eine Praxis zu bewahren oder sie guten Gewissens zu verändern, ohne dass ein wirklicher Verlust der inhaltlichen Zielsetzung entsteht. Die Architektur hat innerhalb der Denkmalpflege durchaus Antworten darauf gefunden, wie Bewahren und Verändern zusammenzubringen sind. Sei es, dass Thermo-Verglasungen auch in einem denkmalgeschützten Gebäude möglich sind oder dass moderne Architektur an denkmalgeschützte Architektur anschließen kann, ohne deren Formensprache grundlegend negativ zu beeinflussen. Was können wir daraus für die künstlerische Praxis lernen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Apropos Lernen: Wissen zu teilen, ist ja bekanntlich Bestandteil des Sharing-Gedankens innerhalber der Nachhaltigkeitskonzepte. Gerade an dieser Stelle gilt es erneut, den großen Wert eines lebendigen internationalen Austauschs und internationaler Koproduktionen nicht außer Acht zu lassen, um Inspirationen von einem Winkel der Erde an einem anderen zu neuen lokal passgenauen Konzepten zu verhelfen. Denn sicherlich hat auch die Nachhaltigkeitsdebatte erkannt, dass es keine universellen Lösungskonzepte gibt, die ohne jegliche lokale Einfassung eine lokale Wirkkraft und Zustimmung erfahren werden. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autor
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 10 Jan 2022 19:17:21 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Kultur im Klimawandel</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Resilienz, Gesundheit und Transformation
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Christine Fuchs
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           13. Dezember 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schon immer haben sich Kunst und Kultur mit den Herausforderungen ihrer Zeit beschäftigt, haben wesentliche Antworten auf sie gefunden und die Epochen geprägt. Die größte Herausforderung unserer Zeit ist der Klimawandel. Dieser Beitrag will auf Potenziale von Kunst und Kultur im menschengemachten Klimawandel hinweisen. Kunst und Kultur werden in belastenden Zeiten ganz besonders wichtig: Sie sind wirksame Ressourcen für sozialen Zusammenhalt, Gesundheit und Resilienz.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Klimawandel – eine Herausforderung für die Kulturpolitik
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Klimawandel verändert unser Leben. Die Maßnahmen zur Anpassung wie zur Eindämmung des Klimawandels werden grundlegende Veränderungen unserer Lebensweise notwendig machen. Deutschland hat sich zur Einhaltung der Pariser Klimaziele verpflichtet, und die Kulturpolitik wird sich anpassen und neu ausrichten müssen. Dazu zählt die klimataugliche Ertüchtigung der Kultureinrichtungen und Festivals. Es wird auch noch nach Corona weniger Kulturtourismus geben und niedrigere Besucher*innenzahlen, Kulturveranstalter*innen werden sich mit ihren Klimabilanzen beschäftigen, CO2-Vorgaben und Preissteigerungen werden bisherige Kulturformate in Frage stellen und manche kulturellen Vorhaben scheitern lassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kulturpolitik wird sich zudem mit den sozialen Folgen des Klimawandels zu beschäftigen haben, die der Situation unter Corona in manchen Punkten ähneln wird. Mit den nächsten Hitzewellen, Hochwassern und Waldbränden werden auch Angst und Verunsicherung, Proteste und Polarisierung zunehmen. Die Transformation der Wirtschaft wird eine Herausforderung für Betroffene, die das Scheitern ihrer Lebensentwürfe erleben werden. Und schließlich wird der digitale Wandel die soziale Isolation verstärken und das Leben einsamer machen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturpolitik wird die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse begleiten müssen. Hierfür wird es ein Mehr an Kultur brauchen – kein Weniger. Neue Kulturformate und Programme werden nötig sein, aber auch ein Umdenken und Abschiednehmen von liebgewonnen Zielen und Strategien. Die gute Nachricht ist: Die Künste haben hierfür alles Potenzial. Sie können Menschen und Gesellschaften helfen, Krisen zu überstehen und sich an neue Lebenssituationen anzupassen (Resilienz / Gesundheit). Und sie können sich in der Tradition der Avantgarden mit anderen Lebensbereichen verbinden und diese verändern (Transformation).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Potenziale der Künste
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Resilienz ist die Fähigkeit, Krisen und existentielle Herausforderungen zu bewältigen – beispielsweise, um die Stabilität von Gemeinwesen zu sichern. Alle Kulturen haben in ihren künstlerischen Traditionen Wege entwickelt und weitergegeben, die Zusammenhalt und Gemeinsinn fördern – beispielsweise in der Musik und den literarischen Sprachwerken. Sie haben Rituale und Feste geschaffen, die Stabilität und Freude in das Leben bringen und im gemeinschaftlichen Erleben Sicherheit schaffen. Kunst und Kultur sind entscheidende Resilienzfaktoren. Alle kennen die beruhigende Wirkung von Musik und Rhythmus. Ein Konzertbesuch kann eine innere Kraftquelle über Tage und Wochen sein, ein Ausstellungsbesuch die seelischen Batterien von Kunstfreund*innen aufladen und ein Ballettabend oder eine Clubnacht als Lebenselixier wirken. Kulturerleben gibt Lebenssinn und Lebensfreude, schafft Verbundenheit und dient der Regeneration von Menschen und Gemeinschaften. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gerade im Hinblick auf die mit dem Klimawandel wachsenden Herausforderungen werden die Künste und die Kultur als Resilienz stärkende Ressource immer wichtiger. Kultur ist auch in diesem Sinn Orientierungssystem. Gesundheit hat eine gewisse Nähe zur Resilienz – und zur Kultur. Denn kulturelle Teilhabe fördert die Gesundheit. Die WHO hat 2019 auf die gesundheitsfördernden Wirkungen der Künste hingewiesen und die Gesundheitseinrichtungen dazu aufgerufen, kulturelle Programme aufzunehmen (1). Kulturpolitik kann auf diese Initiativen reagieren und die Kooperation mit dem Gesundheitsbereich suchen. Sie kann sich die potenziell gesundheitsfördernden Wirkungen der Künste bewusst machen, die als heilsame „Nebenwirkungen“ die ansonsten ästhetisch wie verfassungsrechtlich freie Kunst begleiten können.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mittlerweile gibt es umfangreiche medizinische Forschung zu den heilsamen Wirkungen der Künste. So ist beispielsweise nachgewiesen, dass Literatur und kreatives Schreiben die zelluläre Immunaktivität stärken, die Wundheilung nach Operationen beschleunigen und den Immunisierungsschutz nach Impfungen verbessern (2). Empirische Studien belegen, dass Mozarts Klaviersonaten bei der postoperativen Behandlung positiv wirken (3) und bei Gesunden fördert Musikhören die Psychoimmunologie, reduziert Stressfolgen und mindert das Risiko von Herzversagen. Besonders relevant sind Kunst und Kultur im Bereich der psychischen Gesundheit. Die künstlerischen Therapien haben dieses Feld seit den 1980er Jahren fachlich ausdifferenziert und stellen ein Kompendium an heilsamen Methoden zur Verfügung, die auch präventiv wirken, zur Lebenszufriedenheit beitragen sowie Gesundheit und Resilienz fördern. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Transformation, Gestaltung und Um-Formung sind Grunddynamiken der Bildenden Kunst (wie auch anderer Disziplinen). In der Tradition der Avantgarden bezieht die Kunst außerkünstlerische Bereiche ein, meist getragen von der Idee, die Kunst ins Leben zu erweitern, sie gesellschaftlich wirksam werden zu lassen. In dem großen Feld der engagierten Kunst finden sich unzählige Lösungen und Modelle zur Transformation unserer Gesellschaft hin zu Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Gerechtigkeit. Kunstausstellungen, Biennalen und Kunstkataloge sind voll von künstlerischen Projekten zur nachhaltigen Entwicklung. Ihre praktische Anwendung scheitert jedoch an einem zu engen Kulturfördersystem, das ressortübergreifende Förderung verhindert, statt sie zu fördern. Welche Potenziale in einer anderen und ressortübergreifenden Kulturförderung lägen, hat beispielsweise die Initiative des Fonds für Ästhetik und Nachhaltigkeit FÄN (4) hinreichend dargelegt. Die Chancen für unsere Gesellschaft liegen in zahlreichen Veränderungsimpulsen, die für den kulturellen Wandel und die Transformation wirksam werden können. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anwendungsbereiche zwischen Public-Health-Auftrag und Gesundheitsförderprogrammen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kultureinrichtungen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           haben einen Public Health-Auftrag – so sehen es zumindest die Stressforscher*innen. Vor allem in Großstädten wirkt der Besuch von Ausstellungen, Konzerten und Theateraufführungen der Vereinsamung und einem ständig wachsenden Stadtstress entgegen (5). Kultureinrichtungen können als Orte der Gesundheitsförderung verstanden und entwickelt werden. Sie geben Menschen Gelegenheit, sich zu erfreuen und Kraft zu schöpfen, Schönheit zu erleben, ihre Seele zu nähren und den Dialog zu üben. Die Resilienz stärkende Wirkung der Kultureinrichtungen wurde im Zuge der Corona-Lockdowns intensiv diskutiert, aber auch praktiziert. Einige Museen nehmen sich bereits dem Thema Gesundheitsförderung an. So gibt es mittlerweile Programme für Krebspatient*innen und Demenzkranke in Museen (Bode-Museum Berlin, Bundeskunsthalle Bonn, Städel Museum Frankfurt) sowie Kulturprogramme zur Suchtprävention (Kulturjahr Sucht in Dresden). Im Rahmen des bayernweiten Netzwerks STADTKULTUR haben bayerische Kommunen mit ihren Kultureinrichtungen Kulturprojekte zur Gesundheitsförderung und Resilienz durchgeführt, die in den deutschen Staatenbericht zur Umsetzung der UNESCO-Konvention aufgenommen und zur Weiterentwicklung empfohlen wurden (6).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturelle Bildung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            nutzt die heilsamen Wirkungen der Künste bereits in der Heilpädagogik und in der Sozialen Arbeit. Die Anwendung ließe sich auf eine allgemeine Gesundheitsförderung erweitern, und bei entsprechender Ausgestaltung der Bildungsangebote lassen sich neue Publikumsschichten erschließen. Die Bedarfe an derartigen Angeboten steigen – aktuell wegen der Corona-Folgen, aber auch für die Burnout- und Suchtprävention, in der allgemeinen Gesundheitsförderung (7) und zur Stärkung der Resilienz.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturförderung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            und Gesundheitsförderung könnten zusammenwirken und neue Formate und Angebote entwickeln. Eine ressortübergreifende Förderung wäre darüber hinaus auch in anderen Lebensbereichen sinnvoll, in denen die Künste Ansätze und Vorhaben in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln und wertvolle Impulse geben. Kulturpolitik sollte sich für mehrperspektivische, ressortübergreifende Fördermodelle und Zusammenarbeit einsetzen (4) – und das möglichst auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ästhetik der Nachhaltigkeit
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Vor 20 Jahren hat das legendäre Tutzinger Manifest die Kulturpolitik aufgefordert, die Ästhetik in die Nachhaltigkeitsagenda einzubeziehen. Die Kulturpolitik ist an dieser Herausforderung gescheitert. Sie hat keine eigene Position zur Ökologie gefunden – weder zum Klima noch zur Natur. Warum ist die Ästhetik der Nachhaltigkeit kein Thema der Kulturpolitik geworden? Obwohl viele Künstler*innen und Kulturschaffende sich für Natur und Klima engagieren, wurde die Nachhaltigkeit kein strategisches Konzept, sondern blieb auf Einzelprojekte und Initiativen der Kulturellen Bildung beschränkt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Vielleicht liegt es daran, dass Nachhaltigkeit als ökonomisches Bilanzierungsprinzip beim Kunstschaffen allenfalls ein Werkzeug unter vielen sein kann. Künstlerische Arbeitsweise hat auch mit Fülle, Überfluss oder Verschwendung zu tun. Sie braucht das Experiment, das Scheitern, den erneuten Versuch, den Zweifel. Ob in diesen Prozessen ein Werk glückt, ob es ein großes Werk wird und eine besondere Wirkung entfaltet, das ist alles nicht vorherzusehen. Im künstlerischen Methodenkoffer kann Nachhaltigkeit zwar ein Werkzeug, doch keinesfalls der Maßstab sein. Denn das Wesentliche eines Kunstwerks ist immateriell – nicht materiell. Daher sind Materialverbrauch und CO2-Bilanzen keine Kriterien, die sich in Beziehung zu Inhalt und Qualität von Kunst setzen lassen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das bedeutet jedoch nicht, dass Künstler*innen nichts zur Nachhaltigkeit beitragen können. Ganz im Gegenteil! Wie oben gezeigt, liegen die Potenziale der Kunst im Hinblick auf Nachhaltigkeit im Wesentlichen darin, dass sie mit ihren Werken zur Resilienz und Gesundheit der Menschen und Gemeinschaften beitragen. Und sie liegen in den künstlerischen Arbeitsweisen, die mit ästhetischen Mitteln Welt gestalten und damit auch Denk- und Handlungsmuster verändern und zur Transformation in Richtung Nachhaltigkeit beitragen können. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Neue Leitmotive 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kultur im Klimawandel kommt die Aufgabe zu, sich selbst – also Künste und Kulturen – als Lebenstechnik zu begreifen und ins Spiel zu bringen. Der hier unternommene Versuch, Kunst und Kultur mit Gesundheit und Resilienz zusammenzudenken, ist von dem Wunsch getragen, das Lebendige, die Lebewesen, stärker in den Blick zu nehmen, die Wechselwirkungen zur Umwelt zu beachten und ihnen Raum zu geben. Lebewesen – Menschen zum Beispiel - sind sterblich. Sie können krank und wieder gesund werden. Auch unser Planet ist keine Maschine, sondern ein Organismus. Er wird von Lebewesen bewohnt. Die Erde hat Fieber – und Technik allein wird nicht ausreichen, es wieder zu senken. Da die Klimakrise Folge der rasanten technischen Entwicklung ist und ein Problem nur selten mit den gleichen Mitteln gelöst werden kann, die es hervorgebracht haben – wie Albert Einstein sagte. Auf der Suche nach dem notwendigen Kulturwandel für die „große Transformation“ (8) schlage ich daher vor, über Kulturen der Regeneration und Kulturen des Gesundens nachzudenken. Gesundheit und Resilienz sind Motive, die positiv in die Zukunft weisen. Sie könnten einen gedanklichen Möglichkeitsraum öffnen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Quellen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (1) Östlin, Piroska (2019): Lassen sich durch Tanzen Gesundheit und Wohlbefinden verbessern?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="http://www.euro.who.int/de/media-centre/sections/press-releases/2019/can-you-dance-your-way-to-better-health-and-well-being-for-the-first-time,-who-studies-the-link-between-arts-and-health" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (2) Schubert, Christian (2019): Bewusstwerdung als Heilung – die Wirkungen künstlerischen Tuns auf das Immunsystem. In: von Spreti, Flora / Matrius, Phillip / Steger, Florian (Hrsg.): KunstTherapie – Wirkung, Handwerk, Praxis (78). Stuttgart: Schattauer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (3) Schubert, Christian (2019): Bewusstwerdung als Heilung – die Wirkungen künstlerischen Tuns auf das Immunsystem. In: von Spreti, Flora / Matrius, Phillip / Steger, Florian (Hrsg.): KunstTherapie – Wirkung, Handwerk, Praxis (82). Stuttgart: Schattauer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (4) Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit – FÄN,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.fonds-aesthetik-und-nachhaltigkeit.de/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (5) Adli, Mazda (2017): Stress and the City. Und warum sie trotzdem gut für uns sind. München: C. Bertelsmann Verlag.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (6) Auswärtiges Amt (2020): Dritter Staatenbericht zur Umsetzung der UNESCO-Konvention (22-25),
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.unesco.de/sites/default/files/2021-03/3.%20Staatenbericht%20%282020%29%20DEU.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (7) Fuchs, Christine (2020); „Ich mach dich gesund…”: Kulturelle Bildung und Gesundheitsförderung. In: Kulturelle Bildung Online,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kubi-online.de/artikel/ich-mach-dich-gesund-kulturelle-bildung-gesundheitsfoerderung" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ; Fuchs, Christine (2021) Gesund mit Kunst? – Ein neues Handlungsfeld in der Kulturellen Bildung. Veröffentlichtes Vortragsmanuskript – Lab-Symposium zu Kultur und Gesundheit, Gasteig Kulturstiftung München,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://stadtkultur-bayern.de/attachments/article/33/2021_11_06_Gesund%20mit%20Kunst%20%20Ein%20neues%20Handlungsfeld%20in%20der%20Kulturellen%20Bildung.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           . 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (8) Schneidewind, Uwe (2018): Die große Transformation. Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels, Frankfurt am Main: Fischer Verlage.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 13 Dec 2021 08:07:49 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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    </item>
    <item>
      <title>Practice what you preach</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nicola Bramkamp
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6. Dezember 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Stillstand der Kultur in der Pandemie war ein Schock, er hat viele Künstler*innen existentiell getroffen und das Selbstbewusstsein einer ganzen Szene erschüttert. Schnell wurde ein Hilfsprogramm entwickelt, das diese dramatische Entwicklung abfederte und dessen Weiterführung nun im neuen Koalitionsvertrag verabredet wurde. Es trägt den sprechenden Namen „Neustart Kultur“. Doch wie kann dieser nachhaltig gelingen?
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seit 2014 bringen wir bei SAVE THE WORLD Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zusammen, um mit den Mitteln der Kunst eine breite Öffentlichkeit für globale Zusammenhänge und komplexe Inhalte zu begeistern. Auf diese Weise entstehen verschiedenste künstlerische Formate, die sich sinnlich, provokant, humorvoll mit den Nachhaltigkeitszielen der UN auseinandersetzen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Seit einigen Jahren fragen wir uns aber: Müssen wir, um glaubwürdig zu sein nicht noch einen Schritt weitergehen? Die ästhetische und inhaltliche Auseinandersetzung auf der Bühne ist wichtig, aber auch die Haltung und der gesamte Prozess dahinter gehört mit in das Paket, und zwar unter sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Neustart Kultur nachhaltig
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Klar ist, dass unsere Gesellschaft in Gänze klimaneutral werden muss und das möglichst bis 2035. Diese Messlatte kann kein Sektor unterlaufen, auch nicht die Kultur. Die Grundvoraussetzung dafür: Analyse und Reflektion. Wir brauchen belastbare Daten, die uns zeigen, wo die großen Klimakiller im Kulturbereich zu finden sind, um diese dann zu reformieren. Denn: „What you measure you can manage“.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Pilotprojekt „Klimabilanzierung in Kulturinstitutionen“ (1) der Kulturstiftung des Bundes hat deutlich gemacht, dass die Theater mit ihren Produktionsweisen Teil des Problems sind. Im Schnitt bilanzierten die Häuser 1073 Tonnen Treibhausgasausstoß für 2019. Das entspricht aktuell dem Verbrauch von 224 Menschen pro Jahr (der weltweite Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 4,8 Tonnen). Für das Ziel der Klimaneutralität müssen wir Menschen jedoch unter einer Tonne pro Jahr verbrauchen. Wir müssen handeln, jeder, jetzt!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Practice what you preach
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ist daher die Losung der Stunde. Denn gemessen werden wir nicht nur an dem, was wir auf der Bühne predigen, sondern auch an dem, wie wir uns hinter den Kulissen verhalten. Das Bewusstsein und die Sensibilität dafür nehmen stark zu. Kunst muss Grenzen überschreiten dürfen. Aber Kunst muss sich auch die Frage gefallen lassen, ob es z.B. notwendig und sinnvoll ist, mit einem Bühnenbild aus riesigen, transparenten und extra gefertigten Plastikobjekten auf die Vermüllung der Meere anzuspielen. Vor allem dann, wenn der Regisseur in der Eröffnungsrede explizit die Klimakatastrophe anspricht. So geschehen bei den Salzburger Festspielen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturpolitische Strategien zur ökosozialen Transformation
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eine nachhaltige Reform der Theater ist komplex, die Klimabilanzierung hat gezeigt, dass es viele Bereiche gibt, die wir nun reformieren müssen: die Gebäudestruktur, den Material- und Energieverbrauch, die Mobilität der Künstler*innen und Zuschauer sowie die Verknüpfung mit den vielfältigen Bereichen gesellschaftlicher Infrastruktur.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Einiges ist in der Reflexionsphase der Pandemie in Bewegung gekommen, aber wir stehen erst am Anfang. In der ersten Arbeitsfassung der vom „Fonds Darstellende Künste“ beauftragten Studie „Förderung von Nachhaltigkeit“ von Maximilian Haas und Sandra Umathum (2) wird deutlich, dass die „politischen Strategien zur ökosozialen Transformation dieser Infrastruktur (…) zumeist weder spezifisch gefördert noch systematisch unterstützt werden. Sie werden vielmehr von engagierten Akteur*innen des Felds umgesetzt, die sich neben ihrer eigentlichen Arbeit in AGs organisieren. Dies ist insofern untragbar, als der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen durch Artikel 20a des Grundgesetzes, das deutsche Klimaschutzgesetz und den European Green Deal als Ziel staatlichen Handelns fest verbürgt ist. Dies muss sich künftig auch in der öffentlichen Förderung von Nachhaltigkeitsinitiativen (…) abbilden.“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Professionalisierung &amp;amp; Orchestrierung der neu entstandenen Initiativen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es ist existentiell notwendig, dass die begonnene Transformation und ihre Akteure ihre Arbeit professionalisieren können und sich deren Engagement so auch strukturell abbilden lässt. Wir brauchen weitere Pilotprojekte,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           best practice
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Beispiele und die Unterstützung, Vernetzung und Orchestrierung der vielen neuentstandenen Initiativen. Adrienne Goehler hat eindrücklich erläutert, dass eine nachhaltige Transformation nur gelingen kann, wenn wir kulturpolitisch größer denken und begreifen, „dass die bisherige kurzlebige Kulturproduktion und ihre Fördermodalitäten Nachhaltigkeit in der Kunst verunmöglichen.“ (3)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ökologisch nachhaltige Produktionen sind zeitaufwendiger, geben mehr Geld für Personal und weniger für Materialien aus. „Dies muss sich auch in den Förderrichtlinien und -programmen abbilden: Mag die Sachmittelförderung zum initialen Aufbau nachhaltiger Strukturen sinnvoll sein, sollte der Fokus der Förderung klar auf Personen liegen. Diese müssen freilich auch in Sachen nachhaltiger Produktion informiert, unterstützt, vernetzt und weitergebildet werden. Hierzu sind Angebote wie das Theatre Green Book, das KSB-Pilotprojekt und die Veranstaltungen und Weiterbildungen des Aktionsnetzwerks Nachhaltigkeit vonnöten.“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch mit Blick auf die Institutionen ist eine Investition in Personen absolut sinnvoll. In seiner Arbeit „Bühnenbild &amp;amp; Nachhaltigkeit“ zeigt Ralph Zeger (4), dass wir vor allem bei den Materialkreisläufen wichtige Fortschritte machen können, wenn wir die Lager digitalisieren und effektiver verwalten, sich Produktionen untereinander austauschen und Bedarfe abgleichen sowie Werkstattkapazitäten nicht nur singulär nutzen, sondern auch der freien Szene zur Verfügung stellen. Aber wer soll – mit Blick auf die Mehrbelastung durch die Pandemie – diese Arbeit noch zusätzlich leisten können?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zielvereinbarungen mit nachhaltiger Perspektive
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wir brauchen Zielvereinbarungen mit der Kulturpolitik. So lange das „schneller, höher weiter“, solange Auslastungszahlen und Einnahmen die entscheidende Maßgabe der Kulturpolitik sind, wird es keine Veränderung geben können. Der Blick nach England und die dortigen Aktivitäten des Art Councils zeigen uns, wie effektiv nachhaltige Kulturförderung gelingen kann. Allerdings haben wir mit unserer föderalen Struktur komplexere Voraussetzungen. „Es bräuchte eine koordinierte Initiative von Bund, Ländern und Kommunen, um tragfähige Nachhaltigkeitskriterien – allgemein, kontextsensibel und fair“ (Haas/Umathum) zu etablieren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Pandemie macht ein physisches Treffen in Tutzing aktuell leider unmöglich. Das Nachdenken, der Austausch und der gemeinsame Dialog von Politik, Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft - achtsam und solidarisch geführt - sind wichtiger denn je. Gemeinsam werden wir neue Wege beschreiten und Lösungen finden, davon bin ich überzeugt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             ﻿
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
        
            Quellen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (1) Vgl. Kulturstiftung des Bundes (2021): Klimabilanzen in Kulturinstitutionen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/fileadmin/user_upload/Klimabilanzen/210526_KSB_Klimabilanzen_Publikation.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (2) Dem Verweis auf die Arbeitsfassung der Studie stimmten freundlicherweise der „Fonds Darstellende Künste“ und die Autor*innen zu.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.fonds-daku.de/foerderung-von-nachhaltigkeit/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (3) Vgl. hierzu den Blogbeitrag
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tutzinger Manifest reloaded
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            von Adrienne Göhler auf dieser Website
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kulturagenda2030.de/tutzinger-manifest-reloaded" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (4) Vgl. zur Abschlussarbeit
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bühnenbild und ökologische Nachhaltigkeit
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            in der Weiterbildung Theater- und Musikmanagement an der LMU München und zur Person Ralph Zeger.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.ralphzeger.de/_files/ugd/3f99ee_c0c133fee63a436bbdbd9e84c6f55115.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 06 Dec 2021 07:18:49 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Ökologische Kulturpolitik</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sylvia Amann
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           29. November 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die ökologische Transformation, der Grüne Deal, der Klimaschutz sind in aller Munde – auch im Kultursektor. Allerdings besteht eine große Divergenz zwischen den zahlreichen und vielfältigen Bekenntnissen zur Ökologie und tatsächlichen Umsetzungsschritten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wertesystem eines Öko-Kultur-Politik-Systems
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aus welchen Bausteinen besteht ein Öko-Kultur-Politik-System ist eine grundlegende Frage zur Entwicklung dieses Politikfeldes. Grundsätzlich unterscheidet sich eine ökologische Kulturpolitik primär nicht von beispielsweise dem Politikfeld Innovation. Ein maßgeblicher Unterschied zu einer ökologischen Kulturpolitik liegt allerdings darin, dass sich die Innovationspolitik im existierenden Wertekanon wie u.a. der Konsumorientierung und der bestehenden Haltung zur Ressourcennutzung bewegt. Die ökologische Kulturpolitik geht darüber hinaus. Sie müsste sich im Klaren werden, welche Aktivitäten eine (allfällige auch intensive) Ressourcennutzung für Gesellschaft und/oder Wirtschaft noch rechtfertigen. Die dahinter schwerer wiegende Frage besteht darin, welche - auch kulturellen und künstlerischen Aktivitäten - eine intensive Ressourcennutzung nicht mehr rechtfertigen und damit allfällig auch nicht mehr von öffentlicher Kulturförderung profitieren sollen bzw. sogar ordnungspolitisch wie beispielsweise die Mobilität eingeschränkt werden sollten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ressourceneinsatz für alle Handlungsalternativen kritisch beleuchten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Alternativen zur Mobilität aus der digitalen Welt sind im Hinblick auf Ressourcenverwendung nicht viel schonender (BBC 2020). Und wiegen die Mehrwerte, wie Begegnung, künstlerische Inspiration, interkontinentale Solidarität und Verständnis für globale Zusammengehörigkeit mehr als der verursachte CO2-Ausstoß? Und wie wirken sich diese Entscheidungen auf die kulturellen Rechte und gleichberechtigte Teilhabe sowie den Zugang zu Absatzmärkten für Kreativleistungen weltweit aus? Eine ähnliche Diskussion kann auch im Hinblick auf neue Kulturbauten geführt werden. Argumentiert könnte diesbezüglich auch werden, dass die Architektur im Sinne des ökologischen Bauens gerade auch an Kulturbauten anschaulich darstellen könnte, wie ressourcenminimierende Bauprojekte umgesetzt werden. Die EU-Initiative New European Bauhaus (Europäische Kommission 2021) bewegt sich u.a. auf dieser Argumentationslinie. Argumentationslinien sind aber noch keine wertebasierten Referenzrahmen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bürger*innen-Kulturpolitik vs. Besucher*innen-Kulturpolitik
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Teilhabe ist ein weiteres Schlüsselelement für eine erfolgreiche ökologische Kulturpolitik und damit stellt sich die Frage, wen ein solches Politikfeld adressieren soll. Die „traditionelle“ Kulturpolitik spricht in der Regel von Besucher*innen und Nicht-Besucher*innen. Diesbezüglich wurde umfassend in das sog. Audience Development investiert (u. a. Europäische Kommission 2014). Dieser löbliche Ansatz mit einem primären Fokus auf Besucher*innen scheint aber für eine ökologische Kulturpolitik zu kurz gegriffen. Eine bessere Zielgruppe sind die Bürger*innen bzw. Bewohner*innen eines bestimmten Territoriums und damit ein territorial spezifischer Ansatz, da die ökologische Transformation einen Kulturwandel der sowohl transversal – alle gesellschaftlichen Akteur*innen sind betroffen – als auch ortspezifisch fordert.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Kultur für eine erfolgreiche Transformation
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein Wandel ist außerdem niemals eine technische, technologische oder wirtschaftliche Fragestellung allein und muss deshalb kulturell beispielsweise durch Diskurs, aber auch experimentell begleitet werden. Die Kultursektoren und die Kunst sind prädestiniert, mit ihren Mitteln der Ästhetik und des Kulturerbes diesen Kulturwandel zu begleiten. Ein anschauliches Beispiel stellt die Vorplatzgestaltung des Haupteingangs des estnischen Nationalmuseums in Tartu dar (Estonian National Museum Tartu, 2016), die Großteils auf natürliche Wiesen statt dem erwartbaren Rasen setzt. Dieses Beispiel hat sowohl eine ästhetische Dimension und hat das Potenzial alltägliches Handeln zu verändern.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ökologische Kulturpolitik auf lokaler Ebene – ein Praxisbeispiel
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ökologische Kulturpolitik müsste sich demnach allen Bürger*innen öffnen. Dafür wären neue Unterstützungsmechanismen notwendig und auch eine neue Art der Governance. Sie müsste dafür sorgen, dass es einen breiten inhaltlichen Diskurs gibt, der für einen Großteil der Bevölkerung zugänglich, erfahrbar und aktiv mitgestaltbar ist. Integrative, cross-sektorale Kultur- und Stadtteilpolitiken könnten u. a. diesbezüglich interessante Referenzansätze für nationale und EU-Kulturpolitik darstellen. Ein diesbezüglich vielversprechendes Modell setzt beispielsweise die Stadt Halandri in Griechenland seit dem Jahr 2020 um, das die Zugänglichmachung eines wichtigen antiken Erbes mit einem partizipativen Ansatz mit der lokalen Bevölkerung im Themenfeld Gemeingut Wasser kombiniert.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Stereotypen überwinden und Fokus verbreitern
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dieses Aufbrechen von sektoralen Betrachtungsweisen und die massive Intensivierung der cross-sektoralen Zusammenarbeit sind deshalb gerade für eine ökologische Kulturpolitik und die diesbezüglichen Unterstützungsmaßnahmen unerlässlich. Ökologische Kulturpolitik sollte sich weg von eingefahrenen Vorstellungen und Stereotypen bewegen. Dies wird besonders deutlich im Hinblick auf die Natur oder auch den als ökologisch intakt empfundenen sogenannten ländlichen Raum (Amann, Sylvia 2018). Eine neue ökologische Kulturpolitik wäre demnach auch wichtig im Hinblick auf einen Diskurs, der über die technischen Anpassungen hinausgeht. Aktivitäten und Projekte wie Green Events (Bundesministerium für Umwelt 2021), Green Screens (INTERREG EUROPE 2017), Green Museums (NEMO 2021) sind erprobt und diesbezüglich kann man sich auf Referenzpraxen beziehen und rasch einer breiten Umsetzung zuführen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mensch-Natur-Beziehung als Schwerpunktthema
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eine ökologische Kulturpolitik sollte sich darüber hinaus stärker auf die breiteren und grundlegenderen Debatten konzentrieren, wie u. a. auf die Mensch-Natur-Beziehung. Gerne wird die Natur in Opposition zur Kultur gesetzt oder andersherum argumentiert, das Ideal der intakten Natur beschworen, die durch menschliche Eingriffe und Aktivitäten nicht weiter zerstört (oder gestaltet) werden darf. Interessante weiterführende Überlegungen des französischen Philosophen Baptiste Morizot umfassen das Selbstverständnis des Menschen, der sich wiederum als integraler Teil der Natur begreifen sollte. Aus der Opposition Mensch-Natur würde dadurch ein „Wir“ (wieder) entstehen (Morizot, Baptiste 2020).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ökologische Alltagskultur unterstützen – eine Bildungsaufgabe
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein weiteres thematisches Feld mit hoher Relevanz für eine ökologische Kulturpolitik ist der gesamte Bereich der Alltagskultur. Beispielsweise das
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="/site/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57cnull?preview=true&amp;amp;nee=true&amp;amp;showOriginal=true&amp;amp;dm_checkSync=1&amp;amp;dm_try_mode=true&amp;amp;preview=true&amp;amp;nee=true&amp;amp;showOriginal=true&amp;amp;dm_checkSync=1&amp;amp;dm_try_mode=true&amp;amp;dm_device=desktop" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           ÖKOLOG-Netzwerk
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            des österreichischen Bildungsministeriums (Bundesministerium für Bildung 2021) möchte Schulen und Lehrer*innen auf ihrem Weg in eine neue ökologische Alltagskultur unterstützen - eine sehr positive Initiative, da sie Schüler*innen die Ökologie als transversale Aufgabe in allen Lebensbereichen vermittelt. Die Bildungsangebote der Initiative decken breit die verschiedensten ökologischen Fragestellungen und Ansatzpunkte, die in Schulen umgesetzt werden können, ab. Die Verknüpfung mit der kulturellen und künstlerischen Dimension des Wandels bleibt allerdings noch sehr eingeschränkt in den Angeboten der Plattform sichtbar.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Leitsätze einer ökologischen Kulturpolitik
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine neue Kulturpolitik für das 21. Jahrhundert muss eine ökologische Kulturpolitik sein. Alle Politikfelder müssen den ökologischen Erfordernissen und den Rahmenbedingungen durch den Klimawandel angepasst werden. Das betrifft das gesamte Kultur-Öko-System. Und wie die US-amerikanische Autorin Naomi Klein bereits 2015 treffend formuliert hatte „This changes everything“. Für Entscheider*innen im Kulturbereich würde es demnach zu kurz greifen beispielsweise ein einziges Förderprogramm für grünen Wandel aufzulegen, sondern es müssen das gesamte Fördersystem und alle Unterstützungsmaßnahmen ökologischen Anforderungen angepasst werden. Fünf Leitsätze sollten das diesbezügliche Handeln der Kulturpolitik und -verwaltung bestimmen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Werte
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Ökologische Kulturpolitik stellt den existierenden Wertekanon in Frage. Sie ist deshalb ein politisches Unterfangen und verlangt von Kulturverwaltungen und -politik Bereitschaft für Visionen und Experiment..
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Breite
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Ökologische Kulturpolitik muss sich den Bürger*innen in ihrer Gesamtheit stellen, um zum notwendigen Wandel beizutragen. Die Orientierung auf Besucher*innen greift zu kurz. Das territoriale Umfeld ist wesentlich und maßgeblich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Inhalte
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Ökologische Kulturpolitik geht über einen Technologiewandel hinaus. Sie hat eine zentrale Rolle, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Debatten und demokratischen Zugang zu ökologisch-relevanten Themen ermöglichen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Natur
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Ökologische Kulturpolitik sollte zentrale Themen für die Ökologisierung aufgreifen. Dazu gehört der integrative Ansatz der Mensch-Natur-Beziehung und die Überwindung diesbezüglicher stereotypischer Argumentarien und Handlungsweisen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jetzt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Ökologische Kulturpolitik muss umgehend handeln. Die Umsetzung beinhaltet die Ökologisierung der Kultur-Öko-Systeme mit technischen Vorgaben, modernisierte Förderprogrammen und Unterstützungsmaßnahmen und eine Vorbildfunktion der Kulturverwaltung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             ﻿
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
        
            Quellen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Amann, Sylvia (2018): Nur scheinbar Freiraum: Realitäten ländlicher Räume und ein Plädoyer für positive Veränderung mit Kulturarbeit. In: Wissensplattform Kulturelle Bildung Online:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kubi-online.de/artikel/nur-scheinbar-freiraum-realitaeten-laendlicher-raeume-plaedoyer-positive-veraenderung" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             (letzter Zugriff am: 14.09.2021).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            BBC (2020): Why your internet habits are not as clean as you think.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.bbc.com/future/article/20200305-why-your-internet-habits-are-not-as-clean-as-you-think" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (letzter Zugriff am: 18.08.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bundesministerium für Bildung (2021): ÖKOLOG-Netzwerk – Lehrgang Umweltpädagogik und Lebensqualität 2021-2023.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.oekolog.at/angebote-news/lehrgänge-und-seminare/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (letzter Zugriff am: 14.09.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bundesministerium für Umwelt (2021): Österreichisches Umweltzeichen für Green Meetings und Green Events.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://meetings.umweltzeichen.at/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
              (letzter Zugriff am: 14.09.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Estonian National Museum Tartu (2016): Estonian National Museum,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://erm.ee/en" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             (Letzter Zugriff am: 18.08.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Europäische Kommission (2021): New European Bauhaus.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://europa.eu/new-european-bauhaus/index_en" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             (Letzter Zugriff am: 17.08.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Europäische Kommission (2014): Förderprogramm Creative Europe, Brüssel
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Interreg Europe (2017): Green Screen - Greening the creative industries: improving policy practices for the European Audiovisual industry.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.interregeurope.eu/greenscreen/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (letzter Zugriff: 14.09.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Klein, Naomi (2015): This changes everything – Capitalism vs The Climate, New York: Simon + Schuster
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Morizot, Baptiste (2020): Manière d‘être vivant, Arles: Actes Sud
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            NEMO (2021): Green Museum Podcast.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.ne-mo.org/news/article/nemo/nemo-discussed-sustainability-in-the-green-museum-podcast.html" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           . (letzter Zugriff am: 14.09.2021)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dieser Artikel wurde in seiner Langform im Oktober 2021 auf
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kubi-online.de/artikel/transformation-einer-oekologischen-kulturpolitik-weit-ueber-einen-technologiewandel-hinaus" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           KUBI-Online
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            erstpubliziert.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 29 Nov 2021 07:39:19 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kulturagenda2030.de/oekologische-kulturpolitik</guid>
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      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Amann2_ARC.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Amann2_ARC.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Nachhaltig berühren!</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/nachhaltig-beruehren</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Ohnmacht in konstruktiven Zorn verwandeln
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Christina Madenach
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           22. November 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vor zwanzig Jahren, mit 13, trat ich der Münchner Jugendgruppe von Greenpeace bei, weil ich mitbekommen hatte, dass sich etwas ändern musste, wenn wir nicht diesen Planeten und damit auch unsere Lebensgrundlage zerstören wollten. Was auch damals bereits längst bekannt war, ist nach wie vor brandaktuell. Die Situation hat sich in den letzten zwanzig Jahren nicht verbessert, sie hat sich sogar verschlechtert: Wir fahren schnellere und größere Autos, kaufen häufiger und aufwendigere technische Geräte wie beispielsweise Handys und haben einen mit jedem Jahr erhöhten Energieverbrauch – um nur einige wenige Auslöser für den Klimawandel zu nennen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wenn Fridays for Future in diesen Tagen noch einmal betonen, dass JETZT etwas geschehen muss, um das 1,5 Grad-Ziel einhalten zu können, aber nichts oder zu wenig geschieht, oder wenn ich meinen ökologischen Fußabdruck berechnen lasse und wir alleine durch den Sockelbetrag, der durch die bereitgestellte Infrastruktur in Deutschland entsteht, schon beinahe den ganzen Planeten aufbrauchen würden – hätten alle Menschen diesen Fußabdruck –, löst das in mir ein Gefühl der Ohnmacht aus. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „How dare you!“ und „Sie sollten sich schämen.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ohnmacht ist ein Gefühl der Machtlosigkeit und Hilflosigkeit, das in Frustration und Wut münden kann. Der Rechtsruck in unserer Gesellschaft zeugt davon. In der Psychologie wird das Gefühl der Wut zunächst neutral bewertet, da es sich bei ihr in Teilen auch um eine sinnvolle Regung handelt. Positiver aufgeladen noch ist der Begriff des Zorns, der distanzierter als die Wut definiert wird und sich auf allgemeine als ungerecht empfundene Umstände beziehen kann (1). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Verknüpfung von Zorn und Engagement werden sichtbar in dem bereits in die Geschichte eingegangenen emotionalen Ausruf Greta Thunbergs vor dem UN-Klimagipfel in New York 2019:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="http://www.wwcd.org/policy/US/newdeal.html" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           „How dare you!“
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (2) oder in der Äußerung der Klimaaktivistin Lauren MacDonald auf der erst kürzlich stattgefundenen Ted Conference in Edinburgh gegenüber dem Shell-Chef: „Sie sollten sich schämen.“ (3) Auch ich würde gerne meine Ohnmacht in Zorn verwandeln, um meine Handlungsfähigkeit wiederherzustellen und aktiv für einen politischen und kulturellen Wandel einzutreten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sich Gehör verschaffen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im selben Jahr, in dem ich mich bei Greenpeace für den Erhalt der Umwelt zu engagieren begann, rief das Tutzinger Manifest zur Einbeziehung der Kultur bei der Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung auf. Im selben Maße wie sich die Gesamtsituation verschlechtert hat, haben sich die Forderungen von vor zwanzig Jahre zugespitzt – im Bereich des Klimas aktuell formuliert u.a. von Fridays for Future, unterlegt und unterstützt von den Forschungserbergebnissen und Erkenntnissen zahlreicher Wissenschaftler*innen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einer Einbeziehung der kulturellen Möglichkeiten für eine neue Zukunftsperspektive liegen auch nachhaltige Strukturen im Kulturbetrieb selbst zu Grunde, da diese erstens essentiell angesichts der globalen klimatischen Veränderungen sind, zweitens die Voraussetzung für verbesserte Rahmenbedingungen der Kulturarbeit bilden und drittens vorbildhaft für andere Branchen gelten können. Der weite Begriff der Nachhaltigkeit – die Strukturen des Kulturbetriebs betreffend – umspannt u.a. die Klimaneutralität von Kulturveranstaltungen und Kulturinstitutionen; faire Arbeitsbedingungen und Bezahlung; Förderstrukturen, die auf langfristige Projekte zielen und nicht auf kurzlebige Eventkultur; Förderung von Inklusion und Teilhabe; Gleichberechtigung in Bezug auf race, class, gender, sexual orientation, age, disability.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sowohl in der Klima- als auch in der Kulturpolitik liegen die richtigen Forderungen und Warnungen vor. Das Problem ist, dass diese anscheinend entweder von zu wenigen gehört oder dass sie gehört und dann wieder vergessen oder verdrängt werden. Ziel wäre es also, diesen Forderungen noch mehr Gehör zu verschaffen – sowohl auf politischer Ebene (nur hier kann strukturell etwas geändert werden) als auch auf persönlicher Ebene (denn hierbei handelt es sich um die Wähler*innen, die die Zusammensetzung der Politik bestimmen). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Klimawandel als „Aggregatzustand unseres Seins“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Äußerung: „Dieses Buch/Musikstück/Bild hat mich nachhaltig berührt“ weist auf eine Qualität des Kunstwerks hin und auf den emotionalen Zustand, den es ausgelöst hat – nicht jedoch auf den Inhalt des Werks. Die Äußerung könnte sich auf einen Klima-Thriller beziehen oder auf eine Performance, die eines oder mehrere der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele zum Thema hat. Sie könnte sich auch auf eine Kunstform beziehen, die sich im weitesten Sinne mit Natur beschäftigt – wie beispielsweise das immer populärer werdende Nature Writing (4) oder Staging Nature-Projekte (5) –, oder auf Kunst, die auf keine Weise offensichtlich politisch ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf die Frage hin, inwiefern sich die ökologische Krise auf die zeitgenössische Literatur niederschlägt, wies Bernd Ulrich in der Zeit daraufhin, dass es sich beim Klima überhaupt nicht um ein „Thema“, sondern vielmehr um einen „neuen Aggregatzustand unseres Seins“ handele (6). Selbst wenn sich Kunst nicht ausdrücklich mit den Themen unserer Zeit beschäftigt, schwingt der gesellschaftliche und politische Entstehungs- und Rezeptionskontext – der „Aggregatzustand unseres Seins“ – immer subtil mit. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eines meiner Lieblingsbücher – „Letzte Geschichten“ (7) von der Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk – setzt sich mit dem Sterben auseinander. Wie sich die Menschen gegenüber dem Tod verhalten, welche Stellung er im Leben einnimmt und was das wiederum über unsere Sicht auf das Leben aussagt – das Verhandeln dieser Themen in der Kunst dockt unmittelbar an Fragen an, in denen wir uns wiedererkennen können, und ist gerade deshalb höchst politisch. Wenn die Protagonistin bei Tokarczuk noch wochenlang mit dem Leichnam ihres verstorbenen Mannes spricht, wirken die Bedächtigkeit und die Rhythmik dieser Handlung in mir fort und verändern dadurch meinen Blick auch auf andere Kontexte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           JETZT handeln
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Tutzinger Manifest von 2001 fordert dazu auf, die Kultur im Zusammenspiel unterschiedlicher Disziplinen für eine zukunftsfähige Entwicklung als grundlegend zu begreifen. Eine Besonderheit der Kunst liegt darin, Menschen durch Geschichten und Bilder mehr als einfach nur Sachverhalte zu vermitteln. Um
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="http://www.wwcd.org/policy/US/newdeal.html" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Tokarczuk aus einem Interview mit der Deutschen Welle
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            zu zitieren: „Ich schreibe vielmehr Bücher, um die Köpfe der Menschen zu öffnen, um neue Sichtweisen, neue Perspektiven zu zeigen. Dass das, was sie als offensichtlich ansehen, nicht so offensichtlich ist. Dass man eine triviale Situation aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann und plötzlich andere Bedeutungen und Ebenen enthüllt“ (8). Und dafür findet die Kunst immer wieder neue und andere Formen des Ausdrucks, sodass Menschen mit unterschiedlichsten Erfahrungshintergründen Zugang finden können.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weil die Kunst sich auf ihre Weise immer mit den Fragen des Menschseins auseinandersetzt, weil sie unseren Blick darauf hinterfragt und öffnet und weil dies auch auf einer emotionalen Ebene geschieht und deshalb nachhaltig wirken kann, ist die Kunst unabdingbarer Teil der Auseinandersetzung mit unseren Lebensbedingungen und dem Umgang damit. Und noch mehr: Sie kann Auslöserin von Taten sein, denn sie hat das Potenzial, uns wachzurütteln und unsere Ohnmacht angesichts der desaströsen Klimasituation zu überwinden und in einen Zorn zu verwandeln, der über bloße Forderungen und Warnungen hinausgeht – in einen Zorn, der zu einem Handeln JETZT führt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Quellen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (1)   Siehe dazu: Stangl, Werner (2021): Stichwort: „Zorn“, in: Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://lexikon.stangl.eu/18659/zorn" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (2)   Siehe dazu: Diez, Georg: Greta Thunbergs „How dare you“. Angst und Endlichkeit, in: taz (28.09.2019,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://taz.de/Greta-Thunbergs-How-dare-you/!5627066/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (3)   Siehe dazu: Kreye, Andrian: Ted Conference. Tränen der Wut, in: Süddeutsche Zeitung (18.10.2021,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/ted-klimawandel-al-gore-chris-anderson-1.5443059?reduced=true" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (4)   Siehe dazu: Matthes &amp;amp; Seitz Berlin: Über den Deutschen Preis für Nature Writing (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/news/deutscher-preis-fuer-nature-writing-2021.html#:~:text=Nature%20Writing%20spricht%20nicht%20von,der%20Regel%20im%20Text%20fassbar" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (5)   Siehe dazu: Rausch, Tobias: Schauspiele jenseits des Menschen, in: nachtkritik.de (16.10.2019,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;amp;view=article&amp;amp;id=17246:staging-nature-theatermacher-tobias-rausch-ueber-die-schwierigkeit-die-natur-auf-die-buehne-zu-bringen&amp;amp;catid=101&amp;amp;Itemid=84" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (6)   Ulrich, Bernd: Literatur und Klimawandel. Warum, zur Hölle? In: Zeit (20.10.2021,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.zeit.de/2021/43/literatur-klimawandel-corona-klimakrise-kultur-zukunft-science-fiction/seite-2" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ). 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (7)   Siehe dazu: Tokarczuk, Olga (2006): Letzte Geschichten, Zürich: Kampa Verlag (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://kampaverlag.ch/olga-tokarczuk-letzte-geschichten/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (8)   Tokarczuk, Olga: „Literatur ist zum Denken da“ im Interview mit Michal Gostkiewicz, in: Deutsche Welle (11.10.2019,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.dw.com/de/olga-tokarczuk-literatur-ist-zum-denken-da/a-50794337" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ). 
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 22 Nov 2021 08:06:38 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Christina+Madenach3_ARC.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Wer hilft wem?</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/legitimation</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Legitimationsfrage einer nachhaltigkeitsorientierten Kulturfinanzierung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Raoul Koether
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           15. November 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auf dem Weg „die Menschheit von der Tyrannei der Armut zu befreien und unseren Planeten zu heilen und zu erhalten“, wie es die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (UN, 2015) pathetisch formuliert, haben wir annähernd die Halbzeit seit ihrer Beschlussfassung 2015 erreicht. Ein nüchterner Blick, sowohl in globaler, als auch europäischer Hinsicht zeigt, der Hälfte der Strecke entspricht das bei weitem nicht. Durch die Auswirkungen der Klimakrise, konkret erlebbar vor Ort und die globale Corona-Pandemie haben wir auch in der breiten Wahrnehmung einen Wendepunkt erreicht. Vielen ist klar geworden, dass es ein einfaches „Weiter-so“ nicht geben kann. Was aber kann Kultur zur Veränderung beitragen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Kultur selbst ist keines der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele, aber das Fundament für viele der Programmpunkte. Die Direktorin für Kreativität im kulturellen Sektor der UNESCO, Jyoti Hosagrahar, hat 2017 neun Nachhaltigkeitsziele identifiziert, für deren Erreichung Kunst und Kultur eine zentrale Rolle spielen (Hosagrahar, 2017). Ohne eine kulturelle Basis können diese und auch die acht weiteren Ziele vermutlich nicht im gesteckten Zeitfenster erreicht werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun hat Corona gerade Kunst und Kultur gebeutelt, wie kaum ein Ereignis in der Nachkriegsgeschichte. Auch wenn hoffentlich das Ärgste bald vorbei sein wird, und Kulturveranstaltungen langsam wieder starten: für die Kultur wird es noch lange nicht vorbei sein. Die Pandemie hat tiefe Löcher in den staatlichen Kassen hinterlassen und die Kulturhaushalte werden einen prominenten Platz in den Streichrunden der Kämmer:innen und Finanzminister:innen bekommen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Sparrunden haben begonnen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In München hat es bereits das renommierte Stadttheater, die Münchner Kammerspiele getroffen. Sie müssen in den kommenden zwei Jahren fast 1,2 Millionen Euro einsparen bzw. aus den Rücklagen finanzieren. Der Geschäftsführer des Bühnenvereins Marc Grandmontagne befürchtet, dass „der Fall der Kammerspiele im verhältnismäßig wohlhabenden München (…) eine Vorbildwirkung für viele andere Häuser in deutschen Kommunen haben“ könnte (DLF, 2021). Es wird klar, in welche Richtung die Diskussion in der Konkurrenz von Kultur- und Haushaltspolitik gehen wird und es stellt sich wieder einmal die große Legitimationsfrage, warum und wofür öffentliche Haushalte Geld für Kultur springen lassen sollen, wenn es offensichtlich doch viel drängendere Probleme gibt. Einem bekannten on-dit zufolge legen schließlich die Münchner Steuerzahler:innen jeden Abend, egal, ob eine Aufführung stattfindet oder nicht, bildlich einen Hundert-Euro-Schein auf jeden Platz des Schauspielhauses. Wofür?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Antworten darauf schwanken meist zwischen einem unreflektierten „weil es schon immer so war“ und abstrakten Beschwörungen der Bedeutung von Kunst und Kultur für die Gesellschaft. Die grüne Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth aus Augsburg äußerte sich in einem WDR-Podcast z.B. so: „Musik, Literatur, Theater, Museen und Clubs sind Grundnahrungsmittel in einer Demokratie und nicht Sahnehäubchen, die man sich nur in guten Zeiten leisten kann.“ (WDR, 2021). Die Beschwörung der demokratiebildenden und damit quasi systemrelevanten Bedeutung von Kunst und Kultur ist ebenso nett, wie in den Verhandlungen mit Haushälter:innen nutzlos, wie sich immer wieder gezeigt hat und wieder zeigen wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Hamburgische Senator für Kultur und Medien, Carsten Brosda (SPD) hat Recht, wenn er anmerkt: „Systemrelevant ist ein doofer Begriff. Er sagt, dass ich eine Funktion im Getriebe ausübe. Dabei ist Kultur die Arbeit am Sinn unseres Zusammenlebens. Ohne Kultur kann ich gar nicht begründen, warum wir unsere Gesellschaft so leben, wie wir sie leben.“ (Brosda, 2020). Damit räumt er zum einen das beliebte „Grundnahrungsmittel-Argument“ ab, denn in der Tat bringen Kunst und Kultur, außer für die im Kulturbetrieb Beschäftigten, kein Essen auf den Tisch, zum anderen eröffnet er eine Perspektive, die die Legitimationsfrage von Kultursubventionen beantworten könnte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kultur ist mehr als Seelennahrung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In seinen „Gefängnisheften“ aus den Jahren 1929 bis 1935 schreibt der marxistische Philosoph und Schriftsteller Antonio Gramsci: „Die Eroberung der kulturellen Macht erfolgt vor der Übernahme der politischen Macht“ (Gramsci, 1991). Dieser Satz fasst seine Forderung nach kultureller Hegemonie zusammen, wonach im politischen Kontext Kunst und Kultur als Produzenten zustimmungsfähiger Ideen die Grundlage für die Organisation unseres Zusammenlebens und einer wünschenswerten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung geben. Das gibt Kunst und Kultur eine zentrale Rolle im politischen Diskurs, die weit über die „Erbauung“, „Unterhaltung“ und „Seelennahrung“ für die Menschen hinaus geht. Und es rechtfertigt, gerade auch für die progressiven Kräfte in der Gesellschaft die Notwendigkeit, Kultur finanziell zu fördern und damit einen Impact auf einen gesellschaftlichen Wandel auszulösen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Machen wir uns nichts vor, während politisch progressive Kräfte in unserer Gesellschaft noch immer am „Sahnehäubchen Kultur“ laborieren, nutzen konservative, libertäre und nationalistische Kräfte, teilweise planmäßig, teilweise intuitiv, spätestens seit Beginn der 1980er Jahre die Kraft der Kultur zu einer politischen Diskursverschiebung. Besonders aktiv sind in dieser Hinsicht in den letzten Jahren insbesondere rechtsextreme Kräfte, wie die Identitäre Bewegung, aber auch Klimaleugner:innen, die in einer Art Querfrontstrategie den Aufbau einer kulturellen Hegemonialstellung aufzubauen versuchen (Raulf, 2017) und Gramsci pervertieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Viele Linke und Progressive nehmen eine aktive Kulturpolitik, die in der Wechselwirkung von Kultur, Wissenschaft und Politik entstehen muss, als integralen Bestandteil des Wettbewerbs um die Zukunft unserer Gesellschaft nicht wirklich ernst. Sie schicken aus den Fraktionen der Parlamente und Räte ihre „Kulturkasperl“, wenn es um kulturelle Projekte, Theater, Museen usw. geht, die dann folgerichtig auf verlorenem Posten kämpfen, wenn Zielkonflikte um Haushaltsmittel entstehen. Was dabei verloren geht, ist, dass die natürlichen Verbündeten einer progressiven, nachhaltigkeitsorientierten Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik in der Kultur gestärkt werden, ohne die der notwendige Systemwechsel nicht gelingen kann.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Karten neu mischen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unser auf Marktinteressen, Gewinnmaximierung und Besitzstandswahrung ausgerichtetes System ist am Ende angekommen. Es geht also darum, die Karten neu zu mischen, oder, wie Franklin D. Roosevelt es in den 1930er Jahren genannt hat, einen „New Deal“, der einen, aus einer schweren Krise geborenen Paradigmenwechsel in der Wirtschafts-, Sozial- und Politikgeschichte der Vereinigten Staaten darstellte (Adams, 2007). Wenn wir heute, ausgehend von unserer jetzigen globalen sozialen und ökologischen Krise, zurecht anmahnen, unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sozial gerechter, partizipativer, nachhaltiger, klimafreundlicher und internationaler zu machen, kurz einen Green New Deal (Rizzo, 2019) einfordern, stehen wir vor einer ähnlichen Ausgangslage. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Blicken wir zurück auf Roosevelts New Deal, war ein Kernelement auch ein „Cultural New Deal“, bestehend aus verschiedenen Bausteinen, die unterschiedliche Zwecke verfolgten (Adams/Goldbard, 1995). Es war zwar einerseits ein Beschäftigungsprogramm für hungernde Künstler:innen und diente einer Öffnung von Kunst und Kultur für breitere Bevölkerungsschichten. Der Cultural New Deal hatte auch einen kommunikativ-politischen Aspekt. Er sollte den sozialen New Deal im Bewusstsein der Bevölkerung orchestrieren und verankern. Insofern wäre es stringent und sinnvoll auch einen Green New Deal entsprechend zu begleiten, so wie es beispielsweise der Kulturforscher Christian Steinau in einem Konzept eines „Cultural Green Deals“ vorschlägt (Steinau, 2020).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            An anderer Stelle seiner „Gefängnishefte“ schreibt Antonio Gramsci: „Die Krise besteht gerade eben darin, dass das Alte stirbt und das Neue nicht geboren werden kann“ (Gramsci, 1977). Wie können wir also zu Geburtshelfern des Neuen werden?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Perspektive ändern
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Kernelement ist in meinen Augen, die Perspektive auf Kultursubventionen zu verändern. Subvention, abgeleitet aus dem lateinischen „subvenire“ bedeutet jemandem „zur Hilfe kommen“. Der Begriff Kultursubvention wird meist aber so verstanden, dass der Staat der Kunst und Kultur mit Geld zur Hilfe kommt. Der Perspektivwechsel bedeutet, dass Kunst und Kultur den grundlegenden gesellschaftspolitischen Veränderungen in Richtung Nachhaltigkeitsziele zur Hilfe kommen müssen, damit sie gelingen können. Dafür muss der Weg bereitet werden, indem den strategischen Bündnispartnern dieser Veränderungen aus dem Kulturbereich eine gut ausgestattete Wirkungsgrundlage gegeben wird. Wer das erkennt, kann als Progressive:r nicht mehr ernsthaft über Streichungen im Kulturetat nachdenken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Quellen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Adams D., Goldbard, A. (1995): New Deal Cultural Programs: Experiments in Cultural Democracy. Adapted from a previously unpublished manuscript entitled Cultural Democracy, written by the authors in 1986.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="http://www.wwcd.org/policy/US/newdeal.html" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (30.08.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Adams W.P. (2007): Die USA im 20. Jahrhundert. 2. Auflage. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München, S. 173.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Brosda, C. (2020) [Twitter, @CarstenBrosda], 14.05.:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://twitter.com/carstenbrosda/status/1260925391356583936" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (17.08.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            DLF [Deutschlandfunk] (2021), 28.07.: Weniger Geld für Münchner Kammerspiele:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.deutschlandfunk.de/weniger-geld-fuer-muenchner-kammerspiele-da-sprechen-wir.691.de.html?dram:article_id=500941" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Lin
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            k (17.08.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gramsci, A. (1991): Marxismus und Kultur. Ideologie, Alltag, Literatur. 3. Auflage. VSA-Verlag, Hamburg.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gramsci, A. (1977): Quaderni del carcere. Edizione critica dell'Istituto Gramsci (vol. 1°). Einaudi, Torino. S. 311. Übersetzung des Verfassers
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hosagrahar, J. (2017): Culture: at the heart of SDGs. In: The UNESCO Courier, No.1/2017, S. 12f.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Raulf, S. (2017): Sprache und Kultur als Strategie der Neuen Rechten zur Erlangung kultureller Hegemonie. Landeszentrale für Politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt/Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Campus Publik – Schriften zur Politischen Bildung), Halle.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://lpb.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MK/LPB/Dateien_Relaunch_2015/Text/PDF/CampusPublik/ganze_Arbeiten_PDF/HA_Raulf.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (17.08.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Rizzo, S. (2019) 11.02.: What’s actually in the ‘Green New Deal’ from Democrats? Wall Street Journal.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.washingtonpost.com/politics/2019/02/11/whats-actually-green-new-deal-democrats/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (30.08.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Steinau, C. (2020) 01.06.: Von „Kultur für Alle“ zum Cultural Green Deal: Über neue Möglichkeiten sozialdemokratischer Kulturpolitik.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://blog.jusos-muenchen.de/blog/neuer-stoff/gastbeitraege/von-kultur-fuer-alle-zum-cultural-green-deal-ueber-neue-moeglichkeiten-sozialdemokratischer-kulturpolitik/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (30.08.2021)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            UN [United Nations] (2015) 25.09.: Transforming our world: the 2030 Agenda for Sustainable Development. Resolution of the General Assembly No. A/RES/70/1
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            WDR [Westdeutscher Rundfunk] (2021), 15.04.: COSMO Der Soundtrack von... Claudia Roth - der Podcast.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/cosmo/der-soundtrack-von/audio-der-soundtrack-von-claudia-roth---der-podcast-100.html" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
             (17.08.2021)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autor
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 15 Nov 2021 08:40:30 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Blick zurück nach vorn</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die kulturelle Dimension der Nachhaltigkeitstransformation
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Martin Held
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11. November 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eine sozial-ökologische Transformation steht an. Tiefgreifende Veränderungen sind dringlich auf den Weg zu bringen, um von einer noch immer dominant nicht-nachhaltigen Entwicklung in Richtung einer nachhaltigeren Entwicklung umzusteuern. Diese Einsicht greift um sich, nicht zuletzt aufgrund der bereits spürbar zunehmenden Wetterextreme als Folge des Klimawandels.  
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Macht’s die Technik?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Offenkundige steht bisher im Mittelpunkt: Das Energiesystem muss 100 Prozent erneuerbar werden, die fossilen Energieträger entsprechend zurückgefahren werden. Bei der Mobilitätswende wird die Antriebswende bei den Akteuren wie der Automobilwirtschaft ernsthaft als notwendig gesehen, mit Digitalisierung angereichert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Technologische Fragen dominieren. Debatten gehen über ökonomische und andere Instrumente. Wenn es gut geht, kommen Gerechtigkeitsfragen zumindest etwas mit in den Blick. Das Versprechen von BAU light, wie wir das nennen, ist vorherrschend: Business as usual mit möglichst wenig Änderungen. Die Technik macht’s. So die Vorstellung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Schaut man zurück, dann ist offenkundig: Das ist nur ein Teil. Derartig grundlegende Umwälzungen sind immer zugleich tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen. Grundlegende Transformationen wie etwa der Übergang zu den fossilen Energien und Basisinnovationen wie Dampfmaschine, Eisenbahnen, Verbrennungsmotor und viele mehr haben in alle Lebensbereiche eingegriffen, veränderten Alltagskulturen ebenso wie vorherrschende kulturelle Frames: schneller, mehr, weiter wurden zu übergeordneten Leitmotiven der erfolgreichen und zugleich nicht-nachhaltigen Entwicklung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die anstehenden Transformationen in der Energie-, Mobilitäts-, Rohstoff-, Agrarwende – um nur einige der wichtigsten Bausteine der Nachhaltigkeitstransformation zu nennen – werden die Kultur nicht weniger weitreichend ändern. Eine rein technologische Veränderung geht sich nicht aus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kultur als genuiner Bestandteil von Nachhaltigkeitstransformation?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit der auf der UN Konferenz 1992 in Rio verabschiedeten Agenda 21 wurde ein kurzes Zeitfenster genutzt, um eine Umorientierung in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung weltweit verbindlich zu machen. Wie es im „Tutzinger Manifest für die Stärkung der kulturell-ästhetischen Dimension Nachhaltiger Entwicklung“ formuliert wurde: die „Agenda 21 wurde als Strategie für eine zukunftsfähige Entwicklung [für] das Zusammenspiel von Ökonomie, Ökologie und Sozialem ausgearbeitet.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das begünstigte in der Folgezeit eine additive Vorstellung von den drei Säulen. Die Agenda war einerseits ein Durchbruch – ökologische und soziale Fragen gewannen an Bedeutung, sie wurden zusammen mit der Ökonomie zu Zielgrößen. Zugleich gelang es jedoch nicht, die kulturelle Dimension einer Transformation in Richtung einer nachhaltigeren Entwicklung als genuinen Bestandteil dieser Transformation zu etablieren. Zu quer lag diese Dimension zur Vorstellung der drei Säulen. Kulturelle Fragen einschließlich von Gestaltungsfragen und Ästhetik kam in dieser 3-Säulen-Welt der Agenda 21 damit eine Rolle zu, wie sie im Bau häufig anzutreffen ist: Kunst am Bau verstanden als schmückendes Beiwerk zu einem technologisch ausgerichteten und ökonomisch profitablen Bauwerk, im Nachhinein dazu kommend.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Tutzinger Manifest, das aus der Tagung „Ästhetik der Nachhaltigkeit“ (April 2001) der Evangelischen Akademie Tutzing in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft hervor gegangen ist, brachte das Offensichtliche auf den Punkt: Die Nachhaltigkeitstransformation ist zugleich eine kulturelle Herausforderung – nichts weniger als „grundlegende Revisionen überkommener Normen, Werte und Praktiken in allen Bereichen“ sind gefordert. „Nachhaltigkeit braucht und produziert Kultur“. Das Manifest war, um das mit einer Metaphorik zu umschreiben, eine Art Archaeopteryx: Es zeigte schon eine Art Fliegen, aber es war noch kein ausgebildeter Vogel.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Kulturelle Aufgaben
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Heute, 20 Jahre später, können wir ausgehend von diesem Blick zurück nach vorn weiter gehen, die übergreifende Bedeutung der kulturellen Dimension der anstehenden Umwälzungen aufzeigen, in allen ihren Richtungen, Ausprägungen und Facetten: für Kultureinrichtungen und Kunstwirtschaft in ihrem Selbstverständnis und für ihre Aktivitäten; für ihre Rolle in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Ausgestaltung der transformativen Schritte; für die Rolle der Kultur und Kunst in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Schritte des Umsteuerns in allen Lebensbereichen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das schließt Gestaltung im engeren Sinn angemessenen Designs von Produkten und Infrastrukturen ein, ebenso Fragen der Gestaltung des öffentlichen Raums, eine Vermittlung der Abkehr von immer mehr – immer mehr Ressourcenaneignung, immer mehr Energieumsatz, immer mehr von allem. Es umfasst die kreative Auseinandersetzung mit dem Unterlassen, Raum lassen für Entwicklungen etwa von Naturräumen ebenso wie von Potenzialen, in denen sich Kinder autonom und nicht dauerkontrolliert entfalten können. Nehmen wir als einfaches Beispiel die Aufgabe der kreativen Weiterentwicklung von
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           soundscapes
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            : In der fossil geprägten Perspektive wird der Eindruck vermittelt, das Problem von Elektrofahrzeugen sei ihre mangelnde Hörbarkeit – echt gefährlich sei das. Die krankmachenden, fossil getriebenen Lärmlandschaften dienen als Referenz. Das Neue, Positive wird vorab abgewertet. Das gilt es zu überwinden, hinter uns zu lassen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Umgang mit den Ängsten vor den katastrophalen Folgen des verspäteten Handelns, Stichwort halbherziges und verspätetes Umsteuern der Klimapolitik, ist eine extrem herausfordernde kulturelle Aufgabe. Die Gestaltung von Lebensstilen, Stadtvierteln als lebenswerte, attraktive Umfelder, Baustile, Stadtstrukturen, die im wahren Wortsinn eine auf Dauer mögliche, zukunftsfähige Entwicklung fördern – das und noch viel mehr sind alles kulturelle Aufgaben der Nachhaltigkeitstransformation.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autor
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 11 Nov 2021 07:03:31 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Kulturelle Bildung und Nachhaltigkeit</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ulli Sommer
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8. November 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie können wir so leben, arbeiten und wirtschaften, dass auch künftige Generationen noch eine intakte Umwelt und eine lebenswerte Umgebung vorfinden? Wie müssen wir in Zukunft unseren Umgang mit Ressourcen gestalten, um die Entwicklungschancen in anderen Regionen der Welt nicht zu gefährden? Wie kann es gelingen, Menschen weltweit und ein Leben lang Zugang zu hochwertiger, inklusiver und chancengerechter Bildung zu ermöglichen? Wie wird das Ziel Nachhaltigkeit auch für nicht privilegierte gesellschaftliche Milieus überzeugend? All dies zählt zu den großen Fragen der Nachhaltigkeitsdebatte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Welchen Beitrag kann kulturelle Bildung – verstanden als Allgemeinbildung im Medium der Künste (Rat für Kulturelle Bildung 2013) – für den Nachhaltigkeitsdiskurs und für nachhaltige Entwicklung leisten? Wo liegen ihre spezifischen Zugänge und Wirkpotentiale in diesem Kontext? Kann kulturelle Bildung Transformationsprozesse im Sinne einer nachhaltigen und zugleich lebenswerten Gestaltung der Welt anstoßen und beflügeln? Und wenn: Wo und wie tut sie dies? Und nicht zuletzt: Wie können sich kulturelle Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung wechselseitig ergänzen und beflügeln?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nachhaltigkeit als kulturelles Projekt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In jüngeren Debatten wird immer wieder hervorgehoben, dass nachhaltige Entwicklung nicht nur ein ökologisches, ökonomisches oder soziales Projekt ist, sondern auch eine – lange unterschätzte – kulturelle Dimension hat (etwa Leipprand 2013). Nachhaltigkeit bzw. ein nachhaltiger Lebensstil verlangt eine neue, eine andere Haltung zur Welt und setzt zwingend eine Veränderung kultureller Normen und Verhaltensweisen, ein Aufbrechen alter Denkmuster – also all dessen, was Harald Welzer „gewachsene mentale Infrastrukturen“ (Welzer 2011) nennt – voraus. Es braucht dafür die Entwicklung von positiven Zukunftsbildern und Narrativen, die die „Lebensqualität in einer nachhaltigen Moderne“ (Schneidewind 2018) und deren Gestaltbarkeit in den Vordergrund rücken und nicht nur um Dystopien kreisen. Denn sonst scheinen sich nachhaltige Zukunftsperspektiven vorrangig mit Bedrohung, Verzicht oder Verboten zu verbinden. Wie es im Tutzinger Manifest sehr weitsichtig bereits 2001 formuliert wurde: „Denn der Erfolg des Jahrhundertprojektes dürfte entscheidend davon abhängen, ob und wieweit es künftig gelingt, neben naturwissenschaftlichen, sozial- und wirtschaftspolitischen Konzepten auch kulturell-ästhetische Gestaltungskompetenzen substanziell in die Umsetzungsstrategien einzubeziehen.“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Am Beginn eines Transformationsprozesses steht in der Regel die Irritation, weil das Alte, das Gewohnte nicht mehr trägt. Kunst, Kultur und kulturelle Bildung vermögen es in besonderer Weise, die Irritation in einen kreativen Impuls und in einen Anstoß zur Veränderung zu verwandeln. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturelle Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung: produktive Partnerinnen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gleichwohl mag sich die Frage aufdrängen, ob es nicht vorrangig Aufgabe der Bildung für nachhaltige Entwicklung sein sollte, sich mit dem Nachhaltigkeitsthema zu befassen. Dass sich Bildung für nachhaltige Entwicklung in den 1990er Jahren als neues, eigenständiges Arbeitsfeld entwickeln und etablieren konnte, ist zweifellos ein Fortschritt und ein Gewinn. Das Verhältnis von kultureller Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung ist jedoch nicht als ein Konkurrenzverhältnis zu sehen, vielmehr gibt es hier die Chance produktiven Zusammenwirkens auf der Grundlage unterschiedlicher Stärken. Die Vorzüge der kulturellen Bildung liegen darin, dass sie ausdrücklich und vorrangig auf einen Prozess der Selbst- und Persönlichkeitsbildung zielt, dass sie Lern- und Experimentierräume eröffnet und von Ergebnisoffenheit geprägt ist, dass sie zu einem Perspektivwechsel und zur Infragestellung von Gewissheiten einlädt, Diskursräume jenseits der eigenen „Milieublasen“ schafft und nicht in derselben Weise normativ aufgeladen ist wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (Reinwand-Weiss 2020). Insofern können sich Bildung für nachhaltige Entwicklung und kulturelle Bildung wechselseitig befruchten und beflügeln. Wie Karola Braun-Wanke und Ernst Wagner (2020) schreiben: „Wenn es gelingt, BNE und kulturelle Bildung gleichberechtigt zu verbinden, dann haben sie die transformative Kraft, eine lebenswerte Zukunft sowohl subjekt- als auch gemeinwohlorientiert greifbar zu machen und so den Wandel zu gestalten.“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kunst, Kultur und kulturelle Bildung als Baustoff einer nachhaltigen Zukunft?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „Wenn Nachhaltigkeit attraktiv sein und faszinieren soll, dann wird die Kategorie Schönheit zum elementaren Baustoff einer Zukunft mit Zukunft, zu einem allen Menschen zustehenden Lebensmittel“, so poetisch liest es sich im Tutzinger Manifest von 2001.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wenn kulturelle Bildung jedoch eine ernstzunehmende Rolle im Nachhaltigkeitsdiskurs einnehmen und Transformationsprozesse im Sinne einer nachhaltigen und zugleich lebenswerten Gestaltung der Welt anstoßen und beflügeln will, wird sie zum einen in einem anderen Maße als bisher strategische Allianzen mit anderen Akteur*innen eingehen und sich aus einer oftmals selbst gewählten Verinselung lösen müssen – ohne Abstand vom „Eigensinn“ künstlerischen und kreativen Tuns zu nehmen. Sie wird sich zudem gefallen lassen müssen, dass ihre Wirkungsbehauptungen einer kritischen Überprüfung und Evaluierung unterzogen werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Damit kulturelle Bildung die ihr zugeschriebene transformative Kraft entfalten kann, braucht es aber auch verlässliche Strukturen und eine sichere und nachhaltige Verankerung, in schulischen wie in außerschulischen Kontexten. Solange die Struktur des Handlungsfeldes jedoch – wie bislang – vorrangig durch zeitlich begrenzte, wenngleich mitunter opulent ausgestattete Förderprojekte bestimmt wird, während die regelhafte Infrastruktur eher prekären Charakter besitzt, wird die Idee von der kulturellen Bildung als einem allen zustehenden Lebensmittel und Baustoff für eine nachhaltige Zukunft ein schönes, aber uneingelöstes Versprechen bleiben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Quellen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (1) Braun-Wanke, Karola/Wagner, Ernst (Hrsg.): Über die Kunst, den Wandel zu gestalten. Kultur – Nachhaltigkeit – Bildung, Münster/New York 2020.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (2) Leipprand, Eva: Kultur, Bildung und Nachhaltige Entwicklung, in: Kubi-online 2013/2012 (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kubi-online.de/artikel/kultur-bildung-nachhaltige-entwicklung" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , 22.08.2020).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (3) Rat für Kulturelle Bildung: Alles immer gut. Mythen kultureller Bildung, Essen 2013.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (4) Reinwand-Weiss, Vanessa-Isabelle: Kulturelle Bildung als Bildung für nachhaltige Entwicklung? Impulse für die Verbindung zweier normativer Ansätze und Praxen, in: kubi-online 2020 (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kubi-online.de/artikel/kulturelle-bildung-nachhaltige-entwicklung-impulse-verbindung-zweier-normativer" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , 08.01.2021).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (5) Schneidewind, Uwe: Die große Transformation. Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels, Frankfurt 2018
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (6) Kulturpolitische Gesellschaft (Hrsg.): Tutzinger Manifest, 2001 (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://kupoge.de/ifk/tutzinger-manifest/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , 08.01.2021).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (7) Welzer, Harald: Mentale Infrastrukturen. Wie das Wachstum in die Welt und in die Seelen kam, Berlin 2011, Heinrich-Böll-Stiftung, Schriften zur Ökologie 14 (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.boell.de/sites/default/files/Endf_Mentale_Infrastrukturen.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , 08.01.2021).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 08 Nov 2021 19:02:40 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
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    </item>
    <item>
      <title>Neue Normalität als kulturpolitisches Dispositiv</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Norbert Sievers
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1. November 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Wir können nicht zur Normalität zurückkehren, denn die Normalität war von Anfang an das Problem.“ (Graffiti in Hongkong) (1)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In der Hochzeit der Coronakrise war es allen klar und nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal in diesem Jahr wurde es noch einmal bestätigt: So kann es nicht weitergehen. Selbst internationale Stars wie Madonna, Robert de Niro oder Juliette Binoche und weitere 200 Größen des Showbusiness hatten angesichts der Corona-Pandemie und der Klimakrise im Jahr 2020 in der Le Monde unter dem Titel „Nein zu einer Rückkehr zur Normalität“ ein radikales Umdenken und eine grundlegende Änderung des Lebensstils, des Konsumverhaltens und der Wirtschaft eingefordert. Dies mag bizarr anmuten, denn die „größten Kritiker der Elche waren früher selber welche“. Aber es zeigt immerhin, dass die Kultur- und Zivilisationskritik nicht mehr nur als Akademiethema behandelt wurde, sondern bis in die Lokalblätter der Tagespresse hinein mehr und mehr Gegenstand des öffentlichen Gesprächs wurde, für wie glaubwürdig man die Protagonist*innen auch immer halten mochte (2). Auch aus politischen Kreisen waren mahnende Stimmen zu hören. So forderte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die deutsche Wirtschaft auf, sich zur Rettung des Klimas vom traditionellen Kapitalismus abzuwenden und offenbarte mit dieser Ansage immerhin, dass der ressourcenvernutzende Turbo-Kapitalismus auch in konservativen Kreisen auf Kritik stößt (3). Finanzminister Olaf Scholz sprach von „neuer Normalität“, die es politisch zu gestalten gelte, und brachte damit einen gefühlten Konsens auf den Punkt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neue Sicht auf die Gesellschaft
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es scheint, als lebten wir in einer Zeit des Übergangs in eine neue Zeit, für die es noch keinen Begriff gibt. Einerseits ist da noch das „anything goes“ der Postmoderne, für die die Zukunft immer offen und gestaltbar war und natürlich immer Fortschritt bedeutete. In der positives Denken Lifestyle war und Ausweis dafür, wie man richtig denkt und lebt, in der Krisen vor allem eine Chance sind und das Glas immer halb voll und nicht halbleer. Es war / ist eine Zeit der voll ausgelebten Konsumentenfreiheit, aber auch eine „Kultur der radikalen Positivität, die nichts anderes ist als der Zwang, immer glücklich, gesund und produktiv zu sein“ (Leberecht 2020). Vor allem die audio-visuellen Medien (auch die öffentlich-rechtlichen Mainstreamsender), allen voran die Werbeindustrie lassen noch heute keine Gelegenheit aus, diese Botschaft zu verkünden. Und sie kommt an. Die Menschen brauchen diese positive Haltung offenbar, um ihr Leben zu meistern und in einer Welt bestehen zu können, in der unbedingtes Wachstum trotz des Wissens um dessen globale Folgeschäden das non plus ultra ist.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Doch langsam wendet sich das Blatt. Das Infotainment mit seiner Tendenz zur allseitigen und immerwährenden „Farbigkeitsbedarfsdeckung“ (Hermann Glaser) bekommt einen Dämpfer. Auch wegen der Pandemie ist Nachdenklichkeit wieder angesagt und Kritik und Skepsis gehören wieder zum „guten Ton“ verantwortungsvoller Politik und es hat allen Anschein, als würden die Mahner*innen für lange Zeit aus bekannten Gründen den Ton angeben. Kein Mensch glaubt heute noch, dass die Zukunft im positiven Sinne völlig offen zu gestalten ist. Dieser Traum ist vorerst ausgeträumt. Dies spiegeln auch gesellschaftstheoretische Beiträge. Spätestens seit die allzu optimistische Prognose vom „Ende der Geschichte“ (Francis Fukuyma) sich realpolitisch als falsch erwiesen hat und verstärkt durch die internationale Finanzkrise 2007/08 und insbesondere seitdem die Klimakatastrophe immer offensichtlicher wird, weicht die Zuversicht auf beständigen gesellschaftlichen Fortschritt in der Öffentlichkeit zumindest der westlich-kapitalistischen Länder einer Desillusionierung. Der Kultursoziologe Andreas Reckwitz spricht vom „Ende der Illusionen“ in spätmodernen Gesellschaften. Er diagnostiziert „Züge des Manisch-Depressiven“ im öffentlichen Diskurs angesichts des „begrenzten Realitätsgehalts des liberalen Fortschrittsmodells“ und mahnt für das 21. Jahrhundert eine Revision des klassischen Fortschrittsbegriffs an, „der uns seit der Aufklärung als Maßstab der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung dient“ (Reckwitz 2019: 11ff./304).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies hat Folgen für die politische Kultur und auch für die Art und Weise, wie wir über die Gesellschaft und die Stellung der Menschen darin nachdenken. So weist der Soziologe Udo Thiedeke darauf hin, dass nicht zuletzt durch die Corona-Krise die sozialen Tatbestände wieder in den Blick der Soziologie geraten. Nachdem jahrzehntelang kaum etwas sicherer und selbstverständlicher schien als die Erzählung der Spätmoderne, dass die Gesellschaft eine soziale und kulturelle Konstruktion sei, bringen ein Virus und die Klimakrise uns jetzt offenbar wieder auf den Boden der Tatsachen und geben zu bedenken, dass es auch unabhängig vom Menschen und seinen Interpretationen und Erzählungen mächtige Wirkkräfte gibt, die der gesellschaftlichen Aneignung der Natur und der „gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit“ (Thomas Luckmann) Grenzen setzen, dass die „Natur nicht nur als Faktum (etwas Gemachtes), sondern auch als Datum (etwas Gegebenes)“ zu betrachten ist (Thiedeke 2020). Diese Feststellung ist nicht nur soziologisch interessant, sondern auch kulturwissenschaftlich und kulturpolitisch, weil sie auch als ein Indiz für eine neue Sicht auf die Realität gedeutet werden kann, die die Selbstverständlichkeit, alles Gesellschaftliche sei sozial oder kulturell konstruiert (und damit auch gestaltbar), infrage stellt oder zumindest relativiert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturpolitik als neue Gesellschaftspolitik
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Was bedeutet dieser mögliche Wandel für die Kultur und für die Kulturpolitik, die doch so sehr mit der Optionsvielfalt der Postmoderne und dem ihr innewohnenden Wachstumsimperativ verquickt ist. Welchen Stellenwert wird sie im Kontext der notwendigen ökologisch-sozialen Transformation haben? Kann sie sich als neue Gesellschaftspolitik ins Spiel bringen? Wird sie neue Relevanzen und Prioritäten definieren und behaupten können? Die Kulturpolitik wird sich diesen Fragen stellen müssen, aber sie ist derzeit schlecht dafür gerüstet, weil ihre Akteure sich zum Teil in identitätspolitischen Kämpfen verheddern und weil die Kulturszene sich gegenwärtig aus verständlichen Gründen nichts sehnlicher wünscht als die Stabilisierung des Status quo ante. Die Corona-Krise ist noch nicht vorbei, da werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um alle Kulturveranstaltungen wieder an den Start zu bringen, koste es was es wolle. Der Ruf nach neuer Normalität war gestern. Da hilft dann auch keine noch so begründete Transformationsdebatte oder eine Neuauflage der „Kulturinfarkt-Diskussion“ (4). In diesen Zeiten ist auch der links-liberalen Kulturszene das ‚Hemd näher als die Hose‘, was im Moment eher für die Förderung weiterer Kompensationsprogramme spricht und die Lösung von Strukturfragen in weite Ferne rückt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Andererseits sind aber nicht alle kulturpolitisch Handelnden und kulturell Tätigen blind und sehen, was die Stunde geschlagen hat. Deshalb kommen grundsätzliche Debatten wieder auf die Tagesordnung. Die Zeit ist reif dafür, Kulturpolitik als neue Gesellschaftspolitik zu denken. Dies kann aber weniger von den Kulturinstitutionen und den kulturpolitischen Entscheidungsebenen ausgehen. Sie sind zu sehr Profiteure des Systems. Die Initiative muss vielmehr aus der Gesellschaft kommen. Hier braucht es Organisationen, die die Verantwortung dafür übernehmen und bereit sind, auch im eigenen widerstreitenden Milieu die Widersprüche und kognitiven Dissonanzen aufzeigen und an den gesellschaftlichen Verantwortungssinn appellieren. Ein wichtiger Ansatz in dieser Hinsicht ist das Positionspapier des Präsidenten der Kulturpolitischen Gesellschaft Tobias J. Knoblich, mit dem er deutlich macht, dass ein „'Weiter so' nicht mehr möglich“ ist und sich für eine „grundlegende Transformation“ und „Strukturoffensive für die Kultur und Kulturpolitik“ ausspricht, die u.a. „alle Maßnahmen (im Kulturbereich, d.V.) unter dem Vorbehalt der Kulturverträglichkeit“ stellt (5). Das wird nicht einfach sein, weil so mancher Konsens bröckeln wird und Verluste drohen. Aber es ist eine Chance, wieder argumentativen Boden unter den Füßen zu gewinnen und den Beweis dafür anzutreten, dass Kulturpolitik zu antizipatorischem und systemischem Denken und Handeln in der Lage ist, was nicht zuletzt Hermann Glaser zu Lebzeiten immer eingefordert hat. Dies wäre die Voraussetzung für eine notwendige mentale Transformation in der Kulturpolitik und eine neue Normalität, die – in Relation zu den großen notwendigen Umbrüchen – aber nur in Spurenelementen zu erkennen ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Quellen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (1) Zitiert nach Raab, Klaus (2020): Welt im Reagenzglas, in: der Freitag, Nr. 16, 16. April 2020, S. 13
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (2) Siehe dazu die dpa-Meldung vom 06. Mai 2020
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.focus.de/panorama/boulevard/kultur-stars-warnen-vor-rueckkehr-zur-normalitaet-nach-corona-krise_id_11962596.html" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (3) Siehe dazu Generalanzeiger Bonn vom 03. Mai 2020
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/deutschland/entwicklungsminister-fuer-abkehr-vom-traditionellen-kapitalismus_aid-50343499" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (4) Was natürlich nicht bedeutet, dass der neue Beitrag „Kulturinfarkt revisited?“ von den Infarktautoren nicht sehr bedenkenswerte Denkanstöße enthalten würde. Haselbach, Dieter/Klein, Armin/Knüsel, Pius/Opitz, Stephan (2020): Kulturinfarkt revisited?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://kupoge.de/wp-content/uploads/2020/11/Haselbach_et.al.Kulturinfarkt-revisited.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://kupoge.de/wp-content/uploads/2020/11/Haselbach_et.al.Kulturinfarkt-revisited.pdf
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (5) Knoblich, Tobias J. (2021): Zukunft durch Transformation! Es braucht eine Strukturoffensive für die Kultur und Kulturpolitik,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://kupoge.de/wp-kontent/uploads/2021/09/Positionierung_KuPoGe_Zukunft_durch_Transformationen.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (6) Reckwitz, Andreas (2019); Das Ende der Illusionen. Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne. Berlin: Suhrkamp Verlag 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (7) Thiedeke, Udo (2020): Der stille Frühling der Soziologie. Wie die Corona-Krise Gewissheiten der Soziologie herausfordert, in: Die Redaktion, 15. April 2020
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autor
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 01 Nov 2021 10:50:10 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Kultur nachhaltig fördern!</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/kultur-nachhaltig-foerdern</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Katharina Wolfrum
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           28. Oktober 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Was gängige Förderpraxis in den Künsten und der Kultur (noch) ist und was sie damit nicht leistet, hat Adrienne Goehler in ihrem
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.kulturagenda2030.de/tutzinger-manifest-reloaded" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Blogbeitrag
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            eindrücklich beschrieben und die Abkehr von dem Prinzip „höher, schneller, weiter“ sowie der „Versäulung“ gefordert. Neben einem neu einzuführenden Instrument wie dem Fonds für Ästhetik und Nachhaltigkeit stellt sich die Frage nach konkreten Umsetzungen in der jetzigen Förderlandschaft: Was ist notwendig und welche kulturelle Infrastruktur gilt es bereitzustellen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bevor ich konkrete Vorschläge und Beispiele anführe, kurz eine Darlegung, was ich unter dem vielschichtig aufgeladenen Begriff der Nachhaltigkeit verstehe: Neben der Verschränkung von Nachhaltigkeit und Kultur in der ästhetischen Praxis sowie der betriebsökologischen Komponente (Stichwort Klimaschutz und Ressourcenschonung) geht es auch stets um faire Arbeitsbedingungen (soziale Nachhaltigkeit), also darum die „Ressource Mensch“ zu schonen und den Raum für Kunst und Kultur dauerhaft zu erhalten - so entsteht im besten Fall zudem eine ökonomische Nachhaltigkeit.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Förderinstrumente im Blick
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie also ließe sich die Kulturförderung in diesem Sinne gestalten? Häufig ist die Rede von einer stärker prozessorientierten Förderung und gerade die vielen, während der Pandemie entstandenen, Neustart-Kultur-Programme gehen in diese Richtung, beispielsweise mit Recherche-Stipendien. Das ist ein guter Anfang, allerdings ist es wenig nachhaltig sich von Stipendium zu Stipendium zu hangeln und auch zuwendungsrechtlich ist eine Zweckbindung immer noch erforderlich. Interessant ist es daher, auf längerfristig angelegte Förderinstrumente zu blicken, durch sogenannte überjährige „Options- oder Konzeptionsförderung“ ist ein vertiefendes und zukunftsorientiertes Arbeiten möglich. Ein wünschenswertes Vorgehen wäre hier, die Zyklen - bei erfolgreicher Arbeit - je zu erweitern, also nach einer Zwei-Jahres-Phase erhält die Künstler*in/die Künstler*innengruppe im nächsten Schritt eine Drei-Jahres-Förderung und danach eine über fünf Jahre. Das gibt Vertrauen und Stabilität in Arbeitsprozesse und schafft auch Optionen, die eigene Infrastruktur, in Form von Proben- oder Lagerräumen auszubauen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein interessantes Experiment in diesem Zusammenhang ist die sogenannte „Produktionsunabhängige Förderung“, die die Stadt München 2019 ins Leben gerufen hat. Diese Förderung wird über den Zeitraum von drei Jahren dezidiert für die weitere Professionalisierung von Gruppen oder Einzelkünstler*innen eingesetzt, worüber beispielsweise Vernetzungstätigkeiten ebenso wie das Erstellen einer eigenen Website finanziert werden können.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nachhaltige Arbeitsbedingungen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Solche Förderformen erlauben den Aufbau einer kontinuierlichen Künstler*innenbiografie und stellen eine Abkehr von kurzlebiger Projektförderung und Dauerproduktion dar. Zudem ist es auf diese Weise leichter, weitere Gelder für Projekte oder Recherchen zu akquirieren, wovon sowohl die Akteure selbst als auch die Kultur vor Ort wiederum profitieren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und mit Blick auf die Projekte selbst? Ein wichtiger Hebel innerhalb des Zuwendungsrechts wäre von einem „sparsamen Wirtschaften“ hin zu einem „ressourcenschonenden Wirtschaften“ zu kommen - also nicht zwingend das günstigste Bühnenbildzubehör via Onlineversand zu bestellen, sondern im besten Falle auf bereits vorhandenes Material zurückgreifen, dieses entsprechend zu bearbeiten etc. Das ist darüber hinaus idealerweise eine Investition in die „Ressource Mensch“ und ermöglicht, in diesem Beispiel, einer Bühnenbildnerin bessere Arbeitsbedingungen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             ﻿
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
        
            Darüber hinaus ist es selbstverständlich wichtig, die Förderhöhen so anzupassen, dass Art-but-Fair-Standards umgesetzt werden können - und an dieser Stelle auch der Hinweis an alle Fördergeber*innen: wenn es heißt „Honoraruntergrenzen“, dann meint dies, dass die Honorare über dieser Grenze liegen dürfen!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ausgehend von Förderbedingungen, die sozialen Nachhaltigkeitskriterien entsprechen, ist es sinnvoll über Regelungen in Bezug auf nachhaltiges Reisen und Produzieren in den Förderrichtlinien zu sprechen bzw. diese zu fordern, beispielsweise im Bereich der Mobilität.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturelle Infrastrukturen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Beispiel der produktionsunabhängigen Förderung bzw. überjährigen Förderung macht darüber hinaus deutlich, dass die kulturelle Infrastruktur ebenso mitgedacht werden muss, wenn es um nachhaltige Arbeitsbedingungen für Künstler*innen geht. Was braucht es an Infrastruktur bzw. was muss diese Infrastruktur im nachhaltigen Sinne leisten?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das bekannteste Beispiel für die betriebsökologische Nachhaltigkeit lässt sich beim British Arts Council finden, da alle von ihm geförderten Kultureinrichtungen ihren ökologischen Fußabdruck messen lassen müssen (mit einem speziell für Kultureinrichtungen angepassten Analysetool). Seither hat sich der Fußabdruck in den Institutionen um 30% reduziert. Ein ähnliches Vorgehen wird in Deutschland nun vom Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit geplant und umgesetzt und es ist absolut wünschenswert, dass sich daran so viele Einrichtungen wie möglich beteiligen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Akteur*innen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Einrichtungen selbst können sich allerdings auf solche Prozesse nur einlassen, wenn ihnen eine gewisse Planungssicherheit gewährleistet wird - gerade in denen oft von Künstler*innen betriebenen (und im Städtemarketing beliebten) Zwischennutzungen ist dies nicht der Fall. Insofern sollte ein großes Augenmerk auf die Möglichkeiten der Verstetigung von kulturellen Nutzungen gelegt werden. An dieser Stelle ist es insbesondere wichtig, dass Kommunen bzw.. kommunale Verwaltungen über ihren Tellerrand blicken und fachübergreifend agieren, das heißt es bedarf der Kooperation von Kultur- mit Bauämtern, Planungsstellen oder dem Amt für Wirtschaft, weg von einem Spartendenken.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das wird nochmal virulenter, wenn nicht nur die Emissionen gemessen werden sollen, sondern - ganz im Sinne der Social Development Goals - eine Gemeinwohlbilanzierung für den umfassenderen Blick das Ziel sein sollte. Bei dieser geht es dezidiert darum, von Arbeitsverträgen über die Anzahl der Fahrradstellplätze alle Nachhaltigkeitsaspekte unter die Lupe zu nehmen. Derartige Verfahren sind aufwendig und daher ist es notwendig, die Prozesse nachhaltigen Denkens und Handelns noch stärker in den kommunalen Strukturen zu verankern und hier die dafür notwendigen personellen Ressourcen bereitzustellen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bevor nun die städtischen Verwaltungen vor so vielen Aufgaben, die Köpfe vergraben, möchte ich abschließend noch ein positives Praxisbeispiel für Infrastrukturförderung hervorheben. Aufgrund seines klaren Nutzens sollte es am besten sofort in jeder Kommune umgesetzt werden, die wenigstens etwas Raum und Geld bereit stellen kann; die Rede ist von „Materialumverteilungsinitativen“. Diese leisten einen wertvollen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, in dem sie Material, dass bei Ausstellungen oder Theaterproduktionen anfällt, vor der Entsorgung retten, sichten, sortieren und lagern, um es anschließend wieder an Künstler*innen weiterzugeben. Die Produktionskosten für die Künstler*innen sinken, die Förderung kann verstärkt in Honorare fließen und die Umwelt wird geschont - win-win im nachhaltigen Sinne!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fazit: Kunst gibt es nicht zu Dumpingpreisen - aber gute Förderinstrumente sind immer noch günstiger als mühsamer Wiederaufbau, wenn die gesamte kulturelle Struktur durch vermeintliche ökonomische Zwänge zerstört wurde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 28 Oct 2021 11:57:31 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Klimakultur</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/klimakultur</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Erfahrungsgeschichte des CLIMATE CULTURES network
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Martin Zähringer
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           25. Oktober 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine erste Erfahrung mit Klimakultur war die lokale Widerstandsgeschichte am Kernkraftwerk Wyhl in Südbaden. Damals befürchteten die Weinbauern durch die Kühlturmnebel negative Auswirkungen auf ihre Weinkulturen, während die hier im Süden Deutschlands aufkommenden Grünen gesamtheitlich ökologische Bedenken etablierten. Ich war sehr jung, reiste jeden Sonntag auf den besetzten Bauplatz und machte als begeisterter Demonstrant für eine bessere Umwelt eine erste gute politische Erfahrung. Das KKW Whyl wurde nicht gebaut. Später zog ich nach Berlin und politisch wurden andere Dinge wichtig. Ökologie und Klimaschutz kamen erneut ins Bild, als ich das Thema in Literatur und Kunst entdeckte. Und seither lässt es mich nicht mehr los. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich arbeite seit meinem Magisterabschluss an der HU-Berlin als freier Literaturkritiker in den Medien und habe immer wieder Feuilletonartikel und Rundfunkarbeiten über Literatur im Kontext von Ökologie und Umwelt publiziert. Aber erst recht spät, im Jahr 2018, erschien in der NZZ mein erstes Feuilleton, das sich nur mit Klimawandel in der Literatur befasst. Damit war das anglophone Konzept der Climate Fiction (CliFi) als Begriff bei uns eingeführt. Trotzdem: "Klimawandel verkauft sich nicht!", so wurde mir und meiner Partnerin und Koautorin Jane Tversted im Jahr darauf bei einer Recherchereise von den Verlagen mitgeteilt. Aber das hat sich sehr schnell geändert, wie wir selbst im Umfeld des deutschsprachigen Literaturbetriebes beobachten konnten, wir waren auch nicht ganz unbeteiligt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Aber Ehre wem Ehre gebührt. Am Anfang steht eine Bibliographie von Prof. Axel Goodbody, Germanist aus Großbritannien. Sein Forschungsbericht zu deutscher Climate Fiction enthält eine Liste mit klimarelevanten deutschsprachigen Romanen und über einige dieser Titel brachten wir eine längere Sendung im Deutschlandfunk Kultur, gefolgt von weiteren und dem WDR Hörspiel „Climate Fiction“ sowie einer dreistündigen „Langen Nacht vom Klima in der Literatur“ beim DLF. Innerhalb eines Jahres hatten wir das Arbeitsfeld internationalisiert. Die nächste Konzeptidee war ein Literaturfestival mit europäischer CliFi. Das Literaturhaus Berlin war schnell vom Programm überzeugt und kooperierte mit uns, die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa förderte das Projekt und trug die Kosten weitgehend. Es vergingen also nur knapp zwei Jahre seit dem ersten CliFi-Artikel in der NZZ bis zu unserem - weltweit ersten - Climate Fiction Festival in Berlin im Dezember 2020. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Climate Cultures als Konzept
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Obwohl wegen Covid nur als digitales Ereignis möglich – drei Tage im Internet – wurde das Literaturfestival von Publikum und Presse intensiv und international wahrgenommen. „Wenn die Welt gefährlich wird, darf Literatur nicht harmlos sein!“, das war 2020 das offizielle Motto und wir wollten in diesem Sinn weiter machen. Aber nicht mit einer Routineübung, also etwa einer jährlichen Neuauflage von Climate Fiction, wobei sich das schon anbieten würde, denn Klimawandel in Belletristik, Fach- und Sachliteratur ist inzwischen ein Gebiet, das dringend der Einordnung bedarf. Langfristig geht es uns um die kulturelle Dimension, in der Climate Fiction und jegliche Art von Klimakommunikation entstehen und darum, eine produktive Verbindung zwischen den akademischen, politischen und literarisch-künstlerischen Welten herzustellen – und eben auch zwischen den Klimakulturen dieser Welt. So gründeten wir das gemeinnützige CLIMATE CULTURES network berlin e.V. - laut Satzung ein Verein für Kultur und Klimaschutz.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als Verein erhielten wir weitere Finanzierungen von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa für das Festival „Planet schreibt zurück!“. Wir erweitern den Zugang mit dem kulturtheoretischen Ansatz Climate and Cultures, wiederum britisch inspiriert von Mike Hulme, Professor für Climate and Cultures am Kings College in London. Aber auch von Imre Szeman aus Kanada, aktiv im akademischen Forschungsparadigma Petrocultures, von Harald Welzer mit seinen Büchern Klimakriege und KlimaKulturen und vor allem von den Traditionen, Produktionen und Präsentationen der Klimakulturen selbst. Planet 2021 findet im November in der Volksbühne und im Babylon in Berlin statt. Schwerpunkte setzen wir mit Arctic People / Climate Cultures sowie Petrocultures / Ölmoderne, literarisch sind wir mit Science Fiction / Climate Fiction dabei. Das visuelle Programm besteht aus einer eigens kuratierten Filmreihe und einer kuratierten Fotoausstellung. 2022 wird mit Australien, der Karibik, New Orleans südlich und auch feministischer und die Böll Stiftung kooperiert mit einer von ihr organisierten Fotokunstausstellung aus Marokko.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Writing climate in climate cultures
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Im weiteren Sinn heißt das Arbeitsfeld beim CCnetwork berlin e.V.:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Writing Climate in Climate Cultures
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            . Es erweitert den vom Anthropologen James Clifford begründeten kritischen Ansatz des
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Writing Culture
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , das die kulturelle Hegemonie der westlichen Wissenschaft im imperialistischen Projekt in Frage stellt. Im postkolonialen Kontext steht dann für die kulturelle Selbstermächtigung die bekannte Formel „The Empire writes back!“. Wenn unser aktuelles Festival "Planet schreibt zurück!" heißt, meint das nicht unbedingt die Sprache der Natur, in der uns die Erderhitzung zurück-schreibt, diese aber auch. Das Engagement unserer Arbeit gilt in erster Linien den Traditionen, Produktionen und Praktiken der Klimakulturen dieser Welt. Wir lassen sie für sich sprechen und schreiben sie noch in Mehrzahl. Aber vielleicht wird man einmal von einer Klimakultur sprechen, in der eine planetare Nachhaltigkeit begründet liegt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Literatur kommt hier eine besondere Rolle in schwierigen Zeiten zu. Das will nicht heißen, sie wird in den Dienst der Sache gestellt. Vielleicht ist es eher eine Chance, denn Literatur als wesentliches Medium des Kulturlebens muss sich selbst erneuern, wenn sie nicht als Anhängsel des Unterhaltungsbetriebes enden will. Die Masse der irrelevanten Titel hat in den letzten Jahren schon enorm zugenommen. Dieser Verdrängungsmarkt muss zurückgefahren werden, unter ökologischen Gesichtspunkten ebenso wie unter geistig kulturellen. Und wie sich dies – eine Rückkehr zur gesellschaftlichen Verpflichtung der Literatur – im Wettbewerb der Geister abbilden kann, das liegt doch ziemlich offen auf der Hand: Was könnte inspirierender sein als die globale
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Condition Humain
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            unter dem Gesichtspunkt eines umfassenden Wandels der Verhältnisse; Klimawandel, das Wort ist dafür zu schwach - starke Texte sind gesucht. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autor
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 25 Oct 2021 07:57:07 GMT</pubDate>
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      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Z%C3%A4hringer2_ARC.jpg">
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Raus aus der Bubble? Rein in die Bubble!</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Argumente für eine kulturelle Dimension der Sustainable Development Goals
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gabriele Köhler
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           21. Oktober 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Raus aus der „SDG-Bubble“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Im Jahr 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen (VN) einen Fahrplan für gerechte und nachhaltige Entwicklung, die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: Transformation unserer Welt. Sie gilt für alle Länder und hebt besonders die Rechte der Armen und Ausgegrenzten hervor: ‚Leave no one behind’ lautet das zentrale Motto: „Wir sind entschlossen“, heißt es in der 2015 verabschiedeten Präambel der Agenda, „die kühnen und transformativen Schritte zu unternehmen, die dringend notwendig sind, um die Welt auf den Pfad der Nachhaltigkeit und der Widerstandsfähigkeit zu bringen. Wir versprechen, auf dieser gemeinsamen Reise, die wir heute antreten, niemanden zurückzulassen.“ Zu den Zielen gehört, bis 2030 extreme Armut und Hunger zu überwinden, Bildung und Gesundheitszugang, sauberes Wasser, und erneuerbare Energie für alle sicherzustellen. Dazu braucht es menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Wohlstandsfortschritte. Mit Verweis auf das im gleichen Jahr verabschiedete Pariser Klimaabkommen widmen sich drei Ziele dem Schutz des Klimas und des Planeten. Und die Agenda verpflichtet zu Frieden, guter Regierungsführung, Wahrung der Menschenrechte, Geschlechtergerechtigkeit und dem Abbau von Ungleichheiten. Die Agenda versteht Nachhaltigkeit also im umfassenden Sinne. Die Ziele sind als 17 SDGs – die sustainable development goals – zusammengefasst, jeweils mit Unterzielen und Messindikatoren. 193 Länder haben sich dazu bekannt und berichten seit 2016 reihum der VN-Generalversammlung über ihre Fortschritte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Bundesregierung hat diese Agenda in ihre Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) übernommen und ein komplexes Umsetzungsgebilde aus parlamentarischen Rät*innen und Staatssekretär*innen für Nachhaltigkeit geschaffen. Zudem ist der Rat für Nachhaltige Entwicklung mit vier regionalen Koordinationsstellen aktiv in der Verbreitung und lokalen Konkretisierung der Ziele in Deutschland. Einige Großunternehmen haben sich die 17 Ziele – oder zumindest die dazugehörigen Icons – angeeignet. Sehr präsent sind die SDGs in Teilen der Zivilgesellschaft, die mehr Ambition in den Zielen an sich, einen ganzheitlichen Bezug der Ziele aufeinander, und eine raschere Umsetzung von der Regierung einfordern. Dazu gehören Umweltaktivist*innen, Frauenrechtsorganisationen, und Wohlfahrtsverbände.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die zivilgesellschaftlichen Gruppen und Initiativen in Deutschland und auch weltweit sind sehr aktiv, kreativ, und voller Energie. Aber zu einem gewissen Grad bewegen sie sich in „Bubbles“ – in freundschaftlichen Blasen von Nichtregierungsorganisationen, Arbeitskreisen oder informellen Gruppen, die zu gemeinsamen Aktionen und Druck auf die Politik zusammenfinden. Sie sind intensiv unter- und miteinander vernetzt und bestärken sich gegenseitig in ihren Ansichten zu einer gegebenen (tages-)politischen oder kulturellen Frage. In jüngster Zeit beobachten wir, wie neue und teils unerwartete Koalitionen entstehen, zum Beispiel in der Klimabewegung, die sich mit Gewerkschaftsanliegen solidarisiert, oder in der Asylrechtebewegung, die von Unternehmerkreisen Unterstützung erfährt. Da kommen bislang verschlossene „Bubbles“ zusammen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie erreichen wir nun daran anknüpfend, dass die Nachhaltigkeitsziele auch denen bekannt sind und ein Anliegen werden, die sich nicht proaktiv in der deutschen Sozial- oder Wirtschaftspolitik oder in der Entwicklungszusammenarbeit bewegen oder sich mit diesen Politikfeldern beschäftigen? Wie springen wir über von der SDG-Bubble, als Beispiel, in die Kulturszene?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Rein in die Bubble!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei aller Bandbreite fehlt den SDGs ein wichtiges Thema: die Kultur. Der Vorspann der Agenda streift zwar die Rolle der ‚kulturellen Vielfalt’ und in den Zielen zu Beschäftigung und zu nachhaltigen Konsum- und Produktionsstrukturen wird auf die Bedeutung lokaler Kultur hingewiesen. Die Begriffe Kunst oder Kultur gibt es allerdings nicht in der Agenda, und damit auch kein eigenständiges Ziel zu ‚Kunst- und Kultur’. Lediglich das Weltkulturebene wird erwähnt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dafür gibt es Gründe. Reaktionäre und regressive Kreise wollten bei den Verhandlungen zu der Agenda 2030 durchaus Kultur miteinbeziehen. Sie wollten eine Vorstellung von kultureller Eigenständigkeit durchsetzen, die für sie eine Nichteinmischung in lokale Praktiken statt einer Verpflichtung zu den allgemeingültigen Menschenrechten bedeutet hätte. Dann wäre es ein Vorrecht von Nationalstaaten geblieben, darüber zu entscheiden, ob Genitalverstümmelung, Homophobie, oder die Unterdrückung und Verfolgung von Dissident*innen zu dulden sind. Gegen die Formulierung grundlegender Menschenrechte kämpfen manche Länder des globalen Südens schon seit den 1990er Jahre unter dem Vorwand eines Kulturrelativismus. Progressive Länder und zivilgesellschaftliche Organisationen entschieden sich bei den Verhandlungen daher, ganz gegen die Aufnahme eines Kultur-SDG zu stimmen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dennoch: es spräche einiges dafür, die Anliegen von Kunst und Kultur in die SDGs einzubauen, aufbauend vielleicht auf den vereinzelten Erwähnungen kultureller Verweise. Es würde darum gehen, die Freiheit einer progressiven, menschenrechtsbasierten Kultur einzufordern, ein Recht auf Teilhabe an Kultur, und das Recht auf unabhängiges Kulturschaffen mit adäquat ausgestatteten Budgets und als gangbares Berufsfeld zu unterstützen. Solche Ziele müssten von einer breiten progressiven Allianz formuliert werden, um sicherzustellen, dass sie nicht von Menschenrechtsfeinden gekapert werden. Einen progressiven Kulturbegriff in seiner Vielfalt zu verteidigen, setzt voraus, einen Begriff dessen zu haben, was Kultur im Kontext der nachhaltigen Entwicklungsziele bedeuten könnte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In der Tat gab und gibt es Initiativen dazu, die Agenda 2030 auszuweiten. Schon bei Vorgängern der derzeitigen Agenda gab es Aufrufe zur Einbeziehung der kulturellen Dimension, beispielsweise in den Nachhaltigkeitsbegriff, denn nachhaltige Entwicklung und kulturelle Entfaltung seien voneinander abhängig. 2001 erschien das Tutzinger Manifest, das die „lokale, nationale und internationale Nachhaltigkeitspolitik auf(forderte), sich mehr als bisher den gesellschaftlichen Entwicklungspotenzialen von Kultur, Ästhetik und Kunst zu öffnen“ und in der damals aktuellen Agenda 21 zu berücksichtigen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zwanzig Jahre später ruft das Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien (ANKM) (2020) zu einem Green New Deal für die Kultur auf. Künstler*innen und Redakteur*innen möchten „Pioniere“ vernetzen, um durch Aktionen und Veranstaltungen Einfluss zu nehmen – speziell auf die CO2-Reduktionsziele. Sie möchten „neue Erzählungen und Erlebnisse […] entwickeln, die die gesamte Gesellschaft in diese Generationenaufgabe mit einbeziehen und diese als bewältigbar erfahrbar machen.“ Sie haben auch einen CO2-Fussabdruck-Rechner für verschiedenste Kultureinrichtungen erstellt. Statt auf die SDGs wird hier implizit auf das Pariser Klimaankommen Bezug genommen; ein Anknüpfen an die Agenda 2030 wäre aber leicht machbar, über das klimapolitische SDG 13.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Vereinten Nationen, angestupst von der UNESCO, weisen breiter gefasst auf die Bedeutung von Kultur für soziale Inklusion, Resilienz und Entwicklung hin. Für einen genuin progressiven Kulturbegriff müssten allerdings andere „kulturelle“ Bewegungen mit einbezogen werden – alle Initiativen um Menschenrechte, Klima- und Ressourcengerechtigkeit. Eine Bewusstheit um das immense soziale und ökonomische Machtgefälle müsste in den Kulturbegriff eingearbeitet werden. Und um wirklich transformativ zu sein, wie es die Agenda 2030 verspricht, müssten auch die post-kolonialen Diskurse aufgearbeitet werden und die Initiativen in Europa müssten sich mit transformativen Bewegungen im Globalen Süden solidarisieren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann wäre es sinnvoll, darauf hinzuarbeiten, dass Kunst und Kultur auch in die „SDG-Bubble“ aufgenommen werden! Leave no transformative idea and no one behind!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Text stellt eine gekürzte Version eines Beitrags für die erste Schriftenreihe des Cultural Policy Lab der LMU München dar (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://culturalpolicylab.com/publications/staging-the-lab/forschungsperspektiven-im-rahmen-des-cultural-policy-lab-for/raus-aus-der-bubble-rein-in-die-bubble" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            zur Veröffentlichung mit Referenzen und Verweisen).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 21 Oct 2021 05:49:10 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Gabriele+K%C3%B6hler_ARC.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Orte kultureller Nachhaltigkeit</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/orte</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Öffentliche Bibliotheken im digitalen Zeitalter
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tim Schumann
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           18. Oktober 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Öffentliche Bibliotheken wurden bisher nur wenig betrachtet, wenn es um die Frage der Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter ging. Leider finden Sie oftmals keinen Eingang in Strategien und Programmen der Politik zur nachhaltigen Entwicklung (wie z.B. in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung). Dabei sind sie sehr häufig die am stärksten besuchte Kultur- und Bildungseinrichtung in einer Stadt und haben damit großes Potential, eine nachhaltige Zukunft zu fördern. Seit einigen Jahren stellen sich immer mehr öffentliche Bibliotheken die Frage, was Nachhaltigkeit für sie darstellt und welche Rolle sie in einer nachhaltigen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts einnehmen sollen. Damit verbunden ist auch der massive Wandel des Ortes sowie die Rolle einer öffentlichen Bibliothek im digitalen Zeitalter. Von bisher oft passiven und stillen Orten des Buches, wandeln sie sich zu aktiven und lebendigen Orten der Zivilgesellschaft, des Experimentierens und der Begegnung (1).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Veränderungen öffentlicher Bibliotheken im digitalen Zeitalter
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das digitale 21. Jahrhundert hat einen massiven Einfluss auf das Selbstverständnis von Bibliotheken. Die stark geänderten Verhalten der Menschen beim Lesen wie auch bei ihren Zugängen zu Medien und Informationen bringen Bibliotheken seit mehreren Jahren dazu, ihren gesetzlichen Auftrag der Bereitstellung von Informationen, neu zu interpretieren. Viele Menschen erfüllen ihre Informations- und Bildungsbedürfnisse schon lange nicht mehr ausschließlich über Bücher, sondern verlagern sich in die digitale Sphäre. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist dieser Trend nicht zu übersehen! Zudem nutzen viele Menschen den Raum Bibliothek deutlich anders, halten sich deutlich länger auf oder nutzen öffentliche Bibliotheken als Arbeitsräume, zur Entspannung oder als Treffpunkte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dabei ist es nicht neu, dass sich öffentliche Bibliotheken gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen. Sie reagieren schon immer auf gesellschaftliche Megatrends wie eine alternde Gesellschaft, den Wandel hin zu Migrationsgesellschaft oder die Transformation hin zur digitalen Gesellschaft. Daher ist es auch nicht ungewöhnlich, dass sie sich in den letzten Jahren auch immer stärker im Bereich der Nachhaltigkeit hervor tun und mit Hilfe der 17 Ziele der UN ihre Arbeit neu bewerten. Vielmehr scheinen die 17 Ziele wie gemacht für die neue Rolle öffentlicher Bibliotheken – und damit ist nicht gemeint, dass Bücher und andere Medien zu den Themen gekauft werden (2)! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Digitalmoderne hat einen sozialen Charakter (3)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           … die Zukunft der Bibliotheken auch. Als so genannte ‚Dritte Orte‘, oder ‚Wohnzimmer der Stadtgesellschaft‘ wird auch der soziale Charakter öffentlicher Bibliotheken immer bedeutender. Wenn die soziale Komponente mit der ökologischen verknüpft wird, ergeben sich für öffentliche Bibliotheken eine nahezu einzigartige Rolle. Sie können eine ‚moderne Agora‘ oder ein „Werkzeugkasten“ (4) für die Nachbar:innenschaft sein, um gemeinsam Lösungen für lokale Probleme finden. Damit bleibt eine Bibliothek sogar auch ihrer Aufgabe treu, Wissen und Informationen zu vermitteln, nur dass das nicht mehr ausschließlich über Bücher geschieht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "If, today, the library didn't already exist, it's hard to imagine our society's leaders inventing it." (5)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Viel zu selten wird erkannt, welche einzigartige Rolle öffentliche Bibliotheken in der Gesellschaft einnehmen. Sie sind als „low-intensive meeting places“ (6) Orte, die möglichst allen Menschen zur Verfügung stehen sollen. Zudem sind sie im Grunde jederzeit kostenfrei nutzbar und die Menschen können sich den ganzen Tag in einer Bibliothek aufhalten, ohne einen Cent bezahlen zu müssen (inkl. kostenfreiem Wlan). Dazu kommt, dass Bibliotheken versuchen, weitere Barrieren zu erkennen und abzubauen. Unter dem Arbeitsbegriff der ‚diversitäts-orientierten Öffnung‘ (7) wird auch hinterfragt, wer eigentlich bisher in die Bibliothek kommt, und wer nicht und wer eigentlich in Bibliotheken arbeitet und wer nicht. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bibliotheken als Akteurinnen im Zeitalter der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Thema der sozial und ökologisch nachhaltigen Bibliotheksarbeit steht in Deutschland noch am Anfang, gewinnt jedoch stark an Bedeutung (8). Zudem gibt es keine vergleichbaren Bildungs- und Kultureinrichtungen, die eine ähnliche lokale Breitenwirkung entwickeln können, wie Öffentliche Bibliotheken. Daher nehmen Sie eine zentrale Rolle in einem nachhaltigen 21. Jahrhundert ein! Dem vermeintlichen Vorwurf, dass Öffentliche Bibliotheken damit ihren eigentlichen Auftrag nicht mehr erfüllen würden, wird hier klar mit zwei Antworten widersprochen:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;ol&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Nein! Bibliotheken helfen den Menschen, in einer sich stark und rasant verändernden Welt Orientierung und Wissen zu erlangen. Die bevorstehenden dramatischen Veränderungen stellen eine gewaltige Herausforderung im alltäglichen Leben dar, für die die Menschen gestärkt werden müssen.
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Egal! Die prognostizierten Veränderungen durch den drohenden Klimakollaps bedrohen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie, so dass keine Zeit mehr für eine vermeintliche Neutralität bleibt. Vielmehr kann es Bibliotheken in ihrer Rolle stärken, hier eine klare Position zu beziehen!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
  &lt;/ol&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Quellen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (1) Hauke (2019, Hrsg.): Öffentliche Bibliothek 2030: Herausforderungen, Konzepte, Visionen, 2019. Online unter:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.bock-und-herchen.de/index.php/oeffentlichebibliothek2030" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (2) https://www.biblio2030.de/
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (3) Rauterberg (2013): Wir sind die Stadt, Berlin, 2013, S. 77-78.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (4) Lankes (2017): Erwarten Sie mehr! Verlangen Sie bessere Bibliotheken für eine komplexer gewordene Welt, Berlin, 2017.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (5) Erich Klinenberg (2018): Palaces for the people : how social infrastructure can help us fight inequality, polarization, and the decline of civic life, New York, 2018. S. 37.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (6)  Audunson: The public library as a meeting-place in a multicultural context. In: Journal of Documentation.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (7)  https://www.360-fonds.de/
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (8) 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.netzwerk-gruene-bibliothek.de/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Netzwerk Grüne Bibliotheken
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
              oder die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Initiative Libraries4Future
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autor
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 18 Oct 2021 08:47:49 GMT</pubDate>
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      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Tim+Schumann_Foto_Corinne+Stoppelli_ARC.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Tim+Schumann_Foto_Corinne+Stoppelli_ARC.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Tutzinger Manifest reloaded</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/tutzinger-manifest-reloaded</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit (FÄN)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Adrienne Goehler
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           13. Oktober 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Tutzinger Manifest fordert die lokale, nationale und internationale Nachhaltigkeitspolitik auf, sich mehr als bisher den gesellschaftlichen Entwicklungspotenzialen von Kultur, Ästhetik und Kunst zu öffnen. Denn der Erfolg des Jahrhundertprojektes Nachhaltigkeit dürfte entscheidend davon abhängen, ob und wie weit es künftig gelingt, neben naturwissenschaftlichen, sozial- und wirtschaftspolitischen Konzepten auch kulturell-ästhetische Gestaltungskompetenzen substanziell in die Umsetzungsstrategien einzubeziehen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gerne, und immer wieder aufs Neue unterstreiche ich, dass meine ersten Überlegungen für einen "Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit (FÄN)", auch durch das Tutzinger Manifest 2001 inspiriert wurden, bzw. lässt sich der FÄN als eine praktische Konsequenz aus dieser Erklärung lesen, die  jetzt 20 Jahre zurückliegt. Zwei Jahrzehnte, ohne dass die lokale, nationale und internationale Nachhaltigkeitspolitik sich an dieser Einsicht orientiert hätte. Ohne, dass die Verbindung Ästhetik und Nachhaltigkeit in öffentliche Förderprogramme, politische Ressorts oder private Stiftungen nennenswert Einzug gefunden hätte. Vielmehr verhindern gegenwärtige Förderkriterien politischer Programme und Stiftungen hierzulande immer noch die ästhetische Dimension nachhaltigen Denkens, Lebens und Wirtschaftens.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die öffentlich geförderte Kultur-Theater-Kunstwelt wiederum hat die Verbindung von Ästhetik und Nachhaltigkeit auch nicht wirklich in ihre Wahrnehmung aufgenommen und etwa nachhaltigere Produktionsbedingungen eingefordert. Wertvolle Jahre, die in der Kunst verstrichen, bis 2018 durch "Das terrestrische Manifest" des französischen Philosophen Bruno Latour, einer der großen Autoritäten im zeitgenössischen Kunstbetrieb, aber auch durch Greta Thunberg und den fühlbaren Dürresommer es auch zu den Künsten durchdrang, dass sie ebenfalls auf dem Fundament kolonialer, patriarchaler und ressourcenzerstörender Strukturen der kapitalistischen Produktionsweise stehen und dass es kein Wegducken mehr vor der Schärfe der Klimakrise geben kann.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein Grund für diese Selbstvergessenheit des Kulturbereichs ist auch, dass die Akteur:innen im letzten Jahrzehnt einer beispiellosen Selbstoptimierungserwartung ausgesetzt waren und sich selbst ausgesetzt haben. Das kapitalistische Prinzip des 'höher, schneller, weiter, größer, mehr' hat nicht nur den Planeten erschöpft. Auch künstlerische Institutionen und das einzelne künstlerische Leben, das - so nicht fest angestellt oder verbeamtet, - sich in einem beschleunigten Projekt-Antragswahn befindet, der seit Pandemiebeginn noch an Fahrt aufgenommen hat. Nie floss mehr Geld aus dem staatlichen Füllhorn, das aber nur in größter Hast und nur von denen, die das System besonders gut durchblickten, abgerufen werden konnte. Nachhaltigkeit sieht anders aus. Gerechtigkeit auch.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Obendrein bleiben wir weiter gefangen in einer infantilisierenden Förderlogik, die nur auf sofort und zweifelsfrei feststellbare Innovation und Einmaligkeit setzt und diese durch Wettbewerb, Formalität, Kontrolle und rigides Zeitmanagement erzwingen will. Aktuelle Förderstrukturen verlangen, künstlerisches Schaffen am ständigen Outputzwang innerhalb kürzester Zeitfenster zu messen, womit sie neben unökologischen Produktionsweisen auch die Verschleuderung künstlerischer Energien und finanzieller Mittel verursachen. Stattdessen sollten wir die Vorstellungskraft der Künste für diese notwendige Transformation entfesseln. Es geht um die »Verweltlichungen der Künste« (Donna Haraway), um die menschlichen Beziehungen, Zeit, Arbeits- und Denkweisen als Ressourcen zu begreifen, als Modelle einer Zukunft, die schon längst begonnen hat, jenseits der noch eher hermetischen Räume der Selbstvergewisserung. Es muss gehandelt werden. Von allen. Jetzt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jetzt brauchen wir andere, entschleunigte, nachhaltige und zugleich durchlässige Förderstrukturen. Weniger Zwang zur Produktion, aber mit der Idee, die Mittel der Kunst in andere gesellschaftliche Bereiche hineinzutragen, gemeinsam zu forschen, über die disziplinären Grenzen hinweg. Wir müssen neue Formen des künstlerisch-wissenschaftlichen Eingreifens und Kooperierens ermöglichen und unser Wissen und unsere Leidenschaften zusammenbringen, denn Alexander v. Humboldts notierte bereits, dass über die Natur nicht forschen könne, wer sie nicht fühle (1).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Um die bloße Segmentförderung und entsprechende Versäulung des Wissens zu überwinden, braucht es andere Gefäße als die disziplinär zugeschnittenen Fördertöpfe, um künstlerische Interventionen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit zum erweiterten gesellschaftlichen Nutzen zu ermutigen: Einen Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit, der idealerweise von mehreren Ministerien ermöglicht wird, um das Forschen und Wissen der Künste und Wissenschaften füreinander durchlässig zu machen, ergänzt um das aktivistische Bewegungs- und das lokale Alltags-Wissen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wir müssen kulturpolitisch größer denken und begreifen, dass die bisherige kurzlebige Kulturproduktion und ihre Fördermodalitäten Nachhaltigkeit in der Kunst verunmöglichen. Deshalb muss ein FÄN Zeit geben für ein gemeinsames multidisziplinäres und multiperspektivisches Forschen. Dafür müssen wir sowohl das gedankliche wie ordnungspolitische Silo der Kunst-Kultur als auch das der Wissenschaft verlassen, die beide weitgehend unverbunden neben den anderen Ressort-Silos stehen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Bedürfnis nach einem radikalen Move aus dieser Gefangenschaft bringen die sehr unterschiedlichen 131 Personen aus Wissenschaft, Forschung und Kunst, als stimmen- und gedankengewaltiger Chor zum Ausdruck, mit dem sie den FÄN aus ihrer Sicht plausibel machen (2). Der Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit - als Laboratorium, möglicherweise als ein Satellit des Neuen Europäischen Bauhaus, das auch institutionelle Neuerungen ermutigen will - ist jetzt in greifbarer Nähe. Die KuPoGe als wortmächtige und politikbegleitende Organisation könnte ihrem Präsidenten folgen, der für die zwingend notwendige Aufkündigung der Zergliederung von Erkenntnis im Decartes'schen Sinne plädiert. (...) "Die sinnlichen Vermögen (...) arbeiten lustvoll mit ihrer Komplexität. (....) Ästhetik erschließt uns die Welt auf ihre Weise, sie erlaubt Gefühl, Schock, individuelle Annäherung." Er traut dem FÄN zu, "Großartiges [zu] leisten, da er ein entscheidendes Zukunftsthema mit sinnlicher Qualität und ästhetischer Finesse verbindet. Es werden Dinge verhandelbar, weil sie plötzlich dringlich inszeniert werden, fasslich, erlebbar, annehmbar".
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der FÄN, so behaupte ich, reflektiert die Conclusio des Tutzinger Manifests und könnte ihr zum praktischen Durchbruch verhelfen. Nach 20 Jahren scheint ein Handeln nach der Erkenntnis endlich möglich. Es ist Verhandlungszeit. Gibt es nicht so oft.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Quellen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (1) Alexander von Humboldt an Goethe am 3.1.1810, vgl. Engelhard Weigl (1990): Instrumente der Neuzeit: Die Entdeckung der modernen Wirklichkeit. Metzler, S. 201
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (2) Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit mit allen Stimmen, auch der von Dr. Tobias Knoblich (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="http://www.fonds-aesthetik-und-nachhaltigkeit.de" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           )
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (3) Zwischenruf "wann, wenn nicht jetzt?" und "für einen fonds ästhetik und nachhaltigkeit | FÄN. raus aus den echokammern – aufruf zur kompliz:innenschaft!"
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           in transformers, arbeitsbuch 30, Theater der Zeit, Juli 2021 (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.theaterderzeit.de/buch/transformers/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           )
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (4) Konzeptgedanken zur Errichtung eines Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.boell.de/de/bildungkultur/publikationen-konzeptgedanken-errichtung-fonds-aesthetik-nachhaltigkeit-13911.html" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Link
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           )
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nachhaltigkeit meint auch das Rad der guten Gedanken nicht immer neu zu erfinden. Deshalb habe ich eigene und befreundete Überlegungen recycelt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 13 Oct 2021 05:39:51 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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    </item>
    <item>
      <title>Wirksamkeit</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/wirksamkeit</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für eine Kultur der Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Beate Winkler
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11. Oktober 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1. Wir sind in einer tiefen Identitätskrise
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Dramatik des gesellschaftlichen Veränderungsprozesses, in dem wir uns befinden, wird immer noch nicht zureichend erfasst. In fast allen Bereichen unseres Lebens findet ein tiefgreifender Wandel statt: Digitalisierung, Klimawandel, radikale Ökonomisierung und Beschleunigung unseres Lebens, Migration, Globalisierung, Wertewandel – um nur einige Beispiele zu nennen. Wenn in einer Organisation in allen Bereichen gleichzeitig tiefgreifende Veränderungen stattfinden, besteht die Gefahr, dass diese ihre Identität verliert. Und diese Identitätskrise findet jetzt in unserer Gesellschaft statt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2. Uns fehlen Zukunftsbilder
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wir haben keine Zukunftsbilder mehr. Jeder Veränderungsprozess ist mit Widerstand verbunden, weil Wandlung unserem Sicherheitsbedürfnis widerspricht. Er kann überwunden werden, wenn wir Bilder von der Zukunft haben, die positiver sind als die Abwehr, die mit jedem Veränderungsprozess einhergeht. Genau an diesen Bildern mangelt es. Wir leben in einer visionslosen Gesellschaft. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das leere Papier als Symbol von Möglichkeiten – Unsere Haltung ist entscheidend
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Probleme kann man bekanntlich – um mit Albert Einstein zu sprechen - niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Wir brauchen unverstellte Sichtweisen auf Lösungsmöglichkeiten, damit wir nicht die Antworten von gestern downloaden für die Fragen von Heute und Morgen. Dafür brauchen wir Freiraum für Suchbewegungen. Freiraum wie vor einem leeren Blatt Papier. Gefragt ist nach unserer Haltung, wie wir uns auf das leere weiße Papier einlassen: Sind wir offen für die Offenheit?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4. Gesellschaftlich übergreifende Prozesse initiieren
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Für die aufgeworfenen Fragen gibt es weder einfache Antworten noch Patentrezepte. Zu ihrer Lösung brauchen wir langfristige Strategien und neue Formen der Zusammenarbeit. Das kann uns gelingen, wenn wir – die Kulturpolitische Gesellschaft – gemeinsam mit anderen Organisationen Prozesse initiieren, die von der gegenwärtigen Situation ausgehen und Fragen nachgehen wie: „In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Wie können wir eine Kultur der Nachhaltigkeit mit unseren Wünschen und Bedürfnissen in Einklang bringen? Wo liegen die wirksamsten Hebel für Veränderungen?“ 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5. Der Blick auf die Chancen – ohne die Probleme zu verschweigen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wir können den Blick für die Potentiale in unserer Gesellschaft schärfen und die Vermittlung von Bedrohungsszenarien vermeiden. Zum Beispiel beim Thema „interkulturelles Zusammenleben“. Das ganze Potential des interkulturellen Zusammenlebens wird immer noch zu stark unter negativen Aspekten diskutiert, die Digitalisierung zu wenig nach Chancengerechtigkeit und den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet. Hier heißt es viel stärker in „und“ und nicht in „oder“ zu denken: Chancen UND Probleme.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6. Der Blick auf die Zukunftsbilder
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zukunftsbilder für eine Kultur der Nachhaltigkeit sollten nicht nur so überzeugend und faszinierend sein, sodass sie attraktiver sind als die Abwehr, die mit jeder Veränderung einhergeht, sondern auch in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs entstehen und verankert werden. Dabei sollten neue Beteiligungsverfahren der Bevölkerung und interaktive Kulturprojekte im Mittelpunkt stehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7. Kunst und Kultur in den Mittelpunkt der Gesellschaft stellen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gerade in Zeiten epochaler Umbrüche, wie wir sie jetzt erleben, ist Kunst eine zentrale Kraft für die Gestaltung neuer Herausforderungen. Viel zu wenig werden diese Ressourcen kreativ bei Veränderungsprozessen genutzt. Aufgabe von der Kulturpolitischen Gesellschaft sollte es sein, diesen Aspekt aktiv in den Vordergrund zu stellen und diese Ressource bei der Entwicklung von gesellschaftlichen Strategien der Politik zur Verfügung zu stellen. Eine „Kultur für alle“ könnte um eine „Kultur für den Wandel“ ergänzt werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8. Beteiligung der Bevölkerung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Wunsch vieler Bevölkerungsgruppen, stärker beteiligt und vor allem gehört zu werden, wird immer lauter. Das sollte viel stärker in den Fokus gerückt werden, um Fähigkeiten und Begabungen ganz unterschiedlicher Menschen besser zu nutzen, Gefühlen von Ohnmacht entgegenzuwirken und den Zusammenhalt zu stärken. Um den Wunsch nach Beteiligung besser realisieren zu können, kann auf neue Verfahren wie die der Bürgerräte zurückgegriffen werden, die jetzt zur Stärkung der Demokratie auch vom Deutschen Bundestag eingesetzt werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           9. Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene und „Leuchttürme identifizieren“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bürgermeister*innen und Kommunen kommt bei Veränderungssituationen eine besondere, zentrale Rolle zu. Besonders auf regionaler Ebene gibt es viele Initiativen, die pionierhafte Vorhaben zur Nachhaltigkeit initiiert haben. Diese „Erfolgsmodelle“ des nachhaltigen Wandels sollten in einer „Landkarte des nachhaltigen Wandels“ erfasst und Netzwerke dadurch gestärkt werden. Sie zeigen, wie Veränderung gelingen kann.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fazit: Die Notwendigkeit des öffentlichen Diskurses und der breiten Beteiligung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir brauchen einen breiten öffentlichen Diskurs zu: „In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Wie können wir eine Gesellschaft entwickeln, die Nachhaltigkeit, Chancengerechtigkeit und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten fördert und gleichzeitig die Gemeinschaft, das WIR unterstützt?“ – einen öffentlichen Diskurs, der von der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Tutzinger Manifest angestoßen werden kann, der in die deutsche Gesellschaft auf regionaler und nationaler Ebene hineinwirkt und mit Initiativen der EU wie das neue Europäische Bauhaus verknüpft werden kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 11 Oct 2021 14:32:19 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Enkeltaugliche Kulturproduktion</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Till Briegleb
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           04. Oktober 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Anzahl von Ausstellungen und Projekte, die sich mit der Zerstörung der allgemeinen Lebensgrundlage durch den Menschen befassen, nimmt dauernd zu. Selbst große Kunstfestivals wie die documenta 2022 sind bemüht, dem Thema der globalen ökologischen Krise Gehör zu verschaffen. Die Konsequenzen, die Institutionen für sich selber ziehen, befinden sich dagegen meist in einem Stadium, als sei Klimawandel eine ganz neue Nachricht, und nicht eine wissenschaftliche Vorhersage, die rund 50 Jahre alt ist. Seit dem Bericht des Club of Rome von 1972, „Die Grenzen des Wachstums“, hat sich das grundlegende Wissen über die Folgen unserer Lebensart im Kern kaum verändert: Die Welt ist nicht zu klein für die Menschheit, sie ist zu klein für ihre Gewohnheiten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch diese Einsicht wurde in großen Komplexen der Kulturvermittlung bisher mindestens so konsequent verdrängt wie in allen anderen Bereichen, die vom ungebremsten Verbrauch der Welt profitieren. Selbst in Institutionen, die vereinzelte Maßnahmen für einen verringerten ökologischen Fußabdruck eingeführt haben, geschieht dies recht unsystematisch. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer großen Umfrage, die ich im Sommer 2020 für das Kunstmagazin Art unter 70 Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie 10 internationalen Biennalen von Sydney bis Sao Paulo durchgeführt habe. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was wissen Museen über ihren ökologischen Fußabdruck?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Fragebogen umfasste zehn einfache Stichpunkte. Wie viel Energie wird für den Betrieb benötigt, wie viele Flüge für Mitarbeiter und Kunstwerke fallen pro Jahr an, wie viel Plastik und Fleisch wird im Haus oder bei den Festivals verbraucht? Wir haben gefragt, ob es jüngst Baumaßnahmen gab, und ob diese die Klimabilanz verbessert hätten, und wie hoch der CO2-Ausstoss des Betriebs in Tonnen ist. Außerdem wurden nach optimierenden Maßnahmen der Vergangenheit sowie Plänen für die Zukunft gefragt, mit denen die Museen „grüner“ werden wollen. Nach oft mehrmaligem Nachfragen lieferten konkrete Daten lediglich Zweidrittel der Teilnehmer. Der Rest schickte Bekräftigungen des guten Willens. Und die Anzahl der Fragebögen, auf denen zu allen zehn Aspekten eine Information geliefert wurde, war: Null. Keine einzige der befragten Institutionen weiß wirklich Bescheid, welchen Einfluss ihre Arbeit auf die Umwelt nimmt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ganze sechs Museen kannten ihren CO2-Ausstoß. Lediglich 15 Museen konnten angeben, wie viele Flüge ihre Mitarbeiter und der Leihverkehr im vergangenen Jahr verursacht haben (Maximum: 165, Minimum: 10). Nur 6 von 70 Museumsverwaltungen wussten, wie viel Plastik sie jährlich verbrauchen (Höchstwert: 4800 Tonnen). Und ganze drei Institutionen bezifferten die Fleischmenge, die ihre Museumsgastronomie verbraucht: 4.400 Kilogramm sind es in einem mittleren Haus pro Jahr. Das erzeugt circa 24.000 Kilogramm mehr CO2 in der Atmosphäre. Bei Biennalen wie in Venedig, wo für 600.000 Besucher primär fleischhaltige Nahrung verpackt in Plastik über den Tresen geht, dürfte diese Menge der Wochenwert sein. Auskunft geben konnten sie dazu nicht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Frage, die sich nach dieser Umfrage klar stellt, ist: Wie will man Dinge ins Positive wenden, wenn man nicht einmal Basisdaten kennt, auf Grund derer man Entscheidungen fällen könnte? Dabei wäre die seriöse Antwort auf diesen Missstand eigentlich ganz einfach: Unabhängige Experten, so genannte Green Consultants, zu beauftragen, den Status Quo des gesamten Betriebs nach seinem Einfluss auf die Umwelt zu analysieren. Und zwar in allen Belangen vom Verpackungsmüll bis zum kuratorischen Konzept.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die größten Umweltsünden der Kultur tauchen nirgends auf
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und dabei identifiziert man noch nicht einmal den größten Klimaschädling: es ist der Besucher. Wenn eine Million Menschen die Biennale in Sao Paulo sehen, dann werden dafür rund 300.000 Flüge gebucht. Genau solche Zahlen sind es, die überall verschämt verschwiegen werden. Denn solange das Betriebsziel ist, möglichst viele Zuschauer zu zählen, wird der Umweltschaden der Kulturinstitute durch keine andere Maßnahme ernsthaft verkleinert werden können. Und noch ein riesiger Schaden expansiver Kulturpolitik wird konsequent verheimlicht. Der Bau von neuen Häusern verursacht eine derartig uneinholbare Menge von Schadstoffen und ökologischen Problemen, dass alle laut gepriesenen „energieeffizienten Maßnahmen“ das nie mehr kompensieren können.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für die circa 250.000 Tonnen Beton, die im Humboldtforum in Berlin verbaut wurden, entweichen auch 250.000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Es braucht 24 Millionen Liter Wasser, nur, um den Zement herzustellen. Und die Produktion von über 20.000 Tonnen Stahl, der Steinfassaden, der Fenster und Hausanlagen verschlingt weitere Gigamengen an Energie, die später in keiner Bilanz auftauchen, wenn es um die Ökologie des Gebäudes geht. Würde man diese „Graue Energie“ mit einbeziehen, würde der horrende Ressourcenverbrauch prestigeträchtiger Neubauvorhaben vielleicht endlich die Frage aufwerfen, ob das nicht anders geht? Stattdessen greifen die meisten Verantwortlichen im Kulturbereich zu den gleichen Antworten wie Konzernmanager und Politiker, die den Kern des Klimaproblems nicht benennen wollen. Anstatt den mathematisch sicheren Katastrophenhorizont von exponentiellem Wirtschaftswachstum zu akzeptieren, wird nach den alten Helferlein dieser fatalen Leistungsform gerufen: Die Techniker sollen es richten. Die Techniker werden es aber diesmal nicht richten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Neue Prioritäten für den Betrieb der Institutionen 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Vielmehr muss sich der Kultursektor dringend andere Fragen stellen: Welches sind neue Prioritäten für die Kulturvermittlung, die sich aus der Krise ergeben? Was ist zu tun, damit Kultur nicht weiter massiv der Umwelt schadet? Und gäbe es nicht positive inhaltliche Effekte, wenn man die Herausforderung der Krise annimmt? Um die Balance-Regler hin zu einer enkelgerechten Kulturproduktion zu verschieben, haben die Akteure einige naheliegende Parameter zur Verfügung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            1. Transparenz statt Verschämtheit
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Um seriöse Entscheidungen über einen sauberen Betrieb zu fällen, müssten alle Kulturinstitutionen eine umfassende jährliche Untersuchung ihrer umweltrelevanten Belange durchführen, inklusive Lieferketten, Grauer Energie und der Verbrauche, die durch ihre Besucher entstehen. Um danach zu handeln.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            2. Kooperation statt Konkurrenz
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Wenn es um Zuschauerzahlen und öffentliche Aufmerksamkeit geht, wird der Wettbewerb der Institutionen von Politikern, Kunstmarkt und Statusdenken stark befördert. Kooperation als Leitgedanke kann in vielen Bereichen, vom Reisen bis zur Ausstellungsarchitektur, Alternativen anregen, die Ressourcen schonen – und vielleicht auch neue kuratorische Konzepte provozieren. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            3. Inhalt statt Prominenz
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Angetrieben von der Kapitalmacht des Kunstmarktes haben große Bereiche des Ausstellungswesens die Züge eines Konsummarktes angenommen. Must Sees leiten die Publikumsströme. Diesen Trend umzukehren würde die Umwelt von großem Reiseaufkommen entlasten, und zudem Anregung statt Aufregung favorisieren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            4. Intensität statt Exklusivität
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Produktive Auseinandersetzung wird weniger durch kurze Impulse als durch geduldige Prozesse befördert. Trotzdem ist der Event das Nonplusultra der aktuellen Kulturproduktion. Weniger, aber dafür intensivere Aufenthalte von Künstlerinnen und Künstlern vor Ort könnten die Qualität der Verständigung so verbessen wie Residenzen, Arbeiten an Lehreinrichtungen oder offene Ateliers.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            5. Lokal statt International
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Die Aufwertung lokaler Kontexte und Schätze ist im Kunstbetrieb mindestens so geboten wie in der Wirtschaft. Intelligente Sammlungspräsentationen und die Neudefinition des Museums als diskursiver Ort, wo weniger das geniale Meisterwerk bestaunt wird, als die gesellschaftliche Debatte geführt, wären eine wünschenswerte Priorität in Zeiten verschärfter Krisen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            6. Kreativität statt Konformismus
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Schließlich wird die globale Bedrohungslage für alle täglich dringlicher, so dass nur ernsthafte Konsequenzen das Überleben vor der Katastrophe sichern, einer Katastrophe, die vor der Kunstwelt nicht halt machen wird. So lange noch Zeit ist, gilt es deshalb, die beschämende Konsequenzlähmung im Kulturbereich mit Einfallsreichtum und Mut zu überwinden. Denn so, wie es ist, kann es nicht bleiben
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autor
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 04 Oct 2021 08:03:52 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kulturagenda2030.de/enkeltauglich</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Till+Briegleb_arc.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>(R)Evolution statt Repetition!</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/revolution</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vera Hefele und Teresa Trunk
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           27. September 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Von der Corona-Pandemie in den Schatten gestellt, ist und bleibt der Klimawandel trotz allem eines, wenn nicht
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           das
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            drängendste Thema unserer Zeit. Wir alle wissen, dass die nächsten neun Jahre entscheidend sind für den Verlauf des Klimawandels und alles darangesetzt werden muss, die Klimaziele 2030 zu erreichen. Im Rahmen unserer Masterarbeit haben wir uns seit Anfang 2020 intensiv mit Nachhaltigkeit in der Kultur auseinandergesetzt. Innerhalb unseres Forschungszeitraumes konnten wir beobachten, wie das Thema in verschiedenen Veranstaltungen, Kongressen, Web-Talk Reihen oder Nachhaltigkeitsforen zunehmend in den Mittelpunkt rückte und einen wachsenden Zuspruch seitens der Kulturschaffenden erfährt. Auffällig ist bis heute, dass der Wille, aktiv zu werden, bei den Teilnehmenden überwiegend sehr groß ist, ebenso aber auch die Ratlosigkeit über das
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie?.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um diese Frage zu beantworten, braucht es dringend den Aufbau von Handlungswissen. Da in den öffentlich geförderten Institutionen vor allem die Leitungsebene Themen setzt, ist sie es, die einen entscheidenden Einfluss darauf hat, ob Nachhaltigkeit strukturell in das Haus integriert wird. An diesen Stellen müssen also Bewusstsein und Absicht vorhanden sein, nachhaltige Produktionsweisen voranzutreiben und zu implementieren. Die eigenen Überzeugungen und Denkmuster stellen dafür die entsprechenden Weichen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Rolle der Ausbildung – "business as usual"?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Beim Blick zurück in unseren Studienverlaufsplan mussten wir feststellen, dass auch die nachkommenden Generationen von Kulturmanager*innen nicht für diese zukünftigen Herausforderungen ausgebildet werden. Bisher basiert – ähnlich wie in Kulturbetrieben – die Auseinandersetzung mit dem Thema immer noch größtenteils auf Eigeninitiative. Die Lehre verfolgt bisher das Credo "mehr, öfter, größer" – als wäre alles wie immer. Würden wir Grafiken zur Erderwärmung als Maßstab für unser Handeln setzen, wäre jede Form von
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           business as usual
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            unmöglich. Und das, obwohl wir im Diskurs bereits weit über den Punkt hinaus sind, an dem der Klimawandel und seine Konsequenzen Aspekte sind, mit denen man sich beschäftigen kann, sofern sie im eigenen Interessensbereich liegen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Stattdessen sollte in der Ausbildung zukünftiger Kulturschaffender viel stärker hinterfragt werden, inwiefern bestehende Systeme und Strukturen noch zeitgemäß und mit der bevorstehenden Transformation vereinbar sind. Dabei wäre das Studium genau der richtige Ort, um sich mit der Bedeutung des Klimawandels für den Kulturbereich auseinanderzusetzen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fragen, auf die es Antworten braucht
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hier könnte gefragt und erforscht werden, was der Klimawandel für das eigene Schaffen bedeutet oder welche Modelle es für nachhaltige Kulturproduktion gibt. Wie geraten Internationalität und Interkulturalität unter Einhaltung von CO2-Neutralität in keinen Widerspruch? Wie sehen die Orchester der Zukunft aus, wenn Touren rund um den Globus nicht mehr zum Alltag gehören? Wie sind hochwertige Produktionen ressourcenschonend möglich? Wie kommt man von Materialverschwendung zu Materialkreislauf?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Diese und andere Fragen müssen diskutiert werden! Dafür braucht es Raum für Experimente und Zeit zum Ausprobieren, Offenheit und Mut. Das Studium könnte ein Labor für solche Gedankenspiele und Beispielprojekte werden. Fehlende zeitliche und personelle Ressourcen sind unter anderem Gründe, die es Kulturinstitutionen erheblich erschweren, Nachhaltigkeit zu integrieren. Forschungsprojekte, die sich mit oben genannten Fragen beschäftigen, können hier wichtige Impulse für Kulturinstitutionen liefern.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Neben diesen grundlegenden Betrachtungen müssen auch fachliche Kompetenzen vermittelt werden. Zum Handwerkszeug aller Kulturmanager*innen sollte Wissen über nachhaltiges Wirtschaften im Rahmen des derzeitigen Vergabe- und Zuwendungsrecht gehören. Mittelfristig bedarf es in diesem Verwaltungsbereich selbstverständlich größerer Veränderungen durch eine (Kultur-)Politik, die Nachhaltigkeit aktiv fördert und unterstützt. Leider benötigen diese politischen Prozesse aber Zeit, deswegen ist es umso wichtiger, im bereits heute möglichen Rahmen Handlungsspielräume für Nachhaltigkeit wahrzunehmen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ebenso werden Datenerhebung und Reduzierung der eigenen Emissionen immer wichtiger werden. Ohne Status quo des Verbrauchs können keine Strategien zur Reduzierung ausgearbeitet werden. Welche Handlungsfelder und Stellschrauben in einem Kulturbetrieb bestehen, wie eine CO2-Bilanz erstellt und der eigene Verbrauch dokumentiert wird, sollten daher auch zu den Grundlagen des Studiums gehören. Denn es ist eine Frage der Zeit, bis auch Kulturinstitutionen Auflagen hinsichtlich der Einhaltung (ökologisch) nachhaltiger Kriterien gesetzt werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Utopien denken lernen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Kulturschaffende sehen sich heute mit der Nachhaltigkeitstransformation konfrontiert, zu der ihnen schlichtweg das Know-how fehlt. Veränderungen in den Curricula brauchen natürlich Zeit, aber für die Zukunft würden wir uns wünschen, dass die Ausbildungsinhalte nicht mehr dazu anleiten, die bestehenden Modelle zu repetieren. Stattdessen könnte die Lehre innovative Denkanstöße für die nachhaltige kulturelle Transformation geben. Es ist zu spät, sich erst im Berufsleben mit den Fragen von nachhaltiger Kunst- und Kulturproduktion auseinanderzusetzen. Nachhaltigkeit sollte keine Option mehr sein, sondern das Fundament, auf das eine zukunftsfähige Kulturbranche aufbaut.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Klimawandel gehört sicherlich zu einer der herausforderndsten Aufgabe der Menschheit. Aber genau in der Findung von kreativen Lösungen steckt bekanntlich die Stärke von Kunst und Kultur: Utopien denken, Fragen stellen und Experimente wagen, sind schließlich Kernkompetenzen von Künstler*innen und Kulturschaffenden. Warum also nicht daran anknüpfen und der Frage nach dem
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            mit zukunftsfähigen und mutigen Ideen begegnen?.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Text erschien erstmals im Blog 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           #neueRelevanz 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           der Kulturpolitischen Gesellschaft im April 2021.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorinnen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 27 Sep 2021 08:36:32 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kulturagenda2030.de/revolution</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Hefele_arc.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Von „Kultur für Alle“ zum „Cultural Green Deal“</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/von-kultur-fuer-alle-zum-cultural-green-deal</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Christian Steinau
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           20. September 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der kulturpolitische Reset der Pandemie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zu Beginn der Pandemie standen alle Zeichen auf Anfang. Eine große Ruhe legte sich über das Land, die auch den bis dato heiß gelaufenen Kunst- und Kulturbetrieb betraf. Wie zeigte sich dieses „heiß laufen“? Ausstellungen wurden bombastischer, die Spielpläne der Theater dichter und die Arbeitsbelastungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nahmen z.B. durch Anforderungen der Digitalisierung zu. Vor diesem Hintergrund stellte der Ausbruch der Covid-19 Pandemie zu Beginn des Jahres 2020 eine Unterbrechung bestehender Aktivitäten dar, die wie kein anderes Ereignis der letzten Jahrzehnte zum Nachdenken einlud. In was für einer Gesellschaft wollen wir nach der globalen Ausnahmesituation leben? Welchen Stellenwert besitzt die öffentliche Daseinsfürsorge?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch die Kulturpolitik war von diesem Nachdenken betroffen: Denn sie stand vor der Herausforderung, die Neu-Interpretation und Ausgestaltung bestehender Konzepte und Legitimationsstrategien voranzutreiben. Wie sich gezeigt hat, kommt hier der Verbindung von Nachhaltigkeit und Kulturpolitik eine besondere Rolle zu. Nachhaltigkeit als kulturelles Projekt zu verstehen, bietet die Möglichkeit, an die erfolgreiche kulturpolitische Theoriebildung der Vergangenheit anzuknüpfen und diese neu zu denken.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturpolitische Konzepte müssen für das 21. Jahrhundert neu interpretiert werden
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In kulturpolitischen Wahlkampfreden ist es weit über alle Parteigrenzen hinweg üblich, den wolkigen Begriff „Kultur für Alle“ zu bemühen. Das Modell beinhaltet die Idee, dass sich der „Kulturstaat“ nur von der Basis aufbauen lässt. Aus diesem Grund müssen alle Bürger*innen unabhängig ihrer Herkunft, ihres Einkommens und ihrer individuellen Voraussetzungen in die Lage versetzt werden, am kulturellen Leben teilzuhaben. Neben dem Konzept „Kultur für Alle“ entstand auch der Begriff der „Soziokultur“ in der Zeit nach der 68er Bewegung. Hier forderte Willy Brandt „Mehr Demokratie wagen“ und in allen Gesellschaftsbereichen wurden Demokratisierungs- und Innovationsprozesse angestoßen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Deutlich unterscheidet sich unsere Gegenwart heute von der Bundesrepublik der 1970er Jahre. Stärker als je zuvor prägen Globalisierung, Digitalisierung und die Klimakrise unsere Gesellschaft. Heute gilt es, der kulturpolitischen Botschaft des individuellen Empowerments neue Kraft zu verleihen. Ebenso muss die Kulturpolitik neue Bündnisse schmieden, um die Kulturpolitik als Querschnittsthema in der Mitte der Gesellschaft zu verankern. Hierfür eignet sich die Verbindung kulturpolitischer Fragestellungen mit denen der öko-sozialen Gesellschaftstransformation. Und tatsächlich haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie die Debatten zum Thema Nachhaltigkeit in Kulturpolitik und Kulturmanagement verstärkt. Es scheint möglich und notwendig, Nachhaltigkeit als kulturelles Projekt zu begreifen und für kulturpolitische Legitimationsstrategien aufzunehmen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die öko-soziale Transformation als Kulturwandel
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In der öffentlichen Debatte zum Klimawandel ist immer wieder die Rede von einem
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Green New Deal
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            . Dieser wurde in den USA beispielsweise prominent von dem ehemaligen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders vorangetrieben. Auf europäischer Ebene ist der Vizepräsident der EU-Kommission Frans Timmermans mit der Umsetzung eines European Green Deal betraut. Während Investitionen in Erneuerbare Energien oder energetische Gebäudesanierung klimapolitisch nicht erklärungsbedürftig sind, verwundert die Verbindung von Klima- und Kulturpolitik auf den ersten Blick. Denn Kunst und Kultur leben von ihrer gesellschaftlich garantierten Freiheit. Sie müssen sich keinem Zweck unterordnen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dennoch lohnt es sich zu fragen, ob nicht gerade für die Kulturpolitik eine Chance darin liegt, sich in der Ausbuchstabierung eines
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Cultural Green Deal
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            neu zu erfinden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein solcher setzt sich die kulturelle Begleitung der öko-sozialen Transformation zum Ziel. Anders ausgedrückt geht es darum, den Erfolg des auf europäischer Ebene angestoßenen European Green Deal zu gewährleisten und über den Wirtschafts- und Energiebereich hinaus mit Leben zu füllen. Ein
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Cultural Green Dea
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            l wirkt zweifach: In Anlehnung an das Kulturprogramm des historischen New Deals können in seinem Rahmen Förderprogramme für notleidende Kulturschaffende und Solo-Selbstständige aufgelegt werden, ähnlich wie es auch mit den Hilfsmaßnahmen in der Pandemie gemacht wurde. Es können aber auch Kulturorganisationen und die kulturelle Infrastruktur über die Krise gerettet und ‚nachhaltig‘ weiterentwickelt werden. Der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Cultural Green Deal
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            weist in die Zukunft und unterstreicht die Bedeutung der Themen Nachhaltigkeit und Demokratie.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Kulturprogramm des historischen Roosevelt New Deals
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Cultural Green Dea
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            l kann sich an historischen Vorbildern orientieren ohne diese kopieren zu müssen. Anfang der 1930er Jahre reagierte der demokratische US-Präsident Roosevelt mit dem sog.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           New Deal
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            auf die verheerenden Auswirkungen der Weltfinanzkrise. Was heute wenig bekannt ist, ist die Tatsache, dass der New Deal auch von einer Serie von kulturpolitischen Fördermaßnahmen verbunden war, um arbeitslosen Künstler*innen die Möglichkeit zur Ausübung ihres Berufs zu geben. Das Kulturprogramm des
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           New Deal
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            war gleichzeitig eine massive Infrastrukturreform. Im Rahmen von Investitionen entstanden im gesamten Land Kulturzentren, in den Bürger*innen nicht unähnlich zum Konzept „Kultur für Alle“ Kultur und Bildungsangebote wahrnehmen oder selber künstlerisch tätig werden konnten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            So erschreckend der historische Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise scheint, hält er auch den Schlüssel zur Lösung unserer Probleme bereit. Europa braucht eine entschiedene Reaktion, um den globalen Temperaturanstieg durch den Treibhauseffekt auf 1,5 Grad zu begrenzen. Wie bei den sozialen und wirtschaftlichen Reformen in den USA der 1930er Jahre muss der unmittelbaren Bedrohung durch den Klimawandel mit einer ökologischen Wende der Industriegesellschaft und einem tiefgreifenden kulturellen Wandel begegnet werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Cultural Green Deal als überzeugendes kulturpolitisches Narrativ und politisches Querschnittsthema
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie der Fall der Berliner Mauer oder die Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers sind wir aktuell mit einem Ereignis von historischem Ausmaß konfrontiert, dessen Folgen noch nicht abzuschätzen sind. Mehr denn je sind die Ressourcen Kreativität und Fantasie gefragt. Mehr denn je braucht es eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung, um eine der größten Herausforderungen seit Gründung der Bundesrepublik zu stemmen. Eine Möglichkeit, genau diese Potentiale von Kunst und Kultur zu mobilisieren, liegt in der Entwicklung eines neuen und überzeugenden kulturpolitischen Leitbilds. Dabei besteht die Möglichkeit, im Kontext des
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Cultural Green Deal
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            an den Konzepten „Kultur für Alle“, „Soziokultur“ und „Kulturelle Bildung“ festzuhalten, diese aber vor dem Hintergrund gesellschaftlichen Wandels und der notwendigen sozio-ökologischen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in einer großen Kraftanstrengung für eine kommende, gerechtere und lebenswertere Zukunft zu rekonzipieren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gerade in Abgrenzung zu Modellen der wirtschaftlichen Nutzbarmachung eben jener persönlichen Ressourcen Kreativität und Fantasie muss die gemeinwohlorientierte Dimension kultureller Bildung gestärkt und kulturellen, bildungstechnischen und ökonomischen Ungleichheiten entgegengewirkt werden, die durch Marktlogiken verstärkt werden. Ebenso wird die für das 21. Jahrhunderte zentrale Abkehr von fossilen Energieträgern zentral gesetzt und nach Möglichkeiten des Kulturbetriebs gesucht, diesen Wandel kulturell greifbar und wirkmächtig zu machen. Im Kontext des Cultural Green Deal sollen mehr Bürger*innen kulturelle Angebote wahrnehmen und Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für all jene Bürger*innen aktualisiert werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein besseres Leben ist möglich
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dem Klimawandel muss mit einer Neuausrichtung politischen und wirtschaftlichen Handelns über den Horizont einzelner Legislaturperioden begegnet werden. Dabei ist es zentral, zu vermitteln, dass eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung zur Bekämpfung des Klimawandels auch zu mehr Lebensqualität führen kann. Wenn es gelingt, den
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Green New Deal
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            mit einer anspruchsvollen kulturpolitischen Agenda zu versehen, kann die wirtschaftliche Wiederbelebung in der Post-Corona-Zeit zu mehr Selbstbestimmung und einer Aktualisierung angestaubter kulturpolitischer Legitimationsstrategien führen. Kulturpolitische Entscheidungen heute können deswegen den Grundstein für eine gerechtere Welt legen, in der in Zukunft mehr Menschen Zugang zu Kunst und Kultur haben und ein gutes Leben im Zentrum des gesellschaftlichen Fortschritts steht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Text basiert in Teilen auf einem Beitrag in den Corona-Essays der Kulturpolitischen Gesellschaft im April 2020 und wurde für den Blog aktualisiert und erweitert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autor
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 20 Sep 2021 13:59:15 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kulturagenda2030.de/von-kultur-fuer-alle-zum-cultural-green-deal</guid>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Kultur als vierte Dimension der Nachhaltigkeit</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/vierte-dimension</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Tutzinger Manifest als Türöffner in eine neue Wahrnehmung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eva Leipprand
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           13. September 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In diesem Jahr wird das Tutzinger Manifest (1)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            20 Jahre alt. Der Text ist 2001 im Rahmen einer Tagung entstanden und ein Meilenstein auf dem Weg der nachhaltigen Entwicklung. Er ruft dazu auf, in die Strategien zur Umsetzung des Leitbilds Nachhaltiger Entwicklung auch die „kulturell-ästhetische Dimension“ einzubeziehen. Er verlangt eine
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           grundlegende
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="/site/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57cnull?preview=true&amp;amp;nee=true&amp;amp;showOriginal=true&amp;amp;dm_checkSync=1&amp;amp;dm_try_mode=true&amp;amp;preview=true&amp;amp;nee=true&amp;amp;showOriginal=true&amp;amp;dm_checkSync=1&amp;amp;dm_try_mode=true&amp;amp;dm_device=desktop"&gt;&#xD;
      
           Revision überkommener Normen, Werte und Praktiken
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           in allen Bereichen“ und macht klar, dass diese Revision auch eine kulturelle Herausforderung ist; dass wir einen kulturellen Wandel brauchen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch wenn die Formulierungen des Manifests etwas spröde wirken – dieser Text war für mich ein Türöffner in eine neue Wahrnehmung. Damals wurde mir bewusst, dass auch ich die Welt nicht objektiv betrachte, sondern wie alle anderen eine kulturelle Brille trage, durch die ich die Dinge wahrnehme und bewerte. Diese Brille bestimmt wesentlich mein Handeln. Ich bin eingebunden in „überkommene Normen, Werte und Praktiken“, in die Mythen meiner Zeit, die die Gesellschaft, in der ich lebe, zusammenhalten und ein gemeinsames Handeln überhaupt erst ermöglichen. Der Mensch macht sich ein Bild von der Welt, er möchte sie verstehen; er möchte Narrative entwickeln, die seinem Leben und Handeln Sinn geben – und da sich die Welt verändert, braucht er immer wieder neue. Das ist Kultur.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           The earth is made of stone. But the world is made of stories
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            .
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           If we want new facts, we need new fiction
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           . (2) (VanJones)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Seit im Januar Armin Laschet auf dem CDU-Parteitag die Bergmannsmarke seines Vaters in die Kamera hielt, weiß ich, dass es beim Kohleausstieg nicht nur um den längst überfälligen Wechsel von einer schmutzigen Technologie zu erneuerbaren Energien geht, sondern auch um den schmerzhaften Abschied von einer Kultur des Zusammenhalts, in der man sich 1000 Meter unter Tage, immer aufeinander verlassen konnte. Diese Kultur hat das Selbstverständnis und den Berufsstolz von Familien über Generationen geprägt. Auch bei der Verkehrspolitik kann man die kulturelle Komponente unschwer erkennen. Für viele ist das Auto nicht nur Fahrzeug, sondern Kulturgut, ein Symbol für Freiheit, Macht, Geschwindigkeit, da muss man sich nur einmal die Autowerbung anschauen. Die Einführung eines Tempolimits würde von vielen als Kulturbruch empfunden, und die Umwidmung einer Autospur in einen Fahrradweg als eine persönliche Demütigung. Wer also hier – oder bei der Kohle - heute etwas verändern will, muss sich immer der Tatsache bewusst sein, dass es auch um tiefe Gefühle geht, um Lebensentwürfe, um hochgehaltene Traditionen. Das ist ein wichtiger Grund, warum nachhaltige Politik oft so schwer umzusetzen ist und warum wir die kulturelle Dimension unbedingt mit einbeziehen müssen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Abschied von überholten Narrativen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Rückblick kann man gut erkennen, wie sich handlungsleitende Mythen überleben und kontraproduktiv werden. „Seid fruchtbar und mehret euch“ ist als Maxime schon lange nicht mehr zukunftsfähig, genauso wenig wie „Macht euch die Erde untertan.“ In der Gegenwart ist die Abhängigkeit von überholten Bildern viel schwieriger zu durchschauen. Was wir heute durch unsere Brille sehen, scheint ja richtig und gut! Und wenn nicht gut, dann doch zumindest normal. Es ist Teil unserer Lebensweise und unseres Selbstwertgefühls, das haben wir immer so gemacht, das hat sich bewährt, das wollen wir uns nicht nehmen lassen!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Aber wenn wir auf dieser Erde auch in Zukunft ein gutes Leben führen wollen, werden wir, um mit dem Tutzinger Manifest zu sprechen, um eine gründliche Revision unserer Vorstellungen nicht herumkommen. Wir müssen uns eingestehen, dass sich da vieles überlebt hat. Die Geschichte von der weißen Dominanz wird fadenscheinig, die Verheißung vom immerwährenden Wachstum klingt zunehmend hohl, die glanzvolle Story von der großen Freiheit des Internets trübt sich ein, die weltweite Ungerechtigkeit schiebt sich mit immer stärkeren Bildern vor den Erfolg der Globalisierung, und dies alles vollzieht sich vordem Hintergrund abbrechender Gletscher, steigender Meeresspiegel und brennen der Wälder. Die Corona-Pandemie wirft ein Schlaglicht auf die Verletzbarkeit unserer Zivilisation und ihre dunkle Seite: die rücksichtslose Ausbeutung von Natur und Umwelt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die transformative Kraft der Kultur
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Inzwischen ist aber Konsens: Corona ist auch eine Chance zum Richtungswechsel. Die Pandemie hat gezeigt, wie viel veränderbar ist, wenn man nur will. Für die große Transformation Richtung Nachhaltigkeit brauchen wir die Kultur als vierte Dimension, neben der Ökologie, der Ökonomie und dem Sozialen. Die Kultur schafft erst den Rahmen, in dem sich zukunftsfähiges Handeln entwickeln kann. Das Hinterfragen und Aufbrechen alter Denkmuster ist das Kerngeschäft des Kulturbereichs. Wir müssen uns dringend von der „ideologischen Gehirnwäsche unseres eigenen Zeitalters befreien“ (Tomáš Sedláček) (3). Die herrschenden Narrative haben uns in eine Sackgasse geführt, mit ihrer Überhöhung von Wettbewerb, Beschleunigung, Innovation, Optimierung. Glück und Selbstverwirklichung des Menschen wurden an einen ungeheuren Aufwand an Energie und Material geknüpft, der die Lebensgrundlagen zerstört. Ein nachhaltiger Lebensstil verlangt und ermöglicht eine andere Haltung zur Welt. „Sobald die Struktur eines zentralen Mythos sich zu verändern beginnt, sagen uns die Anthropologen, verändert sich darum herum auch alles andere in der Gesellschaft, und ganz neue Möglichkeiten eröffnen sich, die vorher überhaupt nicht denkbar waren“, meint Jason Hickel in seinem Buch
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           The Divide (4).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Dilemma der Kulturpolitik
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf dem Kultur-Invest-Kongress 2020 (5) forderte Klimaforscher Professor Schellnhuber die Kultur explizit auf, bei der Sinngebung der Transformation mitzuwirken. Die Wissenschaft alleine könne den Wandel nicht bewirken, ihre Botschaften an die Gesellschaft seien zu komplex und abstrakt; notwendig sei ein „Narrativ der Moderne“, eine „Geschichte, in der die Menschen vorkommen wollen“. Eine große Zukunftserzählung, für die sich der Einsatz lohnt. Das war ein unüberhörbarer Appell auch an die Kulturpolitik: Nutzt die Möglichkeiten dieses so enorm wichtigen Politikbereichs. Macht die Kultur nicht klein; wir brauchen sie für die neue zukunftsfähige Narrative und für die Entpolarisierung der Gesellschaft. Nur aus einem Gefühl des Zusammenhalts kann nachhaltige Politik erwachsen, so wie umgekehrt aus einemgroßen gemeinsamen Zukunftsprojekt auch ein neues Gefühl des Zusammenhalts entstehen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein solcher Appell an die Kulturpolitik trifft allerdings auf Bedenken, die tatsächlich schwer wiegen. Die Freiheit der Kunst ist in unserem Land ein hohes Gut. Wir haben Diktaturen erlebt, die gezielt in den Kulturbereich eingriffen, weil sie um seine Relevanz wussten, und ihn benutzten, um die gesellschaftlichen Narrative nach ihrem Willen zu lenken. Da sind wir in unserem Land gebrannte Kinder. Kunst muss frei sein, wenn sie wirklich hinterfragen, verändern, das ganz Andere möglich machen soll. Wie kann sie dann auf Anregung oder im Auftrag des Bestehenden arbeiten? Dieses Dilemma treibt mich seit Jahren um. Es ist meiner Meinung nach einer der großen Elefanten im Raum der Kulturpolitik. Denn Kulturpolitik ist ja auch Gesellschaftspolitik, das hat die Enquete-Kommission zur Kultur in Deutschland 2008 eindeutig festgestellt, und das ist auch Leitsatz der Kulturpolitischen Gesellschaft, gerade auch im Hinblick auf nachhaltige Entwicklung (6). Und deshalb muss sich Kulturpolitik ihrer gesellschaftspolitischen Aufgabestellen – und wann, wenn nicht jetzt, in einer Zeit, in der ein kultureller Wandel überlebensnotwendig ist; in der es weltweit und auch in unserem Land zu einer machtvollen Kulturalisierung zentraler politischer Konflikte kommt, die das Zeug hat, Gesellschaften zu spalten und damit eine gemeinsame zukunftsfähige Politik zu blockieren. Wir brauchen Mut zu einer Kulturpolitik, die bereit ist, in die Gesellschaft hineinzuwirken, den kulturellen Wandel aktiv zu stimulieren, dabei mitzuwirken, den gesellschaftlichen Resonanzraum zu schaffen, der nachhaltiges Handeln möglich macht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Augsburger Agenda-Prozess – Anregungen für eine neue Zukunftserzählung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aus dem Dilemma zwischen kulturpolitischem Auftrag und der Freiheit der Kunst hat mir der Augsburger Agenda-Prozess einen guten gangbaren Weg gewiesen. In den 25 Jahren seines Bestehens hat sich der Prozess mit seinen Vorstellungen immer dichter mit dem städtischen Verwaltungshandeln verwoben. Und so wurde vor einigen Jahren für das neue Stadtentwicklungskonzept (STEK) ein Nachhaltigkeitsleitbild entworfen, mit breiter Bürgerbeteiligung, in dem die Kultur neben der Ökologie, der Ökonomie und dem Sozialen als vierte Dimension einbezogen war. Kultur wird hier in einem weiten Sinn verstanden, als ein „verständnismäßiger Rahmen“, aus dem heraus „in den drei anderen grundlegenden Dimensionen gehandelt“ wird (7). In diesem „verständnismäßigen Rahmen“ geht es um eben die „Revision der überkommenen Normen, Werte und Praktiken in allen Bereichen“, die das Tutzinger Manifest verlangt. Der Kulturbereich der Stadt hatte selbst die Aufnahme dieser vierten Dimension angeregt und mitgeholfen, die Ziele der kulturellen Zukunftsfähigkeit ihrer Stadt zu formulieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und so wird auf einmal die ganze große Aufgabe der Stadtentwicklung zu einem kulturellen Projekt. Die Botschaft heißt: was auch immer im Bereich der Stadtentwicklung passiert, es hat auch einen kulturellen Aspekt. Es entsteht aus einer bestimmten Haltung zur Welt, es beeinflusst die Haltung und das Leben der Menschen in der Stadt in eine bestimmte Richtung. Jede Maßnahme ist einer Werteentscheidung unterworfen: dient sie der Zukunftsfähigkeit der Stadt oder nicht? Hält sie am Überkommenen fest oder hat sie den Mut zu Neuem? Schreibt sie mit an dem Narrativ der Moderne, an einer Zukunftserzählung, in der die Menschen gerne vorkommen wollen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jede einzelne so getroffene Entscheidung des Stadtrats ist dann auch eine Botschaft an die Stadtgemeinschaft: Ihr müsst nicht länger gegen den Strom schwimmen, wenn ihr einen nachhaltigen Lebensstil pflegen wollt. Wir wissen diese Bemühungen zu schätzen und wollen es euch leichter machen, indem wir die entsprechenden Strukturen schaffen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So ist dann die Umwidmung einer Autospur zum Fahrradweg nicht ein Sieg des Fahrrads über das Auto, mit Gewinnern und Verlierern, sondern, wenn man so will, ein kultureller Akt, eine gemeinsame Werteentscheidung im Sinne der Kulturleitlinie „Nachhaltige Konsum- und Lebensstile entwickeln und fördern.“ Und so könnte man nun alle die Leitlinien und Ziele durchdeklinieren, von „Stadtteile stärken“ über „Heimat für alle ermöglichen“, „Vielfalt leben“, „gemeinsam Verantwortung übernehmen“ bis zu „Kunst und Kultur wertschätzen“. Sehr reizvoll ist auch das Ziel, „die Freiheit ermöglichen, etwas ohne Ziel zutun“. Da stelle ich mir vor, auf einem schönen werbefreien und nicht verzehrpflichtigen Platz zu sitzen, in der Altstadt oder in irgendeinem Stadtteil, und einen Plausch zu halten, oder auch auf einer Bank unterm Baum an einem der vielen Bäche, die als flüssiges Welterbe durch Augsburg rauschen. Vor meinem inneren Auge entsteht so das Bild einer Stadt, wie sie sich in einem Heilungsprozess nach Corona entwickeln könnte. Ein Ort, in dem das gute Leben der Zukunft erprobt wird. Die Kulturpolitik wird dabei wichtige Hilfe leisten können. Die öffentlichen Häuser werden Allmenderäume sein für das große gesellschaftliche Gespräch und als Dritte Orte Anregungen bieten für eine „Geschichte, in der die Menschen vorkommen wollen“, und der Kulturbereich insgesamt wird mit seinen vielfältigen Möglichkeiten dabei mithelfen, dass sich alle die verschiedenen Menschen auf ihre Weise in der Stadt zu Hause und zugehörig fühlen können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Quellen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (1) 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://kupoge.de/ifk/tutzinger-manifest/"&gt;&#xD;
      
           https://kupoge.de/ifk/tutzinger-manifest/
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (2) 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://vanjones.net/magic-labs-media/"&gt;&#xD;
      
           https://vanjones.net/magic-labs-media/
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (3) Tomáš Sedláček: Die Ökonomie von Gut und Böse, München 2009.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (4) Jason Hickel: The Divide. A Brief Guide to Global Inequality and its Solutions, London 2017.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (5) 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://kulturmarken.de/veranstaltungen/kulturinvest-kongress/ruckblick-kulturinvest-kongress/ruckblick-2020/kultur-und-marktpolitische-handlungsempfehlungen"&gt;&#xD;
      
           https://kulturmarken.de/veranstaltungen/kulturinvest-kongress/ruckblick-kulturinvest-kongress/ruckbl...
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (6) 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://kupoge.de/wp-content/uploads/2019/03/kupoge_grundsatzprogramm.pdf"&gt;&#xD;
      
           https://kupoge.de/wp-content/uploads/2019/03/kupoge_grundsatzprogramm.pdf
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (7) 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.nachhaltigkeit.augsburg.de/zukunftsleitlinien"&gt;&#xD;
      
           https://www.nachhaltigkeit.augsburg.de/zukunftsleitlinien
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Der Beitrag ist erstmals erschienen anlässlich von 25 Jahren Lokale Agenda 21 Augsburg im Frühjahr 2021 in der Publikation "Lessons learnt. Erkenntnisse für lokale Transformationsprozesse Richtung Nachhaltigkeit" (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.nachhaltigkeit.augsburg.de/fileadmin/nachhaltigkeit/data/Lokale_Agenda_21/Lessons_learnt_Erkenntnisse_25_Jahre_Lokale_Agenda_21_Augsburg.pdf" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           PDF
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ) und wurde für den Blog aktualisiert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 13 Sep 2021 00:00:00 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kulturagenda2030.de/vierte-dimension</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Eva+Leipprand_ARCTIC.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>WEITERGEHEN!</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/weitergehen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h1&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Tutzinger Manifest und die Zukunft kultureller Nachhaltigkeit
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h1&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieter Rossmeissl und Achim Könneke
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6. September 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aufruf zur Mitgestaltung des Kulturpolitischen Forums in Tutzing vom 19. bis 21. November 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kultur findet für uns meist im Hier und Jetzt statt: Ausstellungen wie Inszenierungen haben feste Laufzeiten, manche sind gar einmalige Events – dann kommt etwas Neues. Kunst folgt dem Primat des Neuen, des Experiments, der Grenzüberschreitung und -erweiterung. Nachhaltigkeit dagegen setzt auf Dauer, auf Ressourcenschonung und Bestand über Generationen hinweg. Beide scheinen deshalb nicht allzu viel gemeinsam zu haben. In Teilen des Kulturbetriebs ist – immer noch – ein Reflex zu spüren, konsequentere Ansprüche an Nachhaltigkeit vorschnell als kunstfeindliche Selbstbegrenzung abzuwehren.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturpolitische Gesellschaft
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            hat schon vor über 20 Jahren erkannt, dass dieser unterstellte Antagonismus falsch ist, dass nachhaltige Entwicklung vielmehr und vor allem eine kulturelle Herausforderung ist. Früh gab es in der Kulturpolitik engagierte Rufer (in der Wüste) wie Bernd Wagner, die den Anspruch formulierten, Nachhaltigkeit nicht auf die traditionellen Säulen von Sozialem, Ökologie und Ökonomie zu beschränken, sondern Kultur als deren querliegende Basis zu begreifen. (Denn unsere Kultur definiert unser Wirtschafts- und Sozialsystem und nicht umgekehrt.)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im damals prominent unterstützten »Tutzinger Manifest« von 2001 haben die Teilnehmer*innen einer Tagung festgestellt, dass nachhaltige Entwicklung nur funktioniert, wenn sie die »kulturell-ästhetische Dimension «einbezieht. »Wenn Nachhaltigkeit attraktiv sein soll, dann wird die Kategorie der Schönheit zum elementaren Baustoff.« Eine zentrale Forderung war, die überall beginnenden »Agenda 21«-Prozesse viel deutlicher als Prozesse des Kulturwandels durch Kulturpolitik zu gestalten. Dieses Thema beschäftigt viele der damaligen Akteure bis heute und Neue sind hinzugekommen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Am selben Ort, der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Evangelischen Akademie Tutzing
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            , will die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Regionalgruppe Bayern der Kulturpolitischen Gesellschaft
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            auf ihrem »Kulturpolitischen Forum« im November 2021 nach den (Er)Folgen und Konsequenzen dieser Einsichten und Ansprüche fragen und einen selbstkritischen Blick zurück wagen. Bei welchen der 17 UN-Nachhaltigkeitszielen ist die Kultur wirklich auf gutem Weg? Können uns die Erfolge in Nachhaltigkeitsbereichen wie Kultureller Bildung, Teilhabegerechtigkeit, Inklusion und andere zufrieden stellen? Was ist tatsächlich gelungen? Wo und warum sind manche Ansprüche vielleicht auch grandios gescheitert?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Mittelpunkt des Forums und auch auf dem Weg dorthin aber steht die Aufforderung zum WEITERGEHEN! Wir fragen uns, warum sich Kultur und Ökologie nach wie vor gegenseitig so wenig und selten auf dem Radarschirm haben. Wir sind überzeugt, dass es kulturpolitisch um mehr als Betriebsökologie und CO2-Ausstoß-Reduzierung gehen muss, will die Kulturpolitik in diesem Bereich ihren gesellschaftlichen Relevanzanspruch einlösen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der erste Rückblick zeigt: Auch nach 20 Jahren gibt es mehr Fragen als Antworten. Immer deutlicher wird dagegen auch früheren Zweifler*innen, dass der Klimawandel einen radikaleren Bewusstseinswandel und dadurch auch einen deutlichen Kulturwandel erfordert. Wir wissen ja: Wir müssen unser Ändern leben! Hierzu können und sollten Kulturpolitik und Kulturbetrieb entschiedener beitragen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Deshalb fragen wir: Wie können Kulturpolitik und Kulturbetrieb zu Transformateuren werden? Welche Transformationen brauchen die Kultureinrichtungen, die Kulturproduktion, das Kulturmanagement, die Vermittlung und die Kulturförderung, wenn sie nachhaltig werden wollen (und müssen)? Was bedeutet Nachhaltigkeit für die Lebensfähigkeit von Künstler*innen und damit die Überlebensfähigkeit von Kunst? Wie kann Ästhetik Nachhaltigkeit und die Sicht auf Lebens-Alternativen fördern? Was kann Kulturelle Bildung zu einer kulturell-nachhaltigen Bewusstseinsänderung beitragen? Und schließlich: Welche Impulse oder auch Vorgaben müsste die Kulturpolitik auf welchen Ebenen setzen, um diese Transformation zu einem zukunftsfähigen Kulturbereich gezielt und motivierend zu begleiten und zu stützen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Darüber hinaus reicht die kulturelle Dimension der Nachhaltigkeit auch in die Inhalte von Kunst und Kultur hinein. Wie können Künstler*innen nachhaltiges Bewusstsein fördern, und welches Engagement kann man von ihnen erwarten, ohne die Freiheit der Kunst einzuengen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Rahmenbedingungen für diese Tagung sind günstig, nicht nur, weil ein »Jubiläum« zu feiern ist. Mit dem »Green Deal« hat die Europäische Union ein Versprechen auf den Weg gebracht, das ohne Kultur nicht eingelöst werden kann, obwohl die Rolle der Kultur – mal wieder – noch zu wenig beachtet wird. Zugleich hat die Corona-Pandemie deutlich gemacht, wie empfindlich einerseits und wie notwendig für ein menschliches Leben andererseits Kultur ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der neue Blog soll zu breiter Diskussion über Nachhaltigkeit in der Kultur und über Kultur in einer nachhaltigen Gesellschaft einladen. Das Institut für Kulturpolitik der KuPoGe als Mitveranstalter und die Kooperationspartner der Tagung – der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturausschuss des Bayerischen Städtetags
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             und das Städtenetzwerk »Stadtkultur«
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            freuen sich über alle Beiträge,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           die den kontroversen Diskurs um ein »gutes Leben« in der Zukunft beflügeln können. Eine Gesellschaft kann nur nachhaltig sein, wenn sie kulturell ist. Dafür die Weichen zu stellen, ist politische Herausforderung, der wir uns gemeinsam stellen müssen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Beitrag und Aufruf zur Mitgestaltung des Kulturpolitischen Forums in Tutzing erschien erstmals im Mai 2021 in der Dokumentation der Sommerakademie der Kulturpolitischen Gesellschaft 2020: "Zeit für Zukunft. Inspirationen für eine klimagerechte Kulturpolitik" und wurde für den Blog aktualisiert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autoren
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 06 Sep 2021 00:00:00 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/0a6655860c674fcfb08d0a33cec4b57c/dms3rep/multi/Weitergehen-ef76f250.png">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>KULTURALISIERUNG UND NACHHALTIGKEIT</title>
      <link>https://www.kulturagenda2030.de/kulturalisierung</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tutzing kann ein Manifest für das Neue Europäische Bauhaus ausrufen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ralf Weiß
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           30. August 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein kurzer Rückblick vor einem weiten Ausblick: Alle waren betroffen. Fast alles in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur stand still. Ungeplant und unerwartet starteten die 2020er Jahre mit einem Fehlstart, mit einer Pandemie. Die Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts hatten in Deutschland mit der ersten Demokratie, dem Jazz und den ersten Naturschutzgebieten begonnen. Es folgten die Goldenen Zwanziger. Vorausgegangen war jedoch auch vor 100 Jahren eine Pandemie, die in drei Wellen bis zum Frühjahr 1920 mehr Tote als der Erste Weltkrieg gefordert hatte. Die gegenwärtige Pandemie COVID19 steht so in einer langen Reihe mit der Spanischen Grippe und als SARS-CoV-2 in einer kürzeren Reihe mit der ersten SARS-Pandemie (SARS-CoV) zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Versteht man Pandemie im griechischen Wortsinne als Angelegenheit, die das ganze Volk heimsucht und universal alle Menschen betrifft, geraten weitere pandemische Krisenreihen in den Blick: die Weltwirtschaftskrise (1929) und die Weltfinanzkrise (2007), Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011), die Globale Umweltkrise (20. Jhd.) und die Globale Klimakrise (21. Jhd.).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weltrisikogesellschaft und Zwangskosmopolitismus
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In den Worten von Ulrich Beck resultiert aus den Folgen und Nebenfolgen von Pandemien wie SARS, Tschernobyl, Klimawandel oder nun COVID19 eine Weltrisikogesellschaft und ein Zwangskosmopolitismus. Anthony Giddens beschreibt die Gesellschaften der Moderne angesichts globaler Risiken als Dschagganath-Wagen, den wir zwar phasenweise steuern können, der sich aber letztlich unserer Kontrolle entzieht. COVID19 entzieht sich unserer Kontrolle und übliche Planungen sind obsolet. Das Virus zwingt uns, auf Sicht zu fahren und zu improvisieren. COVID19 ist einerseits eine neue Krisenerfahrung ohne Muster und Drehbuch. Andererseits steht die aktuelle Pandemie in einer Serie von Krisen, die uns vor Augen führen, dass „wir bereits seit langem in einer anderen Welt [leben] als in der, in der wir denken.“ (1) An diesem „Ende der Illusionen“ (2) stehen wir keinesfalls ratlos da, sondern können wir sowohl auf klugen Krisenanalysen und langfristig vorgedachten Perspektiven aufbauen als auch beherzt und laborartig neue Wege erproben und einschlagen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Paradigmenkrise und Klimakrise
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Von zentraler Bedeutung ist es, im verengten Blick auf die Gefährdungen und Herausforderungen der Corona-Pandemie, nicht das große Bild und die langfristigen Herausforderungen aus dem Auge zu verlieren. Hierzu gehören mit dem Dynamisierungsliberalismus die Krise des Allgemeinen und der Klimawandel, worauf in der aktuellen Debatte insbesondere Andreas Reckwitz und Dirk Messner hinweisen (3). Hinter der Corona-Krise liegen demnach tiefere Krisen: eine Paradigmenkrise, eine sozioökonomische und soziokulturelle Krise, eine Krise der spätmodernen Demokratie sowie die Klimakrise.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neue Form der Kulturalisierung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In einem fundamentalen Grundlagenwandel, der sich durch die aktuelle Corona-Krise weiter Bahn bricht, haben zwei große Transformationsperspektiven auch für die kulturelle Sphäre und den Kulturbereich eine maßgebliche Bedeutung: Die Perspektive einer Kultur des Allgemeinen und die Perspektive einer Nachhaltigen Entwicklung. Dabei geht es zunächst nicht primär um die in der Corona-Krise zentrale Frage von kultureller Infrastruktur und Ressourcen, sondern um eine neue Form der Kulturalisierung. Im Dilemma zwischen einer individualisierten Hyperkultur, deren Wert primär im Einzelnen und wenig im kollektiv Gemeinschaftlichen liegt, und einem kollektiv-vorgegebenen Kulturessenzialismus, der kaum Platz für Individualität und Heterogenität lässt, geht es einer Kultur des Allgemeinen um kulturelle Werte und Praktiken, die unabhängig von individuellen Lebensstilpräferenzen und einer Zugehörigkeit zu religiösen, ethnischen oder soziokulturellen Gruppen gemeinsam entstehen und Gemeinsamkeit schaffen. Wie vielfältige Solidaraktionen in der Corona-Krise zeigen, können auch gemeinsame oder globale Bedrohungen Anlass für neue Formen der soziokulturellen Vergesellschaftung bieten oder zu einer neuen Valorisierung führen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kultur des Allgemeinen in planetarischem Transformationsrahmen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kultur muss künftig jedoch nicht nur allgemein wirken, sie muss auch nachhaltig wirken (4). Nachdem Nachhaltigkeit und Klimawandel lange Zeit im gesamten Kulturbereich nur punktuell eine Rolle gespielt hatten, hat die Diskussion um Kultur und Nachhaltigkeit im vergangenen Jahr durch die UN Agenda 2030 und insbesondere den Greta-Effekt eine erhebliche, zusätzliche Dynamik gewonnen und einen neuen kulturpolitischen Stellenwert erreicht (5). Die Solidarisierung mit der Fridays-for-Future-Bewegung hat den Kulturbereich zu einem neuen umweltpolitischen Akteur und Nachhaltigkeit sowie Klimawandel zu einem Top-Thema der Kulturpolitik gemacht. Eine Kultur des Allgemeinen ist damit auch in den planetarischen Transformationsrahmen der UN Agenda 2030 einzubetten. Dies erfordert nach der Pandemie eine Erweiterung der transformativen Kulturpolitik und nach dem Vorbild der New Deal-Politik Roosevelts eine Einrichtung neuer, umfangreicher Kulturprogramme zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf Ebene des Bundes, der Länder sowie im Rahmen des Europäischen Green Deal.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manifest für das Europäische Bauhaus
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein pandemiebedingter Neustart Kultur zu einer Kultur des Allgemeinen innerhalb des planetarischen Transformationsrahmens der UN Agenda 2030 ist zwar kein Programm des Weiter-So, aber er lässt sich dennoch auf Bestehendem gründen. Es gibt einen wertvollen Vorrat an Vorgedachtem, Vorbereitetem sowie Vorausgegangenen und Vorausgerittenen. Die Entwürfe liegen in der Schublade, die Architekt*innen, die Kulturschaffenden und die Handwerker*innen sind bereit und es ist Zeit, sie das Programm machen und öffentlich vorstellen zu lassen. Vor 20 Jahren erkannte das Tutzinger Manifest (5): „Nachhaltigkeit braucht und produziert Kultur.“ Wir sind in der Lage, in einem neuen Tutzinger Manifest aufzuschreiben und aufzurufen, wie wir diese Kultur schaffen wollen. Das Neue Europäische Bauhaus will zu seinem Kern machen, was das Tutzinger Manifest 2001 proklamiert hatte: „Die Kategorie Schönheit wird zum elementaren Baustoff der Zukunft.“ Für die Zwanziger Jahre des 21. Jahrhunderts kann Tutzing im November das Manifest für das Neue Europäische Bauhaus ausrufen: „Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam die neue, nachhaltige Kultur der Zukunft.“ Auf dass im Jahr 2121 Anlass besteht, den 100-jährigen Aufbruch in eine zweite, nachhaltige Moderne zu feiern.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Quellen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (1) Beck, Ulrich (1993): Die Erfindung des Politischen. Zu einer Theorie reflexiver Modernisierung, S. 61
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (2) Reckwitz, Andreas (2019): Das Ende der Illusionen. Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (3) Reckwitz, Andreas (2020): Corona-Krise als Training. Der Staat wird zum Risikomanager, in: Tagesspiegel v. 05.04.2020 und Messner, Dirk (2020): Corona-Pandemie: Drei Krisen gleichzeitig, in: Die ZEIT v. 02.04.2020
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (4) Knoblich, Tobias (2020): Kulturpolitik muss nachhaltig wirken. 10 Punkte für eine Kulturpolitik nach der Corona-Pandemie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (5) Weiß, Ralf (2020): Überblick zum aktuellen Stand der Diskussion zum Thema „Kultur und Nachhaltigkeit“. Kurzexpertise für das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft (i.E.)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (6) Kulturpolitische Gesellschaft (2001): Tutzinger Manifest für die Stärkung der kulturell-ästhetischen Dimension Nachhaltiger Entwicklung
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Essay erschien erstmals in den Corona-Essays der Kulturpolitischen Gesellschaft im April 2020 und wurde für den Blog aktualisiert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autor
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 30 Aug 2021 11:54:19 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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    </item>
    <item>
      <title>ZEIT FÜR ZUKUNFT</title>
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      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Inspirationen für Nachhaltigkeit im Kulturbereich
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Henning Mohr, Ulrike Blumenreich, Uta Atzpodien
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           23. August 2021
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Vielseitig und konkret erfahrbar zeigt die Corona-Pandemie unserer Gesellschaft, wie sehr ein Über- bzw. Umdenken von Gewohnheiten, Werten und alltäglichen Praktiken gefragt ist. Ob als Brennglas oder Übungsfeld für zukünftige Szenarien laden die aktuellen Erfahrungen dazu ein, mehr denn je einen gemeinschaftlich-konstruktiven Umgang mit dem Klimawandel in den Fokus zu rücken. Wissenstransfer, Teilhabe und Solidarität sind dabei wesentliche Schlüsselbegriffe, die auch im Kulturbereich ein Umdenken einfordern, um ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fragen zur Transformation
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Somit steht auch der Kulturbereich vor wesentlichen Fragen für die Transformation: Welchen Beitrag leisten Kulturinstitutionen, Kulturverwaltung und Kulturpolitik, um den Kulturbereich nachhaltiger aufzustellen? Wie kann ein Wandel hin zu einer Nachhaltigkeitskultur unterstützt werden? Welche Instrumente, Förderungen und Zertifizierungsmodelle braucht es? Wie können Plattformen für den Austausch geschaffen werden? Wie kann explizit der Austausch zwischen Wissenschaft und Kultur verstärkt werden? Wie können die der Kultur innewohnenden Potentiale genutzt werden, um eine zukunftsfähige nachhaltige Gestaltung der Gesellschaft weiter voranzubringen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Blick zurück
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bereits seit einem halben Jahrhundert steht das Thema »Nachhaltigkeit« auf der Agenda. Auch die programmatische Verknüpfung zur Kulturpolitik kann inzwischen schon auf mehrere Jahrzehnte zurückblicken: Die Kulturpolitische Gesellschaft hat dabei eine nicht unerhebliche Rolle gespielt. Der Zeitstrahl bietet eine chronologische Annäherung mit der Abbildung ausgewählter Ereignisse – und zwar auf drei Ebenen: international, national und bezogen auf das Handeln der KuPoGe. Er beginnt 1972 mit dem Jahr, in dem in Stockholm die erste Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt der Menschen »United Conference on Human Environment « stattfand und die als Beginn der internationalen Umweltpolitik gilt. In diesem Jahr veröffentlichte auch der Club of Rome den Bericht »Grenzen des Wachstums«, der von Dennis und Donella Meadows vom MIT erarbeitet wurde. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In den ersten 25 Jahren ist die thematische Verknüpfung von Nachhaltigkeit und Kultur bzw. Kulturpolitik wenig ausgeprägt. Dies ändert sich Ende der 1990er Jahre: Auf internationaler Ebene wurde mit der UNESCO-Weltkonferenz »Kulturpolitik für Entwicklung« 1998 erneut in Stockholm eine Verknüpfung der Themen Kultur, Entwicklung und Nachhaltigkeit hergestellt und ein Aktionsplan »Kulturpolitik für Entwicklung« verabschiedet. Um den Jahrtausendwechsel sind dann auch in Deutschland verschiedene Aktivitäten zu verzeichnen. Beispielsweise wird 2001 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder ein Rat für Nachhaltige Entwicklung eingerichtet, und im Folgejahr wird die nationale Nachhaltigkeitsstrategie »Perspektiven für Deutschland« durch die Bundesregierung erstmals verabschiedet.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kulturpolitik der Nachhaltigkeit
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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           Seit Ende der 1990er Jahre engagiert sich auch die KuPoGe in diesem Themenfeld und treibt eine Verknüpfung von Nachhaltigkeit und Kultur voran. Bezüge zu dieser Schwerpunktsetzung finden sich im Grundsatzprogramm, in zahlreichen durchgeführten Tagungen, Forschungsprojekten und Publikationen wie zum Beispiel »Kultur und Agenda 21« oder »Kunst – Kultur – Nachhaltigkeit«. Besonders hervorzuheben ist das »Tutzinger Manifest«, das 2001 auf der Tagung »Ästhetik der Nachhaltigkeit« in der Evangelischen Akademie Tutzingen entstand. Dieses »Tutzinger Manifest« stellt einen programmatischen Shift dar, denn es forderte die gleichberechtige Integration von Kultur – neben Ökologie, Ökonomie und Sozialem – als vierte Säule in das Konzept »Nachhaltige Entwicklung« und eine engere Verknüpfung von Kulturpolitik und Nachhaltigkeit.
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die damit verbundene Impulswirkung hatte nationalen und internationalen Erfolg. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung empfahl auf Grundlage des »Tutzinger Manifestes«, in die Nachhaltigkeitsstrategie ein Kapitel zu Kultur und Nachhaltigkeit aufzunehmen.  2002 wurde das »Tutzinger Manifest« auf der Rio-Nachfolgekonferenz in Johannesburg vorgelegt. In den Folgejahren war die KuPoGe beispielsweise bei der Gründung des Ratschlages Interkultur 2004, als Mitglied der Bundesweiten KoalitionKulturelle Vielfalt und des Runden Tisches Bildung für Nachhaltige Entwicklung vertreten. All diese Entwicklungen sind untrennbar verbunden mit dem viel zu früh gestorbenen Bernd Wagner, der sich als langjähriger Leiter des Instituts für Kulturpolitik wie kaum eine andere Person aus dem Kulturbereich für Nachhaltigkeitsfragen stark machte. 
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In den vergangenen sechs Jahren ist ein weiterer Bedeutungszuwachs zu erkennen – auch durch den Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York, bei dem die 193 aktuellen Mitgliedsstaaten einstimmig die »Agenda 2030« verabschiedeten und sich damit 17 übergeordnete nachhaltige Entwicklungsziele gaben. In Deutschland entstehen neue Netzwerke und Verbindungen zwischen Akteur*innen: wie beispielsweise 2018 das Projektbüro Nachhaltigkeit und Kultur in Kooperation von BUND sowie dem Deutschen Kulturrat und 2020 das Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien (gefördert von der BKM), das in Zusammenarbeit verschiedener Partner*innen Pilotprojekte initiiert, dokumentiert und kommuniziert.
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  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ausblick
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           Es zeigt sich: In den vergangenen 25 Jahren wurde einiges erreicht, aber es bleibt noch viel mehr zu tun, um über Wissenstransfer, Austausch und gemeinsames Gestalten zu einem zukunftsweisenden Handeln zu kommen. Im letzten Jahr hat »Von der Zukunft her – Sommerakademie für eine klimagerechte Kulturpolitik« vom Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft als Veranstaltung, die im September 2020 in Wuppertal stattgefunden hat, mit facettenreichen Impulsen markante Akzente gesetzt und einen zukunftsweisenden Austausch angeregt. Auf dieser Grundlage ist die aufschlussreiche Broschüre »Zeit für Zukunft. Inspirationen für eine klimagerechte Kulturpolitik« entstanden. Die WebTalkreihe der Kulturpolitischen Gesellschaft »Kulturpolitik der Nachhaltigkeit« hat mit weiteren Foren den Austausch fortgesetzt. Mit »Digitalität als neuer Treiber einer Kultur der Nachhaltigkeit DNA 4_0« ist ein neues Vorhaben am Start und verbindet Angebote der kulturpolitischen Akademie mit innovativer Forschung zur transformativen Kulturpolitik. Über Podcast-Reihe, Blog, Netzwerktreffen und andere zukunftsweisende Formate werden weitere Akzente gesetzt: Aus all diesen Impulsen wird nicht nur ein »Tutzinger Manifest« 2021 (AT) entstehen. Sie dürfen auch gerne als Anregung verstanden werden, sich »Zeit für Zukunft« zu nehmen.
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  &lt;p&gt;&#xD;
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           Der Beitrag erschien erstmals im Mai 2021 in der Dokumentation der Sommerakademie der Kulturpolitischen Gesellschaft 2020: "Zeit für Zukunft. Inspirationen für eine klimagerechte Kulturpolitik" und wurde für den Blog aktualisiert.
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           Autoren
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    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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      <pubDate>Mon, 23 Aug 2021 11:48:24 GMT</pubDate>
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